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Frauen in Führungspositionen: Deutschland ist Entwicklungsland

14.07.2022 - Bei dem Tempo, mit dem die Gleichberechtigung in Deutschland voranschleicht, dauert es noch 132 Jahre, bis sie erreicht ist.

von Christina Rose

Laut aktuellem Global Gender Gap Report   des Weltwirtschaftsforums sind wir in Deutschland noch sehr weit von Gleichberechtigung entfernt. Dieses Jahr gibt es zwar eine minimale Verbesserung im Vergleich zum letzten Jahr. Trotzdem wird es bei gleichbleibendem Entwicklungstempo noch 132 Jahre dauern, bis der Gender Gap vollständig geschlossen ist. Das heißt Frauen und Männer hätten erst im Jahr 2154 die gleichen Chancen.

Ein Bereich, in dem sich die Situation in den letzten Jahren eher verschlechtert hat, ist die Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt. Wie in den letzten Jahren hat LinkedIn   auch dieses Jahr wieder zum globalen Bericht beigetragen. Dafür wurde untersucht, wie stark Frauen auf der Führungsebene vertreten sind. Und auch hier ist das Bild ähnlich frustrierend:

  • Weltweit erreicht keines der untersuchten Länder Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern auf Führungsebene - im Durchschnitt sind mit 31 Prozent nicht einmal ein Drittel der Führungspositionen durch Frauen besetzt.
  • Deutschland liegt mit nur 22 Prozent Frauen in Führungspositionen im unteren Drittel, nur die Vereinigten Emirate und Indien schneiden noch schlechter ab.



Betrachtet man die verschiedenen Branchen, sieht es kaum besser aus: Weltweit erreicht keine Branche ein ausgewogenes Verhältnis auf der Führungsebene. Jedoch gibt eine geringe Anzahl an Branchen in ausgewählten Ländern, die einen Frauenanteil von 50 Prozent oder höher auf der Führungsebene aufweisen, dazu gehört zum Beispiel der Gesundheitssektor in Finnland und Schweden. Aber selbst in diesen Fällen klafft eine Lücke zwischen dem Gesamtanteil an Frauen in der jeweiligen Branche und dem Anteil an Frauen in Führungspositionen.

Was Frauen am Erreichen der Führungsebene hindert

Zwei Hindernisse, die es Frauen besonders erschweren, die Führungsebene zu erreichen: Frauen schaffen es oft gar nicht erst auf die Ebene der Personalverantwortung. Das heißt: Der Anteil von Frauen nimmt schon lange vor der Führungsebene ab, was dazu führt, dass nur wenige Frauen überhaupt Aussicht darauf haben, es auf die höchsten Posten zu schaffen.



Zum anderen zeigen die Daten, dass Frauen wesentlich seltener intern befördert werden - im globalen Durchschnitt erhalten Männer ein Drittel häufiger eine Beförderung als Frauen, in Deutschland liegt der Unterschied sogar bei 44 Prozent.

Es gibt kleine Anzeichen der Verbesserung, beispielsweise mit Blick auf die Einstellungsquoten von Frauen in Führungspositionen. Diese steigen seit 2015 kontinuierlich - in Deutschland sind sie in diesem Zeitraum von 21 Prozent auf 27 Prozent gestiegen. Das ist zwar eine kleine Verbesserung, allerdings müsste der Anteil insgesamt viel höher liegen, um die Gleichberechtigung überhaupt in diesem Jahrhundert zu erreichen.



Die Auswertung und der Bericht des Weltwirtschaftsforum zeichnen ein ernüchterndes Bild. Vor allem wird deutlich, dass viel schneller gehandelt werden muss. Gerade jetzt, wo Fachkräfte in vielen Bereichen knapp sind, sei es unglaublich wichtig, dass Frauen am Arbeitsmarkt die gleichen Chancen haben wie Männer, so die Studienautoren. Es müsse gezielt da angesetzt werden, wo die Probleme entstehen: in den ersten Karriere-Jahren. es müssen zum Beispiel gezielte Förder- und Mentoringprogramme für Frauen entwickelt werden, die auf der Karrierestufe vor der Personalverantwortung stehen. Und es müssen Ungerechtigkeiten in der internen Mobilität aufgedeckt und gezielt angegangen werden, damit Frauen hier eine faire Chance haben.

Gleichzeitig sei es wichtig, den Arbeitsmarkt flexibler zu gestalten. Die Daten zeigen, dass Frauen sich 24 Prozent häufiger auf Stellen bewerben, die mobiles Arbeiten erlauben. Da Frauen häufig einen Großteil der Care-Arbeit übernehmen, ist Flexibilität für sie häufig eine Notwendigkeit. Deshalb sollte mehr Flexibilität nicht dazu genutzt werden, dass Frauen die Doppelbelastung besser managen. Vielmehr sollte sie für alle ermöglicht werden und dazu führen, dass sowohl die berufliche als auch die Arbeit zuhause gerechter aufgeteilt wird.

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