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Agenturen büßen in der Pandemie weniger Umsatz ein als erwartet

08.04.2021 - Es hätte schlimmer kommen können: Die GWA-Agenturen verzeichneten im Pandemie-Jahr 2020 einen Umsatzrückgang von 1,3 Prozent. Die Renditen stiegen sogar. Wachstumstreiber: Die Online-Kommunikation.

von Frauke Schobelt

Mit dem GWA Frühjahrsmonitor erhebt der Branchenverband Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA)   jährlich die Geschäftsentwicklung und -aussichten seiner Mitgliedsagenturen. Das Pandemiejahr 2020 hat auch sie hart getroffen, aber offenbar weniger heftig als zuvor befürchtet.

Während knapp 60 Prozent der Agenturen 2020 Umsatzrückgänge verbuchten, melden fast 40 Prozent der Befragten sogar Zuwächse. Die Renditen stiegen erstmals seit vier Jahren wieder leicht an. Dies macht sich auch bei der Personalstruktur bemerkbar: 43 Prozent der befragten Agenturen haben weniger Festangestellte, knapp ein Drittel dagegen mehr als im Vorjahr.

Wachstumstreiber Nummer eins war im vergangenen Jahr die Online-Kommunikation. Für knapp zwei Drittel der Agenturen - rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr - gehört sie zu den stärksten Wachstumsbereichen. Unter den Auftraggebern hat neben der Finanz- und Pharma-/Healthcare-Branche vor allem der staatliche Sektor deutlich an Bedeutung gewonnen. Die größten Wachstumshemmnisse sehen die Befragten in der schwächelnden Konjunktur und im Fachkräftemangel.

Um die Auswirkungen der Corona-Krise zu bewältigen, setzen zur Zeit rund ein Drittel der Agenturen Kostensenkungsprogramme und Kurzarbeit um. Knapp 30 Prozent investiert aktuell in die Verbesserung ihrer Angebote. Ein Viertel der Befragten hat aktuell keine spezifischen Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie getroffen.

Homeoffice oder Remote Work praktizieren drei Viertel bis 86 Prozent der Agenturen. Die meisten sehen dadurch keine Probleme bei den Arbeitsprozessen, auch nicht in der Kreation.

"Die Agenturbranche ist nicht im Krisenmodus. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Monitors wie auch die Diskussionen bei uns im Verband", sagt GWA-Präsident Benjamin Minack über die Ergebnisse. Die Agenturen würden sich stattdessen mehr mit zukunftsgerichteten Fragen beschäftigten, beispielsweise der Agentur-Performance, relevanten Kooperationspartnern, Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten.

Gefragt wurde in der Erhebung auch nach dem Status Quo von Vielfalt in der Branche. Die große Mehrheit der Agenturen erkennt positive Effekte von diversen Teams auf die Qualität des kreativen Produkts. Drei Viertel der Agenturen sieht sich bereits divers aufgestellt. Während gut 20 Prozent Prozesse zur Förderung von diversen Teams implementiert haben, planen nur sehr wenige der befragten Agenturen eine Quote.

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