22.04.2026 - Ein Großteil der weltweit meistbesuchten Websites ist weiterhin nicht barrierefrei. Laut aktuellen Auswertungen bestehen bei rund 95,9 Prozent der Top-Websites noch immer erhebliche Mängel in diesem Bereich. Der Anbieter Accessiway will dieses Problem nun mit einer neuen Plattform adressieren.
von Susan Rönisch
Statt klassischer Audit-Zyklen mit einzelnen Prüfberichten setzt das System von Accessiway
auf ein dauerhaftes Monitoring in Echtzeit. Kern der Lösung ist ein zentrales Dashboard, das den aktuellen Stand der Barrierefreiheit über verschiedene digitale Touchpoints hinweg abbildet - darunter Websites und Apps. Unternehmen sollen damit jederzeit nachvollziehen können, wo konkrete Barrieren bestehen, welche Teams betroffen sind und wie diese behoben werden können.
Ein weiterer Baustein ist die direkte Integration in bestehende Entwicklungsprozesse. Über Schnittstellen zu Tools wie Jira werden erkannte Barrieren automatisch in die jeweiligen Workflows überführt. Dadurch sollen manuelle Zwischenschritte wie Exporte oder separate Abstimmungen entfallen und Barrierefreiheit stärker in reguläre Entwicklungs- und Produktprozesse eingebettet werden - ähnlich wie bei Themen wie IT-Sicherheit oder Performance.
Ergänzend dazu setzt Accessiway weiterhin auf eine Kombination aus automatisierten Prüfmechanismen und manuellen Audits durch Fachkräfte. Während reine Scanning-Tools oft nur Momentaufnahmen liefern, soll dieser Ansatz auch reale Nutzungsszenarien berücksichtigen und so eine breitere Datengrundlage schaffen.
Hintergrund des Ansatzes ist unter anderem die zunehmende Geschwindigkeit in der Webentwicklung. Durch häufige Updates und KI-gestützte Entwicklungsprozesse verändern sich digitale Angebote deutlich schneller als klassische Audit-Modelle es abbilden können. Genau hier sieht Accessiway eine strukturelle Lücke zwischen Entwicklungstempo und Compliance-Anforderungen.
Mit der neuen Plattform verfolgt das Unternehmen das Ziel, Barrierefreiheit stärker in den laufenden Betrieb digitaler Produkte zu integrieren, statt sie nachträglich in Form einzelner Prüfzyklen zu behandeln. Unternehmen sollen dadurch in die Lage versetzt werden, Barrierefreiheit dauerhaft zu überwachen und Prozesse entsprechend anzupassen.
Amit Borsok, CEO und Mitbegründer von Accessiway: "Wir haben diese Plattform entwickelt, weil sich das Problem verändert hat. Der Audit-Zyklus war für eine Welt konzipiert, in der sich digitale Produkte nur langsam veränderten. Diese Welt existiert nicht mehr. Entwicklungsteams können Updates heute innerhalb von Stunden veröffentlichen; Barrierefreiheitsprozesse laufen jedoch weiterhin nach einem Jahreskalender. In der Zwischenzeit häufen sich Risiken an und Barrieren entstehen. Die neue Accessiway-Plattform soll genau diese Lücke schließen."
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