Technologie

Unternehmenswebsites verlieren Sichtbarkeit: Google-KI verändert Traffic-Verteilung

08.10.2025 - Seit dem Start von Googles KI-gestützten Suchergebnissen verzeichnen deutsche Unternehmenswebsites durchschnittlich sieben Prozent weniger Besucher über die Suchmaschine.

von Susan Rönisch

Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Münchner Online-Marketing-Agentur Seokratie   . Grundlage der Analyse waren anonymisierte Traffic-Daten von mehr als 100 deutschen Unternehmenswebsites mit insgesamt rund 70 Millionen Besuchen. Der untersuchte Zeitraum reicht vom 26. März bis 17. September 2025 - ab dem Tag, an dem Google seine "Übersicht mit KI" flächendeckend eingeführt hat.

Google-KI verändert Nutzerverhalten

Laut Seokratie gingen die Besucherzahlen aus der Google-Suche zunächst um bis zu 20 Prozent zurück, haben sich inzwischen aber auf durchschnittlich sieben Prozent Verlust eingependelt. "Viele führen die Trafficverluste auf ChatGPT zurück. Tatsächlich stammen sie vor allem von Googles eigener KI-Integration", erklärt Agenturgründer Julian Dziki .

ChatGPT-Traffic wächst, bleibt aber unbedeutend

Parallel dazu verzeichneten die untersuchten Websites ein Wachstum beim Traffic über KI-Tools wie ChatGPT - allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Der Anteil stieg um das 7,4-Fache, von 0,08 auf 0,66 Prozent.

"Noch hat der Traffic über ChatGPT keine Relevanz", resümiert Dziki. "Viele Unternehmen sind verunsichert, weil sie die eigene Nutzung von ChatGPT auf die Gesamtbevölkerung übertragen. Doch dort ist das Tool noch nicht flächendeckend angekommen."

Vergleich: Google bleibt dominanter Kanal

Zum Vergleich: Von den weltweit rund 14 Milliarden täglichen Google-Suchanfragen sind laut SparkToro   etwa 14,5 Prozent kommerziell. Bei ChatGPT entfällt nur ein Bruchteil der Anfragen auf Produktsuchen. Damit liegt Google bei der Generierung von potenziellem Geschäftstraffic weiterhin rund 183-mal vor ChatGPT.

Dziki sieht derzeit keine Anzeichen für eine Verdrängung von Google: "Die Verbreitung von ChatGPT verlangsamt sich, während Google ähnliche Funktionen direkt in seine Suche integriert. Langfristig wird eher Google ChatGPT gefährlich als umgekehrt."

Blick nach vorn: Googles "AI Mode" als nächste Stufe

Mit dem in den USA bereits verfügbaren "AI Mode" erlaubt Google künftig auch Suchanfragen in Chat-Form - kombiniert mit klassischen Suchergebnissen. Damit verschiebt sich die Nutzung weiter in Richtung interaktiver, KI-gestützter Sucherlebnisse.

Für SEO-Strategien sieht Dziki darin keine fundamentale Zäsur: "Wer im AI Mode sichtbar sein will, muss im Prinzip die gleichen SEO-Kriterien beachten wie bisher - mit einigen Anpassungen, auf die gute SEOs vorbereitet sind."

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    Yann Karl
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    Die Produktsuche verlagert sich von Google zu KI-Antworten: ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google AI Overviews entscheiden zunehmend, welche Marken Kundinnen und Kunden überhaupt noch zu sehen bekommen. Für Onlinehändler heißt das: Wer in diesen KI-Antworten nicht auftaucht, verliert Sichtbarkeit und Marge, ganz gleich, wie gut der Shop technisch läuft. In diesem Vortrag zeigt Yann Karl, CTO der E-Commerce-Agentur Strix, wie sich Onlinehändler für die neue, KI-gestützte Discovery aufstellen. Entlang von drei Hebeln, GEO (Generative Engine Optimization), KI-gestütztem SEA und Experience Commerce, wird konkret, worauf es jetzt ankommt: mit praxisnahen Learnings und einem einfachen KI-Readiness-Check zum Mitnehmen.

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