Springer vertraut dem Online-Trend

08.08.2007 - Die auf Wachstum abonnierte Axel Springer AG setzt stark auf das Online-Geschäft, liefert sich diesem Bereich aber nicht bedingungslos aus.

"Unser Ziel ist klar", sagte Vorstandschef Dr. Mathias Döpfner. "Wir werden Axel Springer zu einem in Europa führenden, multimedial integrierten Print-, Online- und TV-Unternehmen weiterentwickeln." Dabei sei Springer für die digitale Zukunft besser gerüstet als viele reine Online-Unternehmen. "Denn wir richten unsere Digitalisierungsstrategie genau an den Kernkompetenzen aus, die Axel Springer seit Jahrzehnten prägen: an Inhalten, Marken und Zielgruppen, an der Kompetenz zur Vermarktung sowie an der im Rubrikengeschäft bewiesenen Fähigkeit, Marktplätze zu schaffen." Döpfner sieht das Online-Geschäft nicht als eigenständiges Geschäftsfeld. "Es geht vielmehr darum, alle starken Marken, Inhalte und Geschäftsmodelle zu digitalisieren", so der Vorstandsvorsitzende. Dazu bedürfe es auch einer Veränderung in den Köpfen: "Bei Axel Springer ist jeder Mitarbeiter für die Digitalisierung zuständig, denn Digitalisierung findet überall statt."

Axel Springer weist im Halbjahresbericht erstmals Pro-Forma-Umsätze aus Online-Geschäften aus. Um dem Markt eine Einschätzung der Umsatzentwicklung aller entsprechenden Aktivitäten des Konzerns zu ermöglichen, seien die Umsätze der bestehenden Aktivitäten, der neu erworbenen Gesellschaften Idealo und Wallstreet Online sowie der ab dem dritten Quartal 2007 zu konsolidierenden Tochtergesellschaften Zanox und Au Feminin auf Basis ungeprüfter Finanzinformationen rückwirkend ermittelt worden, so das Unternehmen. Im ersten Halbjahr 2007 stiegen diese Pro-Forma-Erlöse aus bestehenden und akquirierten Online-Geschäften um 50 Prozent auf rund 102 Millionen Euro (Vorjahr rund 68 Millionen).

Zum Vergleich: Insgesamt steigerte die Axel Springer AG ihren Konzernumsatz in der ersten Hälfte dieses Jahres um 3,1 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (EBITA) erreichte mit 177,8 Millionen Euro das Niveau des Vorjahreszeitraums.

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