Marktsituation

Die Hälfte aller Großhändler sieht Direktverkauf als Geschäftsrisiko

11.10.2018 - Rund die Hälfte der Großhändler weltweit (47 Prozent ) sind mit Herstellern konfrontiert, die direkt an Endverbraucher verkaufen,und damit die traditionellen Handelswege verändern. Der Ersatz klassischer Zwischenhändler durch elektronische Marktplätze schafft eine Konkurrenzsituation zwischen traditionellen Geschäftspartnern , die von diesen mehrheitlich kritisch gesehen wird. Das ist ein Ergebnis der aktuellen weltweiten Studie 'Digitale Transformation & E-Commerce Report 2018/19' von Sana Commerce.

von Susanne C. Steiger

44 Prozent der weltweit befragten Hersteller betreiben E-Commerce Webshops, die es ihnen ermöglichen, direkt an Endverbraucher zu verkaufen. Gut ein Viertel der Hersteller wird dies in Zukunft tun. Ähnlich wird die Situation auch in der DACH-Region, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz, beobachtet.

Die Umfrage unter 559 B2B-Unternehmen in Europa, den USA sowie Australien/Neuseeland ergab, dass 41 Prozent (in DACH 39 Prozent) E-Commerce nutzen, um ihr Geschäftsmodell zu erweitern. 44 Prozent (in DACH 42 Prozent) wollen damit neben dem angestammten Vertrieb über Channel-Partner neue Einnahmequellen schaffen. Dabei setzen immer mehr Unternehmen auf E-Commerce als Frontend für ihre Geschäftsbereiche, um das Umsatzvolumen zu steigern (global 44 Prozent), die Kundenorientierung zu verbessern (global 37 Prozent) und in neuen Märkten oder Kundensegmenten wettbewerbsfähig zu sein (global 35 Prozent). In der DACH-Region rangiert zwar auch die Steigerung des Umsatzvolumens mit 45 Prozent auf Platz eins, an zweiter Stelle kommt jedoch mit 35 Prozent die verbesserte Online-Präsenz. Dieser Wert ist vor allem getrieben durch Österreich und die Schweiz, die bei diesem Aspekt auf Werte von 45 bzw. 44 Prozent kommen. Auf Platz drei (30 Prozent) liegt für die DACH-Region die Chance, mit E-Commerce die Vertriebskosten zu senken.

B2B-Direktverkauf an Endkunden verschärft Wettbewerb und Preisverfall


Knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Unternehmen weltweit erwarten, dass Hersteller, Distributoren und Großhändler in ihrer Vertriebskette künftig direkt an Kunden verkaufen werden. In der Region USA/Canada liegt dieser Wert mit 73 Prozent am höchsten und in den Niederlanden mit 48 Prozent am niedrigsten. DACH bewegt sich hier mit 58 Prozent im Mittelfeld.

Weltweit erwarten 43 Prozent dadurch verschärften Wettbewerb, 33 Prozent befürchten Preisverfall und mit jeweils 31 Prozent sehen die Befragten Risiken für ihre Profitabilität und ihre angestammten Vertriebskanäle. Für die DACH-Region zeigt sich: 42 Prozent nennen den Preisverfall als Gefahr, deutlich mehr als der weltweite Durchschnitt. Verschärfter Wettbewerb liegt mit 40 Prozent auf Platz 2, gefolgt von Risiken für die Vertriebskanäle mit 30 Prozent.


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Vorträge zum Thema:

  • Bild: Leon Eichner
    Leon Eichner
    (EHI Retail Institute)

    Wenn der Agent mitentscheidet - Warum Vertrauen zum Erfolgsfaktor im Agentic Commerce wird

    Agentic Commerce verändert, wie Kaufentscheidungen im Internet vorbereitet und getroffen werden. Neben Menschen übernehmen zunehmend KI-Agenten die Produktsuche, den Vergleich von Angeboten und Teile des Kaufprozesses.Die aktuelle EHI-Studie zu Agentic Commerce zeigt, dass 86,1 Prozent der befragten Handelsunternehmen es für wahrscheinlich halten, dass KI-Agenten künftig Kaufentscheidungen ihrer Kundschaft beeinflussen. Gleichzeitig wird der Aufbau von Vertrauen und Akzeptanz als eine zentrale Herausforderung beschrieben.Der Vortrag zeigt, was diese Entwicklung für Online-Shops bedeutet: Welche Informationen müssen aktuell, konsistent und maschinenlesbar vorliegen? Welche Rolle spielen Transparenz, verlässliche Produkt- und Serviceinformationen, Bewertungen und weitere nachvollziehbare Vertrauenssignale?Am Beispiel des EHI-Siegels wird erläutert, wie Online-Shops Seriosität, geprüfte Qualitäts- und Sicherheitsmerkmale sowie Kundenorientierung sichtbar machen können. Dabei geht es nicht nur um die menschliche Wahrnehmung: In einer zunehmend agentischen Customer Journey wird entscheidend, ob relevante Informationen über einen Shop eindeutig, verlässlich und nachvollziehbar vorliegen. So entsteht die Grundlage dafür, dass ein Angebot von KI-Agenten nicht nur gefunden, sondern auch als relevant und vertrauenswürdig eingeordnet werden kann.

    Vortrag im Rahmen der Transformation des Handels 26 am 21.10.26, 09:00 Uhr

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