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Digitalisierung: Vorbehalte im Handel nehmen ab

29.09.2020 - Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft nach wie vor im Griff. Besonders der Handel bekommt die Auswirkungen zu spüren und ist wie kaum eine andere Branche von Kurzarbeit betroffen (44 Prozent). Eine aktuelle Studie bescheinigt nun den mittelständischen Betrieben eine positive Einstellung gegenüber der Digitalisierung.

von Susan Rönisch

Die Digitalisierungs-Umfrage der Star Finanz   , an der branchenübergreifend rund 7.500 Unternehmen teilgenommen haben, zeigt eine positive Einstellung der Unternehmen gegenüber der Digitalisierung. Demnach steigt sowohl der Anteil an Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen (von 77 auf 79 Prozent), als auch der Anteil derer, welche die digitale Transformation als Chance begreifen, von 83 auf 87 Prozent leicht an. Der Handel sieht im digitalen Wandel noch öfter eine Bedrohung als andere Branchen (16 Prozent), doch auch hier nehmen die Vorbehalte im Vorjahresvergleich leicht ab. Handelsbetriebe beschäftigen sich zudem häufiger mit Digitalisierung, hier verzeichnet die Umfrage einen Anstieg von 78 Prozent im Vorjahr auf 82 Prozent in 2020.

Corona: Handel so stark von Umsatzrückgängen betroffen wie keine andere Branche


Die aktuelle Corona-Pandemie hinterlässt in puncto Digitalisierung deutliche Spuren: So glauben 48 Prozent der Handelsbetriebe, dass Corona die Entwicklung in Richtung Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells beschleunigen wird. 40 Prozent der befragten Unternehmen planen, die in der Corona-Krise ergriffenen Maßnahmen wie den verstärkten Einsatz digitaler Tools oder Möglichkeiten zum Home Office auch über die Krise hinaus beizubehalten.

  (Grafik: Star Finanz)


Konkrete Auswirkungen zeigt die Corona-Krise bei Aufträgen und Umsätzen. Während Letztere branchenübergreifend regelrecht eingebrochen sind - jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) beklagt Rückgänge - stechen bei knapp einem Viertel der befragten Betriebe die fehlenden Aufträge hervor (22 Prozent). Erfreulich: Immerhin 31 Prozent gaben an, keinerlei Auswirkungen zu spüren. Der Handel ist dagegen stärker von der Pandemie betroffen. So blickt dieser zum einen auf stärkere Umsatzrückgänge (61 Prozent). Zum anderen geben die Unternehmen in geringerem Umfang an (17 Prozent), nicht von den jüngsten Entwicklungen betroffen zu sein.

Interessant ist zudem ein Blick auf die Maßnahmen, die Unternehmen zur Eindämmung des Corona-Virus umgesetzt haben. In etwa gleich ausgeprägt sind hier der Ausbau von Homeoffice- Möglichkeiten (37 Prozent), Kurzarbeit (34 Prozent) oder der verstärkte Einsatz digitaler Tools (33 Prozent) zu nennen. Lediglich sechs Prozent der Unternehmen sahen sich genötigt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu kündigen. Der Handel ist mit 44 Prozent am stärksten von Kurzarbeit betroffen. Homeoffice spielte im Handel mit 30 Prozent eine geringere Rolle als in vielen anderen Branchen.

Digitalisierungsängste nehmen mit zunehmender Unternehmensgröße ab

Sowohl für den Handel als auch für alle anderen untersuchten Branchen gilt: Umso größer die Unternehmen, desto positiver stehen sie der Digitalisierung gegenüber. Der Anteil der Unternehmen, die Digitalisierung als Chance wahrnehmen, steigt von 82 Prozent bei den Klein- und Kleinstbetrieben (bis 0,5 Millionen Euro Umsatz) auf 95 Prozent in der umsatzstärksten Gruppe (über 20 Millionen Euro Jahresumsatz). Auch die Bereitschaft, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen, sinkt mit abnehmender Unternehmensgröße. Von den 21 Prozent, die sich nicht damit auseinandersetzen, haben 65 Prozent der Betriebe weniger als zehn Mitarbeiter. In der Handelsbranche ist dieser Trend besonders ausgeprägt. Während 69 Prozent der Kleinstbetriebe (bis zu neun Mitarbeiter) sagen, dass sie sich nicht mit Digitalisierung beschäftigen, sinkt der Anteil der Digitalisierungsmuffel ab einer Unternehmensgröße von 50 Mitarbeitern auf unter zwei Prozent.

Wie im Vorjahr erwartet fast die Hälfte aller Unternehmen (46 Prozent) in den kommenden fünf Jahren eine Veränderung ihres Geschäftsmodells. Gleichzeitig leitet daraus weiterhin nur etwa jedes zehnte Unternehmen unmittelbaren Handlungsdruck ab - lediglich 12 Prozent wollen diese Veränderung aktiv in die Hände nehmen und das eigene Modell in naher Zukunft anpassen. Der Handelssektor, der in den letzten Jahren wohl die umfassendste Disruption erlebt hat, geht als einzige der untersuchten Branchen überwiegend von einer Veränderung ihres Geschäftsmodells aus (53 Prozent). Und wiederum ist es der Handel, der mit 15 Prozent Zustimmung Veränderungen des Geschäftsmodells vergleichsweise als am notwendigsten betrachtet. Die Digitalisierung bestehender Prozesse (69 Prozent) sowie Online-Marketing (56 Prozent) sind für den Handel die häufigsten Gründe für die Beschäftigung mit dem Thema Digitalisierung. Die Analyse von Big Data ist immerhin schon für 15 Prozent der Unternehmen ein Thema, 5 Prozent setzen sich mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) auseinander.

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