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Langzeitstudie Homeoffice: Vom Motivationsturbo zum Krankmacher

20.05.2021 - Der Innovationsgeist und der Drang nach Veränderung im Homeoffice sind seit April 2020 einer Lethargie gewichen. Eine Studie zeigt: Immer mehr kristallisiert sich heraus, wie das Lockdown-Auf-und-Ab am Gemüt und damit am privaten wie beruflichen Alltag der Menschen zerrt.

von Sebastian Halm

Die Befragten spüren die Auswirkungen der Pandemie wieder ähnlich stark wie im April 2020. Sie sind niedergeschlagen und leiden unter Einsamkeit und psychischen Beschwerden. Überraschenderweise haben vor allem Paare mit einem verstärkten Gefühl von Einsamkeit (65 Prozent) und negativer Stimmung (71 Prozent) zu kämpfen.

Ernüchterung 2.0: Glaubte im Herbst 2020 noch die Hälfte der Menschen an einen stärkeren Fokus auf Digitalisierung sind es jetzt nur noch vier von zehn. (Grafik: Avantgarde Experts / Splendids)

In Bezug auf die Arbeitsstätte scheint sich nach einem Jahr Corona eine innere Zerrissenheit breit zu machen. Erstaunlicherweise sind diejenigen am zufriedensten, die wieder jeden Tag im Büro verweilen, an letzter Stelle die, die ausnahmslos im Homeoffice sitzen. Trotz geringerer Zufriedenheit will jedoch über die Mehrheit am liebsten für immer im Homeoffice bleiben. Was immer mehr bröckelt ist die Work-Life-Balance. Vor allem Männern (52 Prozent) macht die mentale Entgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben mittlerweile zu schaffen.

Überlebenskampf statt Innovation

Für Unternehmen zeichnet die Krise eine überwiegend gute bis sehr gute Bilanz. Die Umstrukturierung auf digitale Kanäle bekommt aktuell sogar von über 80 Prozent der Befragten Lob. Vor allem die Konzerne sind es, die hier von ihren Angestellten positiv bewertet werden. Im Vergleich zur zweiten Welle ist der Sehnsucht nach Innovation und Macher-Typen dem Wunsch nach wirtschaftlichem Fortbestehen und dem Erhalt von Arbeitsplätzen gewichen.
Der Kampf um die Jobs wurde zum Kampf um die Motivation: Weniger Unternehmen sehen Arbeitsplatzerhalt als Herausforderung, mehr dafür die Motivation im Team. (Grafik: Avantgarde Experts / Splendids)

Abwarten, das geht schon schnell wieder vorbei. So dachten sich wohl viele ArbeitnehmerInnen noch zu Beginn der Pandemie. Passend dazu war der Veränderungswille zum Zeitpunkt der ersten Befragungswelle nicht sehr ausgeprägt. Im Oktober 2020 hingegen wollte der Großteil der Befragten sowohl ihr berufliches als auch ihr privates Leben umkrempeln. Aktuell streben nur noch knapp 15 Prozent private und ein Drittel berufliche Veränderungen an.

Für die repräsentative Verlaufsstudie des Personaldienstleisters Avantgarde Experts   wurden in Deutschland lebenden ArbeitnehmerInnen zwischen 18 und 69 Jahren befragt, die während der Pandemie die Möglichkeit zu Homeoffice haben - dies geschah über Online Panels in Hamburg im April und Oktober 2020 sowie im März 2021 (N = 505, 1015, 1008).

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