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9 von 10 Frauen in Deutschland fühlen sich wegen ihres Geschlechts diskriminiert

08.03.2021 - Noch immer herrscht auf der Welt Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, Frauen werden im Beruf und Privatleben systematisch benachteiligt, so eine Studie zum heutigen internationalen Frauentag.

von Christina Rose

Die globale Marktforschungsplattform Appinio   hat in einer repräsentativen Umfrage (nach Alter und Geschlecht) in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien jeweils 1.000 Frauen und Männer dazu befragt, wie sie über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern denken und was notwendig ist, um die bestehende Benachteiligungen zu überwinden.

89 Prozent der befragten Frauen in Deutschland fühlen sich aufgrund ihres Geschlechts gegenüber Männern diskriminiert bzw. benachteiligt. Das steht im starken Kontrast zur Wahrnehmung des anderen Geschlechts: 66 Prozent der Männer geben an, sich gegenüber Frauen privilegiert gefühlt zu haben. Nur jede zehnte Frau sagt, dass sie sich noch nie aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert gefühlt hat (neun Prozent).

In Deutschland haben 28 Prozent der Frauen aufgrund ihres Geschlechts schon öfters Diskriminierung bzw. Benachteiligung erfahren müssen. Hier liegt Deutschland auf dem traurigen zweiten Platz, Spitzenreiter ist Spanien mit 33 Prozent, danach kommen Frankreich (26 Prozent) und das Vereinigte Königreich (18 Prozent). Vor allem bei jungen Frauen in Deutschland (16 bis 24 Jahre) ist die Zahl hoch und liegt sogar bei 42 Prozent. Auch hier stehen spanische Frauen mit 49 Prozent auf Platz 1. Im Kontrast dazu geben 35 Prozent der 55- bis 65-jährigen Frauen in Deutschland an, solche diskriminierenden Erfahrungen selten zu machen und liegen damit weit höher als der Durchschnitt (22 Prozent).

Defizite bei Lohn, Aufstiegschancen sowie Haushaltsfragen

Doch in welchen Bereichen werden Frauen konkret benachteiligt? Hier liegt vor allem das Thema Beruf ganz vorne: Die Befragten sehen beim Thema Gehalt (47 Prozent), den Karrierechancen (32 Prozent) sowie der Wahl des Berufs (29 Prozent) eine gewisse Ungleichheit. Aber auch im privaten Bereich bei der Aufgabenverteilung von Hausarbeit (38 Prozent), Kindererziehung und -betreuung (26 Prozent) sowie in der Partnerschaft/Ehe allgemein (19 Prozent) wird eine Benachteiligung wahrgenommen. In den anderen Ländern stehen der Gehaltsaspekt sowie die Verteilung der Hausarbeit ebenfalls ganz oben.

Das zeigt: Die Ungleichheit der Geschlechter ist kein nationales, sondern ein globales Problem. Hierzulande geben 69 Prozent der Frauen an, in Sachen Gleichberechtigung müsse noch einiges getan werden. Zum Vergleich: In Frankreich liegt der Wert sogar bei 85 Prozent, in Spanien und Großbritannien etwas niedriger (65 bzw. 71 Prozent).

Auf der Suche nach Gleichberechtigung am Arbeitsplatz

Vor allem im beruflichen Kontext stechen geschlechtsspezifische Ungleichheiten heraus. Durch die späte Eingliederung von Frauen in den Arbeitsmarkt existieren bis heute diverse Barrieren, die eine Gleichstellung gegenüber Männern erschweren. Ein positiver Wandel hin zu mehr Chancengleichheit ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der sich auch Unternehmen beteiligen müssen.

Analysiert man die Rolle des Unternehmens in dieser Hinsicht, denkt nur eine Minderheit der befragten Deutschen (23 Prozent), dass im Status Quo genug für geschlechtsspezifische Chancengleichheit getan wird. Dieser Wert unterscheidet sich abermals stark bei Frauen und Männern (15 vs. 33 Prozent). Hingegen sind 60 Prozent aller Befragten der Meinung, dass die Unternehmen Nachholbedarf bei der Frauenförderung haben. Der Wert ist nur im Vereinigten Königreich niedriger (54 Prozent), in Spanien (70 Prozent) sowie Frankreich (68 Prozent) sehen sogar noch mehr Befragte die Unternehmen in der Bringschuld. Auch hier unterscheidet sich die Wahrnehmung zwischen den Geschlechtern: Während 69 Prozent der Frauen der Meinung sind, es müsse mehr in den Unternehmen getan werden, denken lediglich die Hälfte der befragten Männer so (51 Prozent).

Work-Life-Balance weiterhin hohes Gut

Die COVID-19-Pandemie hat noch stärker vor Augen geführt, wie wichtig die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist. Ein überwältigender Teil der Befragten ist sich einig, dass hier noch Nachholbedarf herrscht. Nur jeder Zehnte denkt, dass momentan alles so gut ist wie es ist. Hingegen wünschen sich 61 Prozent flexiblere Arbeitszeiten für Männer und Frauen. Dieser Wert ist in Spanien sogar noch etwas höher (64 Prozent), in Frankreich mit 50 Prozent allerdings viel niedriger. Darüber hinaus fordert die Hälfte der Frauen (49 Prozent) in Deutschland noch mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung. In Frankreich sind es lediglich 39 Prozent. Zudem sprechen sich 41 Prozent aller Befragten für eine bessere finanzielle Entlohnung von Frauen, 38 Prozent für eine bessere Entlohnung für Männer aus. Eine stärkere finanzielle Unterstützung durch den Staat für Frauen wünschen sich 37 Prozent, für Männer sollte es für 32 Prozent der Befragten mehr finanzielle Unterstützung durch den Staat geben.

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