10.06.2026 - Deutsche Marketingverantwortliche setzen große Hoffnungen in KI, erzielen im internationalen Vergleich aber schwache Geschäftsergebnisse. Eine neue Studie zeigt, dass viele Unternehmen noch zu stark auf Kanalmetriken schauen und KI nicht konsequent an Umsatz, Kundenbindung und Customer Lifetime Value ausrichten.
von Susan Rönisch
Der New Yorker Software-Anbieter Braze
sieht in Deutschland eine deutliche Lücke zwischen KI-Optimismus und wirtschaftlicher Wirkung: Nur 61 Prozent der deutschen Unternehmen haben ihre Umsatzziele 2025 erreicht oder übertroffen. Damit liegt Deutschland hinter den USA und Großbritannien mit jeweils 66 Prozent sowie Frankreich mit 68 Prozent.
Die Zahlen stammen aus der Global Customer Engagement Review 2026
, für die Braze insgesamt 2.200 Marketing-Führungskräfte in 17 Ländern befragt hat. Demnach gehören deutsche Marketing-EntscheiderInnen zu den größten KI-OptimistInnen weltweit. Sieben von zehn Befragten in Deutschland glauben, dass KI ihre Markenkommunikation unverwechselbarer und wirkungsvoller macht. Das ist laut Braze der höchste Wert unter den westlichen Märkten und liegt zehn Prozentpunkte über dem globalen Durchschnitt von 60 Prozent.
Ein Grund für die schwache Umsatz-Performance liegt der Studie zufolge in der Erfolgsmessung. 72 Prozent der deutschen Marketer orientieren sich vor allem an kanalbezogenen Kennzahlen wie Öffnungsraten und Klickzahlen. Weltweit liegt dieser Wert bei 55 Prozent.
Business-relevante Kennzahlen wie Customer Lifetime Value, Kundenbindungsrate oder direkte Umsatzwirkung spielen dagegen eine geringere Rolle. Damit droht KI zwar operative Kampagnenwerte zu verbessern, aber nicht zwingend einen messbaren Beitrag zum Geschäft zu leisten.
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