Gastbeitrag

Apple Watch - Lohnt sich der Kauf?

12.03.2015 - Die Präsentation der Apple Watch hat nur bedingt Euphorie aufkommen lassen. Dabei sind es die Idee dahinter und der Konzern an sich, die über ein weiteres informationsverarbeitendes Display hinaus mit der Apple Watch eine neue Revolution einleiten. Denn mittelfristig wird das iPhone überflüssig, 70 Prozent aller Funktionen, die wir derzeit über unsere Smartphones tätigen, wird die Apple Watch übernehmen. Und unser Alltag wird nahtlos digital, Mensch und Device nahtlos verbunden.

von Gastbeitrag

Klar! So wie das iPhone nicht das erste Smartphone war, so ist auch die Apple Watch nicht die erste Smartwatch. In Bezug auf Wearables war einst Nike mit seinem Fuelband der große Vorreiter. Viele folgten, niemand erreichte den Durchbruch. Der wesentliche Fehler bei den Herstellern war, dass sie das Thema nicht annährend konsequent und hochwertig behandelt haben. Im Frühjahr 2014 also stellte Nike sein Fuelband ein.

[f1]Das wird Apple jetzt anders machen und den Markt revolutionieren. Denn beim Vergleich der Apple Watch mit Wettbewerbsprodukten, die schon seit einiger Zeit am Markt sind, wird schnell klar: Die Innovation dabei ist, dass Apple auch mit der Watch bei der Frage ansetzt, wie wir künftig kommunizieren und digital in der realen Welt wahrnehmen werden. Siebzig Prozent aller Funktionen, die wir derzeit über unser Smartphone tätigen, wird künftig die Apple Watch übernehmen. Im radikalsten Sinne heißt das: das iPhone wird überflüssig, unser Alltag nahtlos digital. Technisch gesehen ist die Apple Watch zwar auf den ersten Blick ein weiteres informationsverarbeitendes Display, doch Apple legt den Grundstein zu mehr und hat auch schon die nächsten Schritte eingeleitet.

Die neuen Apple Produkte wie Watch, Healthkit und Researchkit werden uns im Bereich digitale Infrastruktur 2015 wesentlich Schritt weiter bringen. Die Apple Watch ist hierbei nur der "digitale Türöffner." Die zur Verfügung gestellten Frameworks wie Healthkit und das für den Sommer geplante Homekit werden zur nahtlosen Verbindung zwischen Menschen und Objekten beitragen.

Die auf Apples Keynote vorgestellte Möglichkeit, sein Garagentor ferngesteuert von jedem Ort zu öffnen, ist dabei die einfachste Form. Aber wenn beispielsweise die Herzfrequenz erkennt, dass unser Stresslevel steigt, kann über die Verbindung zum Ambientlight-System Philips Hue eine andere Lichtstimmung erzeugt werden und die Musik via Apple TV einen ruhigeren Ton anschlagen. Im Alltag können Menschen allein am Herzschlag erkennen ob sie einer anderen Person näher kommen. Das spannende dabei, es muss nicht einmal ein Blick auf die Uhr geworfen werden. Alles passiert im Grunde "hands-free".

Die Beispiele für Hard Connection sind nahezu unzählig. Und die Richtung zeigt auch für die klassische Kommunikation ganz neue Wege. Denn je mehr digitale Vernetzung entsteht, desto wichtiger wird die "Contextual Integration". Also die Ausspielung der richtigen Nachricht, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort für die richtige Person.

Die Apple Watch ist zwar noch nicht ganz so weit, sie nutzt derzeit noch die technischen Möglichkeiten des iPhones als "verlängerten Arm." Aber schon die Nachfolge-Generation wird wohl mit einer GSM-Funktion kommen und die Uhr nahezu unabhängig vom iPhone machen. Und dann geht die Revolution erst richtig los.

[k]Autor Dominik Heinrich ist Creative Director Innovation bei MRM//McCann.[/k]

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