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Gender Pay Gap: 1.500 Euro monatlich weniger für Freelancerinnen

13.03.2020 - Freelancerinnen werden in den meisten Bereichen schlechter als männliche Kollegen bezahlt, auch im Management. Wo die Einkommensunterschiede besonders groß sind und wie sich der Gender Pay Gap auf die Altersvorsorge auswirkt:

von Frauke Schobelt

Der Gender Pay Gap war in den letzten Jahren zwar leicht rückläufig, dennoch gibt es auch bei Freelancern weiterhin einen deutlichen Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen. Laut einer Analyse des Portals Freelancermap   fällt dieser in der Freelancer-Branche mit "nur" sieben Prozent zwar relativ gering aus, trotzdem hat er weitreichende Konsequenzen. Anlässlich des Equal Pay Day am 17. März hat die Vermittlerplattform ermittelt, wie das Verdienstgefälle in den einzelnen Fachgebieten und Rollen aussieht, welche Rolle Geld für Freelancerinnen spielt und wie sich der Gender Pay Gap im Alter auswirkt.

Netto 1500 Euro weniger im Monat

  • Für eine Stunde Arbeit werden Freelancerinnen im Schnitt mit ungefähr 88 Euro bezahlt, damit liegt ihr durchschnittlicher Stundensatz sieben Euro unter dem der männlichen Kollegen. Hochgerechnet auf den ganzen Monat verdienen weibliche Selbstständige somit 5.545 Euro - das sind 1.500 Euro weniger als das Nettoeinkommen von frei arbeitenden Männern.

  • Anders sieht es im Bereich Grafik, Content und Medien aus, hier verdienen Expertinnen sogar ca. 60 Cent mehr pro Stunde als ihre männlichen Kollegen. Auch der SAP-Sektor lohnt sich für selbstständige Frauen: Ihr Stundensatz fällt hier um durchschnittlich nur 40 Cent niedriger aus.

  • Wie stark der Gender Pay Gap zu Buche schlägt, hängt auch von der Rolle ab, die die Selbstständigen im Projekt einnehmen. Im Schnitt 31 Euro weniger pro Stunde verdienen Freelancerinnen im Management. Während Männern ein Stundensatz von durchschnittlich 110 Euro gezahlt wird, erhalten sie im Schnitt nur 79 Euro. Am kleinsten ist der Einkommensunterschied, wenn freie Expertinnen eine Funktion in der Beratung erfüllen - ihr Stundensatz ist hier nur knapp drei Euro niedriger als der von Männern und liegt bei ca. 102 Euro.

Freelancerinnen wollen finanzielle Sicherheit

Für mehr als ein Drittel der freien Expertinnen (38 Prozent) stellt es eine Herausforderung dar, bei ihrem Auftraggeber eine bessere Bezahlung für sich selbst auszuhandeln. Gut zu verdienen spielt bei selbstständigen Frauen nämlich schon eine große Rolle, wenn sie sich nach neuen Projekten umsehen. Stimmt der Stundensatz nicht, bewerben sich über 80 Prozent gar nicht erst. Wenn das Einkommen jedoch ihren Vorstellungen entspricht, hat ein Auftrag auch schnell das Potenzial zum Liebling der freien Expertinnen (bei 68 Prozent) zu werden. Weil nicht jedes Projekt mit dem gleichen Stundensatz ausgeschrieben wird, schwankt das Einkommen der Freelancerinnen. Diesen Nachteil empfinden 60 Prozent als besonders unangenehm. Mit Blick auf ihre festangestellten KollegInnen hingegen gehen trotzdem mehr als die Hälfte der selbstständigen Frauen davon aus, besser zu verdienen. Während laut dem Freelancer-Kompass selbständige Frauen mit einem nur sieben Prozent niedrigeren Stundensatz, also 88 statt 95 Euro, nach Hause gehen, ist der Gender Pay Gap in der Festanstellung laut einem Bericht von Zeit Online   mit 21 Prozent sogar knapp dreimal so hoch wie unter Selbstständigen.

Gender Pension Gap: Große Sprünge im Alter sind nicht drin

Die Einkommensunterschiede machen sich auch bei der Altersversorgung bemerkbar. Freie Expertinnen legen im Schnitt nur 762 Euro - und damit 280 Euro weniger als männliche Freelancer - pro Monat für ihre Rente zurück. Ehemals frei arbeitende Frauen erhalten nur 73 Prozent der Altersversorgung, die ihren Ex-Kollegen zuteil wird. Der Gender Pension Gap trifft berentete, früher festangestellte Frauen sogar noch härter. Sie erhalten nicht mal die Hälfte der Rente der Männer, so der Warburg Navigator   .

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