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Corona-Krise beschleunigt Digitalisierung in jedem zweiten Unternehmen

11.08.2020 - Corona ist der Beschleuniger der Digitalisierung. Was einem Großteil der deutschen Arbeitnehmer in den letzten Wochen im Kleinen sicher schon auffiel, bestätigt nun die Umfrage.

von Susan Rönisch

Die Corona-Krise bedeutet für eine Vielzahl an mittelständischen Unternehmen in der DACH-Region erhebliche wirtschaftliche Einschnitte. Auch der Arbeitsalltag ist in vielen Betrieben ein völlig anderer geworden. Visable   , der Anbieter der B2B-Plattformen Europagws   und "Wer liefert was" (wlw)   , hat gemeinsam mit YouGov   im Juli 2020 eine deutschlandweite Umfrage unter 541 Führungskräften durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Bewährte Unternehmensstrategien werden durch COVID-19 grundsätzlich infrage gestellt. Jeder vierte Betrieb verzeichnet nach wie vor erhebliche Umsatzeinbußen. Aber die Digitalisierung schreitet in fast jedem zweiten Unternehmen schneller voran. Besonders im Bereich Marketing stehen deshalb Veränderungen bevor. Messen werden grundsätzlich infrage gestellt. Das zur Verfügung stehende Budget wird zukünftig vermehrt für Online-Marketing-Maßnahmen eingesetzt.

Fast die Hälfte aller Befragten (44 Prozent) gab an, dass die Krise die Digitalisierung in ihren Unternehmen voranschreiten lässt. Bei 21 Prozent davon sogar deutlich. Video-Telefonie gehört bei 49 Prozent der Befragten mittlerweile zum Arbeitsalltag. Mehr als jeder vierte (27 Prozent) nutzt jetzt in seinem Unternehmen Cloud-Systeme. Sogar eigene Online-Formate wie Webinare wurden von 17 Prozent nach Ausbruch der Pandemie kurzfristig ins Leben gerufen.

Marketing-Planung ohne Messen

Weniger Budget, weniger Messen, mehr online - so lassen sich die Umfrageergebnisse zu den geplanten Entwicklungen im Bereich Marketing zusammenfassen. Jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) plant für das kommende Jahr mit weniger Marketingbudget als in 2020, um entstandene Umsatzeinbußen der Krise auszugleichen. Profitieren soll in erster Linie das Online- Marketing. 43 Prozent der befragten Entscheiderinnen und Entscheider wollen im kommenden Jahr vermehrt auf Online-Marketing-Maßnahmen setzen.

Besonders hart trifft es die Messebranche: Mehr als ein Drittel (37 Prozent) derjenigen, die bisher auf Messen vertreten waren, planen im kommenden Jahr keine Messeauftritte oder -besuche mehr. Nur 10 Prozent sehen einen Messeauftritt generell noch als wichtiges Vertriebstool. Die Studienautoren gehen davon aus, dass es jede vierte Messe nach der Krise so nicht mehr geben wird. Eine neue Option könnten virtuelle Messen werden: 22 Prozent der Befragten wollen die Option künftig für ihr Unternehmen nutzen.

Neue Sourcing-Strategie: Fokus auf Deutschland und Europa


Mit dem COVID-19-bedingten Shutdown wurden viele Unternehmen dazu gezwungen, ihre Einkaufsstrategie (engl. Sourcing) deutlich zu verändern. Die einst bewährten Lieferketten brechen kurzfristig weg und Engpässe müssen aktuell mit neuen Partnern überwunden werden. Dadurch rücken bei mehr als einem Fünftel (21 Prozent) der Befragten lokale, nationale und Anbieter aus den umliegenden europäischen Märkten mit kürzeren Lieferwegen wieder stärker in den Fokus. 12 Prozent vermeiden sogar aktiv die Zusammenarbeit mit Lieferanten aus den USA oder Asien.

Große Unterschiede innerhalb der DACH-Region

Österreich und die Schweiz scheinen deutlich mehr von der Corona-Krise beeinflusst zu werden als Deutschland. Während in Deutschland nur jeder vierte Befragte (25 Prozent) von deutlichen Umsatzeinbußen berichtet, sind in den beiden Nachbarländern ein Drittel (je 33 Prozent) der Unternehmen betroffen. Aber auch in Österreich und der Schweiz trägt die Corona-Krise maßgeblich zu einer Beschleunigung der Digitalisierung in den Unternehmen bei. Dieser Aussage stimmten in Deutschland 44 Prozent der Befragten zu. In Österreich und Schweiz sind sogar mehr als die Hälfte (54 Prozent) dieser Meinung. Bewerteten 44 Prozent der Befragten die Arbeitsweise im Unternehmen mit einem "Alles wie immer", können dieser Aussage in der Schweiz nur 25 Prozent, in Österreich sogar nur 22 Prozent zustimmen.

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