Digitalstudie

Wie Digitalisierung des Soziallebens durch die Pandemie hilft

11.06.2021 - Die Menschen in Deutschland haben einen Großteil ihres Soziallebens ins Virtuelle verlegt. Eine repräsentative Studie liefert dazu die Zahlen:

von Susan Rönisch

74 Prozent der Deutschen pflegen auf diese Weise während des Lockdowns ihre sozialen Kontakte. 50 Prozent verbringen in der Corona-Krise auch ihre Freizeit im Internet und besuchen Online-Sportkurse oder Musikveranstaltungen. Video-Calls und andere digitale Treffen ersetzen zunehmend persönliche Begegnungen auch im Freundeskreis und der Familie: Für 43 Prozent sind sie bereits ein festes Ritual. Unter den 18- bis 39-Jährigen haben sich inzwischen sogar 59 Prozent an virtuellen Kontakt gewöhnt. Das sind weitere Ergebnisse der repräsentativen Postbank   Digitalstudie 2021.

Von den Jüngeren sagen 68 Prozent, dass ihnen das Internet hilft, um digitale Spiele-Events, Musikunterricht und Sportkurse online weiter zu betreiben. Dennoch: Fast jeder dritte Befragte gibt an, sich zu wenig auszukennen mit Apps und anderen Programmen, um an virtuellen Treffen teilnehmen zu können. 26 Prozent sind überfordert damit und 24 Prozent fühlen sich während der Pandemie sozial abgehängt, weil die technischen Voraussetzungen zu Hause nicht bestehen. Das betrifft nicht nur die ältere Generation, sondern auch viele Jüngere: Von den unter 40-Jährigen fühlen sich 40 Prozent sozial abgehängt. Veraltete Geräte wie Laptop oder Handy sowie eine langsame Internetverbindung schneiden sie ab von Homeschooling-Angeboten, Sportkursen und Chats mit den Freunden.

Denn gerade bei den 18- bis 39-Jährigen hat die Kommunikation über Video-Calls stark zugenommen: 45 Prozent unter ihnen berichten von einer stärkeren Nutzung innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Ebenso viele beschäftigen sich während der Pandemie mit verstärktem Streaming von Filmen, Serien und Co.

Corona führt zu Nachrichten-Junkies

Über alle Generationen hinweg werden in dieser Zeit aber vor allem mehr Nachrichten im Netz gelesen. Seit Ausbruch der Pandemie ist gerade der Blick auf die Nachrichtenlage für 43 Prozent zum täglichen Ritual geworden. Auch das allgemeine Surfen auf der Suche nach Informationen hat zugenommen - 35 Prozent aller Befragten und 41 Prozent der Digital Natives haben ihre Surf-Gewohnheiten in der Corona-Krise ausgeweitet. Wer künftig das Internet stärker nutzen möchte (11 Prozent der Befragten), will nicht auf Nachrichtenseiten verzichten: Die Hälfte von ihnen möchte in den kommenden zwölf Monaten mehr News aus dem Netz.

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