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Freelancer-Report: Existenzängste nehmen ab

17.04.2020 - Wann sich der Projektmarkt wieder stabilisieren wird, ist derzeit schwer abzuschätzen. Jeder dritte Freelancer-Auftrag wird derzeit gecancelt. Dennoch sind Freiberufler vermehrt optimistisch und haben weniger Existenzängste als noch im März.

von Frauke Schobelt

Die Corona-Krise stellt Freelancer vor große Herausforderungen, denn jeder vierte laufende Auftrag ist erst mal auf Eis gelegt. Die meisten Freelancer können jedoch noch drei weitere Monate überbrücken, bevor sie finanziell in Bedrängnis geraten. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage von Freelancermap mit 500 Teilnehmern.

Jedes fünfte Projekt nun remote

Die Auftragslage ist prekär: Etwas mehr als ein Viertel der Befragten schätzt sie als schlecht, circa ein Drittel sogar als sehr schlecht ein. In ihrem aktuellen oder letzten Projekt nahm jeweils ungefähr ein Viertel die Position eines Beraters oder Projektleiters ein. Weitere 21 Prozent waren für die Entwicklung tätig. Aktuelle Projekte werden momentan häufig für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt (40 Prozent) oder gar komplett gecancelt (35 Prozent). Jedes fünfte Projekt wird remote weitergeführt.
Viele Projekte werden derzeit aufgeschoben oder gecancelt, ein Fünftel wird remote weitergeführt.  (Grafik: Freelancermap)

Existenzängste werden kleiner

Einige Selbstständige befürchten, dass die Krise das Ende ihrer Karriere bedeutet. Über vier von zehn Befragten geben an, aufgrund der Pandemie Existenzängste zu haben. Dennoch scheinen Freelancer ihre finanzielle Lage mittlerweile wieder objektiver einzuschätzen als noch zu Beginn der Krise. Im Vergleich zur Freelancermap-Umfrage vom 18. bis 20. März, bei der noch 56 Prozent angaben, existenzielle Sorgen zu haben, ist dieser Prozentsatz um circa 14 Prozentpunkte auf 42 Prozent gesunken. Mehr als ein Drittel der Selbstständigen sind mittlerweile zuversichtlich, auch die herausfordernde Corona-Lage meistern zu können.

Auf das vom Staat bereitgestellte Hilfspaket muss im Moment nur jeder dritte freie Experte zurückgreifen, während 42 Prozent auch ohne die zusätzliche finanzielle Unterstützung zurechtkommen. Damit sie jedoch nicht in finanzielle Engpässe geraten, darf die Krise für knapp die Hälfte der Freelancer nur noch maximal drei weitere Monate dauern, ein Viertel der freien Experten gibt sechs Monate als noch überbrückbare Zeitspanne an.
Jeder vierte Freelancer hat Existenzängste. (Grafik: Freelancermap)

Akquise trotzdem weiter vorantreiben

Bis der Alltag wieder Einzug halten wird, werden noch zwei bis vier Monate ins Land gehen, denken 31 Prozent der befragten Freelancer. 29 Prozent schätzen, dass die Pandemie noch bis zu sieben Monate lang den Alltag mitprägen könnte. Alle müssen daher noch ein wenig länger Geduld haben, sollten dabei aber weiterhin nach neuen Projektausschreibungen Ausschau halten. Als gegenwärtig vielversprechendsten Kanal für die Akquise neuer Aufträge erachten die meisten Selbstständigen Projektplattformen (51 Prozent). Auch in ihren persönlichen Netzwerken hoffen 38 Prozent, einen Auftrag angeboten zu bekommen.
 dass der Alltag erst in vier bzw. sieben Monaten wieder hergestellt sein wird. ,0,0,0,0, (Grafik: Freelancermap)

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