04.09.2023 - Jobsuchende wünschen sich in Stellenanzeigen weniger Worthülsen und mehr Informationen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung von knapp 3.000 Erwerbstätigen des Jobportals Meinestadt.de.
von Dominik Grollmann
Demnach ärgern sich etwa die Hälfte der Befragten über Floskeln in Stellenanzeigen wie "großer Gestaltungsspielraum", "flache Hierarchien", "Eigenengagement" und den "Obstkorb". Die Personalmarktforschung Index Research
hat analysiert, wie oft diese Floskeln in den zwölf Monaten in Jobinseraten vorkamen. Es wurden zwölf Millionen Stellenanzeigen von 660.000 Unternehmen in Deutschland unter die Lupe genommen.
So fanden sich Hinweise auf einen mehr oder minder großen "Gestaltungsspielraum" in knapp 240.000 Stellenanzeigen von fast 28.900 Unternehmen. Nun können Räume natürlich unterschiedlich groß sein, die festen oder gläsernen Wände und Decken werden Bewerber daher wohl erst im Job konkret erfahren. Klingt aber trotzdem ganz gut.
Demgegenüber wiesen deutlich weniger Unternehmen auf die "Extrameile" hin, die angeblich zu gehen ist. Ob damit gezielt ausgesprochene Wanderfreunde angesprochen werden sollen - immerhin hat der Deutsche Alpenverein über 1,4 Millionen Mitglieder - ließ sich nicht ermitteln. Mit diesem Hinweis auf eine etwas längere Wegstrecke im Job werben 1.140 Unternehmen in fast 11.600 Stellenanzeigen. Und ob sich die knapp 600 Firmen, die in über 1.300 Stellenausschreibungen das "Eigenengagement" fordern, im gleichen Teich fischen wollen - zumindest wird dieses im Hochgebirge vorausgesetzt - können wir ebenfalls nur erahnen.
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