Onlinehandel

EuGH untersagt pauschale Online-Vertriebsverbote - aber nicht immer

08.12.2017 - Der Europäischer Gerichtshof hat in einem Urteil zwar pauschale Vertriebsverbote für den Onlinehandel untersagt. Zugleich hat sie einer Marke aber erlaubt, den Onlinekanal auszuschließen, wenn sie sich als Luxusmarke etablieren will.

von Joachim Graf

Der EuGH hatte in diesem Fall zu klären, ob das "Luxusimage" einer Ware die Rechtfertigung für ein selektives Vertriebssystem sein könne und ob Hersteller Händlern den Verkauf ihrer Ware über Online-Marktplätze wie Amazon   verbieten könnten. Das EuGH ist der Auffassung, dass es Herstellern und Marken erlaubt sein kann, alleine schon auf Grund eines "Luxusimages" den Wettbewerb durch ein selektives Vertriebssystem zu beschränken. Damit ist ein Verkaufsverbot über Online-Marktplätze von Luxuswaren wie Parfümerieprodukte unter bestimmten Bedingungen kartellrechtlich zulässig.

Der Bundesverband des Onlinehandels (BVOH) weist allerdings darauf hin, dass sich dieses Urteil ausschließlich auf Luxusartikel bezieht. Das lässt viel Interpretationsspielraum. "Es gibt keine klare Definition von Luxus und damit ist einem möglichen Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Denn was die Marke als Luxus definiert und was nicht - liegt in ihrem Ermessen. Klarheit in diesem Fall lässt der EuGH leider vermissen", kritisiert Oliver Prothmann, Präsident des Verbandes.

Die Coty Germany GmbH   definiert eigene Parfümmarken wie Lacoste   , Calvin Klein   , Davidoff   , Hugo Boss   und andere als Luxus. Im stationären Handel sind diese Marken flächendeckend zu finden.

Ihr Guide im New Marketing Management - ab 6,23 im Monat!

Hat Ihnen diese Beitrag weiter geholfen? Dann holen Sie sich die ONEtoONE-Premium-Mitgliedschaft. Sie unterstützen damit die Arbeit der ONEtoONE-Redaktion. Sie erhalten Zugang zu allen Premium-Leistungen von ONEtoONE, zum Archiv und sechs mal im Jahr schicken wir Ihnen die aktuelle Ausgabe.

Diskussion:

Vorträge zum Thema:

  • Bild: Till Göhre
    Till Göhre
    (MediaMarktSaturn)

    Die unsichtbare Conversion: Wie Omnichannel-Daten den wahren Wert von Retail Media sichtbar machen

    Online recherchiert, dann im Store gekauft - Kunden sind längst omnichannel unterwegs. Doch die klassischen Retail Media Metriken drehen sich weiterhin um Klicks und Onlineshop-Performance, stationäre Käufe nach Entscheidung im Onlinestore tauchen in der Kampagnenmessung häufig gar nicht erst auf. Dabei sind sie mittlerweile ein wesentlicher Teil der Wirkung von Retail Media. Wie können omnichannel-Daten diese unsichtbare Conversion messbar machen und zum echten Business-Treiber werden? Gerade bei komplexen Kaufentscheidungen wie im Consumer-Electronics-Bereich entscheidet nicht die Reichweite, sondern die Fähigkeit, den Weg vom ersten Kontakt bis zum Kaufabschluss datenbasiert nachzuvollziehen. So wird Retail Media vom Werbekanal zur Commerce-Infrastruktur - und der wahre Wert einer Kampagne erst sichtbar.

    Vortrag im Rahmen der Transformation des Handels 26 am 20.10.26, 09:00 Uhr

www.hightext.de

HighText Verlag

Mischenrieder Weg 18
82234 Weßling

Tel.: +49 (0) 89-57 83 87-0
Fax: +49 (0) 89-57 83 87-99
E-Mail: info@onetoone.de
Web: www.hightext.de

Kooperationspartner des

Besuchen Sie auch:

www.press1.de

www.ibusiness.de

www.neuhandeln.de