KI & Influencer

Junge KäuferInnen vertrauen zunehmend auf KI-Empfehlungen

Naina Avtr, virtuelle Influencerin (Bild: Screenshot/Instagram naina_avtr)
Naina Avtr, virtuelle Influencerin

03.09.2026 - KI und Creator werden vor allem für jüngere KonsumentInnen zu wichtigen Wegweisern bei Kaufentscheidungen. Mehr als 60 Prozent der jungen Deutschen haben bereits Produkte gekauft oder erwogen, die ihnen zuvor von einer KI empfohlen wurden; Transparenz bleibt jedoch die zentrale Voraussetzung für Vertrauen.

von Susan Rönisch

KI-Empfehlungen beeinflussen die Kaufentscheidungen jüngerer KonsumentInnen bereits deutlich: 63 Prozent der 25- bis 34-Jährigen und 60 Prozent der 18- bis 24-Jährigen in Deutschland haben ein ihnen zuvor unbekanntes Produkt gekauft oder einen Kauf erwogen, nachdem es ihnen von einem KI-Tool empfohlen worden war. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie   der Partner-Marketing-Plattform Awin   .

Auch KI-Influencer stoßen bei jüngeren Zielgruppen auf vergleichsweise hohe Akzeptanz. Weltweit würden 54 Prozent der Gen Z und Millennials einem solchen virtuellen Creator vertrauen. In Deutschland sind 51 Prozent der 25- bis 34-Jährigen und 41 Prozent der 18- bis 24-Jährigen grundsätzlich offen dafür. Bei den über 65-Jährigen liegt der Anteil bei 22 Prozent.

Creator können Kaufentscheidungen stark verkürzen

Knapp die Hälfte der deutschen KonsumentInnen zwischen 18 und 34 Jahren hat bereits unmittelbar nach einer Empfehlung durch einen Creator ein Produkt gekauft, ohne weitere Informationen einzuholen. Bei den über 65-Jährigen liegt dieser Anteil lediglich bei sechs Prozent.

Trotz des wachsenden Einflusses neuer Empfehlungsquellen bleiben klassische Orientierungshilfen wichtig. Preisvergleichsportale beeinflussen in Deutschland 33 Prozent der Kaufentscheidungen, Marken- und Händlerinformationen 32 Prozent sowie Kundenbewertungen und Online-Foren 24 Prozent. KI-Tools wie ChatGPT   , Microsoft Copilot   oder Gemini   kommen bereits auf 22 Prozent.

Transparenz wird zum Vertrauensfaktor

Mit der steigenden Bedeutung von Creatorn und KI wächst auch die Bedeutung nachvollziehbarer Empfehlungen. 26 Prozent der deutschen KonsumentInnen nennen Transparenz als wichtigsten Faktor für das Vertrauen in Creator und Influencer. Sie wollen demnach erkennen können, warum ihnen ein Produkt empfohlen wird und ob kommerzielle Interessen oder KI-Systeme daran beteiligt sind.

"Der zunehmende Einfluss von KI zeigt vor allem, dass Vertrauen immer wichtiger wird", sagt Adam Ross , Chief Executive Officer von Awin. Entscheidend sei, dass KonsumentInnen nachvollziehen könnten, woher Empfehlungen stammen und warum sie ihnen vertrauen sollten.

Der Kauf selbst findet dagegen weiterhin überwiegend in etablierten Umgebungen statt. 43 Prozent der deutschen Käufe werden laut Studie über Online-Marktplätze wie Amazon   oder eBay   abgeschlossen. Social Commerce kommt lediglich auf sechs Prozent, der stationäre Handel auf 21 Prozent. KI und Creator verändern damit vor allem die Orientierungs- und Entscheidungsphase der Customer Journey, während der eigentliche Abschluss bislang häufig bei vertrauten Handelsplattformen erfolgt.

Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsunternehmen Obsurvant   im Mai 2026 insgesamt 4.518 KonsumentInnen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Die deutschen Ergebnisse basieren auf 1.007 Befragten.

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