Social Media Marketing

Mehr Effizienz, weniger Kosten: Vier Tipps fürs Social-Media-Marketing

06.04.2023 - Der Druck auf Social Media als Reichweiten- und Branding-Kanal ist 2023 gestiegen. Gleichzeitig werden die Marketingbudgets nicht üppiger. Vier Handlungsempfehlungen für Social-Media-Fachleute, um effizienter zu arbeiten.

von Justin Pohl

Mit Social Media Marketing arbeiten Unternehmen an ihrer Reichweite, dem Branding und bauen eine Community auf. Aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage hat Social Media an Bedeutung gewonnen - das sagt knapp jeder zweite Marketingverantwortliche im DACH-Raum (Meltwater-Studie, State of Social Media 2023   ). Gleichzeitig wachsen die Budgets nicht mit der Signifikanz von Social Media mit. Fragt man deutsche Social-Media-Verantwortliche nach ihrer größten Herausforderung, so lautet diese, Content zu produzieren, mit dem die Followerschaft interagiert (HubSpot-Blog-Studie, Social-Media-Trends-Report 2023   ). Effizientes Arbeiten steht also auf der Tagesordnung, um Budgets und Ressourcen zu schonen. Vier Handlungsempfehlungen für effizienteres Social-Media-Marketing:

1. Relatable Videos statt Hochglanz-Content

Der Siegeszug von Short-form Video-Content ist ungebrochen. Knapp zwei von drei deutschen Social-Media-Verantwortlichen nutzen Kurzvideos (HubSpot-Blog-Studie, Social-Media-Trends-Report 2023). Diese gehören zu den wirksamsten Content-Formaten auf Social Media. Drei der beliebtesten Orte zum Teilen von Kurzvideos sind TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts. In diesem Jahr sollten sich Social-Media-Verantwortliche einen Trend bei diesem Content-Format zunutze machen. Die Rede ist von Low-Budget-Videos, die auf einen lässigen Stil und Ton setzen. Dafür brauchen Unternehmen kein Produktionsstudio, sondern nur ein paar einfache Zutaten: ein Smartphone, eine sympathische Person vor der Kamera, die zur Zielgruppe des Social-Kanals passt, einen Schuss Humor und einen überzeugenden Call-to-Action (Beispiele für Relatable Reels: OMR   , HubSpot   ).

Knapp zwei Drittel der deutschen Social-Media-Verantwortlichen finden es wichtig, dass ihr Content authentisch und nahbar (engl. "relatable") ist. Nur ein Drittel gibt an, dass es wichtiger sei, Hochglanz-Inhalte zu produzieren. Allerdings setzen Unternehmen in Deutschland noch nicht häufig auf "Relatable Content". Am meisten genutzt werden Inhalte, die die Markenwerte repräsentieren (53 Prozent), einen Einblick hinter die Kulissen des Unternehmens geben (51 Prozent) und aktuelle Trends oder News aufgreifen (45 Prozent).

Die Content-Arten mit dem größten ROI sind übrigens Behind-the-Scenes-Inhalte sowie lustige Inhalte. Meine Prognose: Relatable Content wird sich als ebenso ROI-stark erweisen. Diese Inhalte zeigen dem Zielpublikum, dass es mit seinen Herausforderungen, Problemen oder Erfolgen nicht allein ist. Sich als Unternehmen nahbar zu zeigen, ist ein Teil des Community-Aufbaus. Identifizieren sich Menschen mit diesen Beiträgen, sind sie eher geneigt, dem Account zu folgen und sich in Zukunft näher mit dem Unternehmen zu beschäftigen.

2. Content Repurposing, aber richtig

Unter Content Repurposing versteht man die Aufbereitung von bestehenden Inhalten in neuen Formaten, die dann auf verschiedenen Marketingkanälen präsentiert werden. Diese Strategie ist für effizientes Marketing unabdingbar. Social Media spielt beim Content Repurposing eine wichtige Rolle.

Social-Media-Verantwortliche bedienen im Durchschnitt vier Social-Media-Plattformen (HubSpot-Blog-Studie, Social-Media-Trends-Report 2023, globales Ergebnis). Trotz Arbeitsdruck und Ressourcenknappheit sollten Experten Inhalte jedoch nicht eins zu eins auf verschiedenen Kanälen veröffentlichen. Doch genau das tun 16 Prozent der deutschen Social-Media-Verantwortlichen. Etwa zwei Drittel (65 Prozent) teilen ähnlichen Content über verschiedene Kanäle, das heißt, sie passen ihn leicht an die Gepflogenheiten der Plattformen an. Jeder fünfte entwickelt brandneuen Content für jede genutzte Social-Media-Plattform. Diese Zahlen sind interessanterweise nicht von der Unternehmensgröße abhängig.

Fakt ist: Die Content-Erstellung und -Anpassung muss machbar bleiben, allerdings tun Social-Media-Verantwortliche gut daran, besonders aufmerksam zu sein, wenn sie Content wiederverwerten. Jede soziale Plattform hat ihre eigenen Nuancen, Trends und inhaltlichen Stile. Ton, Ästhetik und Demografie gilt es hier definitiv zu beachten.

