"Reflexions-Board für Kunden und Agentur"

04.08.2005 - Rapp Collins ruft einen wissenschaftlichen Beirat ins Leben

Wer Thomas Funk fragt, warum bisher noch keine andere Agentur auf die Idee gekommen ist, einen wissenschaftlichen Beirat zu gründen, dem antwortet der Managing Director von Rapp Collins: "Das weiß ich auch nicht." Die Hamburger Dialogspezialisten beschreiten derzeit Neuland. Mit der Gründung des Beirates soll insbesondere die Kundenberatung mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen unterstützt werden.

Dabei geht es laut Funk nicht nur um gemeinsam mit Universitäten durchgeführte Studien zum Thema Direktmarketing, sondern auch um Veranstaltungen, auf denen Diskussionen zwischen Wissenschaft, Agentur und Kunden initiiert werden könnten.

Das neue Gremium, das maximal vier Mitglieder umfassen wird, soll sich nach dem Willen von Funk zu einem "Reflexions-Board" für Kunden und Agentur entwickeln. Zwei Mitglieder stehen bereits fest. Leiter wird Jörg Tropp. Der 43-jährige Kommunikationswissenschaftler ist Professor für Marketing und Marketing-Kommunikation an der Universität Pforzheim. Er verfügt zudem über Agentur-Erfahrungen, die er bei Heye & Partner, Leo Burnett und Wunderman sammelte. Ihm zur Seite steht Dr. Jörg Seelmann-Eggebert, Vorstand des Münchner CRM-Spezialisten SHS Informationssysteme. Ein dritter Partner wird voraussichtlich aus einem Technologieunternehmen kommen, der vierte noch gesucht.

Der Rapp-Collins-Chef sieht insbesondere theoretische Defizite im Direktmarketing, denen er mit den externen Partnern beikommen will. "Das Direktmarketing wurde in den letzten zwei, drei Jahren immer gern als Gewinner der Kommunikationskrise beschrieben. Das stimmt so aber leider nicht. Wir haben gelitten wie alle anderen auch." Nach Funks Erfahrungen hat das Direktmarketing jedoch in letzter Zeit Akzeptanz und Zugang zu den Vorstandsebenen erhalten. "Dadurch sind wir bei strategischen Entscheidungen früher involviert als früher." Darauf gelte es, inhaltlich vorbereitet zu sein. fb

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