Wichtiger Ausgangspunkt für smartes Content Repurposing ist ein Content Audit, bei dem das Marketingteam analysiert, welcher Long-form Content für eine Weiterverwertung und Zerlegung in Micro-Content zur Verfügung steht. So werden beispielsweise aus Whitepapern, Webinaren, Blog-Artikeln oder Podcast-Episoden Bilder, Video-Snippets oder Kurzbeiträge für Social Media.

3. SEO für soziale Netzwerke


Soziale Netzwerke werden immer häufiger als Suchmaschine verwendet. Für 31 Prozent der deutschen Internetnutzenden sind soziale Netzwerke der erste Anlaufpunkt, um nach Informationen zu einer Marke zu suchen (GWI, Q2/2022 in "Digital 2023" von We Are Social & Meltwater   ). Schaut man auf die 16- bis 34-Jährigen weltweit, suchen diese nach Informationen zu einer Marke eher auf Social Media (48 Prozent) als in Suchmaschinen (45 Prozent). Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie ersparen sich den Medienwechsel und kommen schneller und auf unterhaltsame Weise an die gesuchte Information.

Allerdings investieren nur 23 Prozent der deutschen Social-Media-Verantwortlichen in die Optimierung ihrer Social-Media-Accounts für Social Search (HubSpot-Blog-Studie, Social-Media-Trends-Report 2023). Zu den effektivsten Strategien gehören, relevante Keywords in den Profilen der Accounts zu erwähnen sowie dafür zu sorgen, dass der Nutzername des Unternehmens einfach zu merken und über verschiedene Kanäle konsistent ist.

Nicht zu empfehlen sind hingegen allgemeine Hashtags in der Profil-Information. Das Profil wird weder unter diesem Hashtag aufgeführt noch benötigen die Plattformen einen Hashtag, um ein Keyword zu verstehen. Zudem könnte ein Hashtag in der Profil-Info dazu führen, dass die Nutzenden von der Unternehmensseite weggeleitet werden. Branded Hashtags können jedoch unter Umständen sinnvoll sein. Für Unternehmen, die lokal verkaufen, ist außerdem die Nennung des Standorts und der Adresse in der Bio wichtig, ebenso wie in Social-Media-Posts.

Laut den deutschen befragten Social-Media-Fachleuten verfügen die Apps von Facebook (23 Prozent), Instagram (23 Prozent), YouTube (20 Prozent) sowie TikTok (12 Prozent) über die besten Suchfunktionen.

Darüber hinaus können Social-Media-Verantwortliche Social Search auch auf andere Weise zu ihren Gunsten beeinflussen. Sie können herausfinden, welcher Content gerade ein hohes Suchvolumen auf der jeweiligen Plattform hat (beispielsweise über die Beliebtheit von Hashtags), und dann geeignete Inhalte produzieren. Auch der hochgeladene Content sollte für Social Search optimiert gestaltet werden. Je nach Plattform sind passende Keywords in der Caption des Posts, in der Audiospur und im Text innerhalb eines Bilds die wichtigsten Faktoren.

4. Generative-AI-Tools testen

Im Marketing hält die Verwendung von Generative-AI-Tools zur Erstellung und zum Management von Inhalten Einzug. Nutzende haben die Wahl zwischen Browser-Plug-ins, Apps sowie Lösungen, die in Design-, Marketing-, Projektmanagement- oder CRM-Software integriert sind.

Mithilfe von Generative-AI-Tools können Social-Media-Teams nicht nur Ideen für Social-Media-Kampagnen erhalten, sondern beispielsweise auch aus bestehendem Long-form Content wie Blogartikeln Social-Media-Postings für unterschiedliche Kanäle schreiben lassen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Oftmals lassen sich auch verschiedene Tonalitäten wie professionell, locker, überzeugend etc. auswählen.

Social-Media-Verantwortliche sollten Generative-AI-Tools als Quelle für Inspiration, Recherche und schnellere Content-Kreation austesten. Die Lösungen stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung. Deshalb gilt es auszutesten, wie Eingaben (engl. prompts) gestellt werden müssen, damit ein zufriedenstellendes Ergebnis herauskommt.

Unreflektiert sollte man mit den Ergebnissen bei Text und Bild auf keinen Fall umgehen. Fakten sollten geprüft und möglicher Bias entfernt werden. Zudem sind Copyright-Fragen bei erzeugten Bildern zu beachten. Auch wenn Generative-AI-Tools bei der Produktivität helfen, sollten sich Fachleute Zeit für die Qualitätskontrolle nehmen und die strategische Planung nicht außer Acht lassen.

Fazit: Nahbare Kurzvideos, eine durchdeklinierte Content-Repurposing-Strategie und das Ausprobieren neuer Generative-AI-Tools: Damit sparen Social-Media-Spezialistinnen und -Spezialisten 2023 Ressourcen und Budget ein. Für effizientes und wirkungsvolles Social-Media-Marketing.

Über den Autor: Justin Pohl leitet als Marketing Manager beim CRM-Plattform-Anbieter HubSpot   die deutschsprachigen Social-Media-Kanäle und ist dabei verantwortlich für Strategie- und Content-Entwicklung.

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