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Digitalisierung verliert im Mittelstand an Schwung

06.09.2021 - Der Mittelstand schöpft das aus der Corona-Pandemie entspringende Potential für Digitalisierung nicht aus. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage hervor. Demnach sehen sich 51 Prozent der mittelständischen Unternehmen als Nachzügler, wenn es um die Digitalisierung der Geschäftsprozesse geht.

von Valérie Félicité II Wagner-Amougou

Die COVID19-Pandemie hat als Katalysator der Digitalisierung in deutschen Unternehmen gewirkt. Der Mittelstand hinkt der Entwicklung jedoch weiter hinterher. Dies geht aus einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom   unter 502 Unternehmen hervor. So sieht sich die Hälfte (51 Prozent) der Mittelständler zwischen 100 und 499 Beschäftigten als Nachzügler, wenn es um die Digitalisierung der Geschäfts- und Verwaltungsprozesse geht. Ebenso viele (51 Prozent) sind es bei kleinen Unternehmen zwischen 20 und 99 Beschäftigten. Bei großen Unternehmen ab 500 Beschäftigten schätzt sich hingegen nur ein Drittel (32 Prozent) als Nachzügler ein.


Hauptverantwortlich für die Rückständigkeit und Stagnierung oder gar Rückläufigkeit bei der Digitalisierung von Geschäftsprozessen im Mittelstand sind laut der Umfrage neben der geringen Investitionsbereitschaft auch der Mangel an Ressourcen, Standards und Datensicherheit.

So gaben nur 39 Prozent der Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten an, 2020 in die Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Verwaltungsprozesse investiert zu haben. Ebenso viele (39 Prozent) investieren im laufenden Jahr. Die Investitionsbereitschaft in die Digitalisierungskompetenzen der Belegschaft ist sogar auf ein Vor-Corona-Niveau gesunken: Wie bereits 2018 geben 60 Prozent an, gezielt in die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeitenden für die digitale Arbeitswelt zu investieren. 2020, in der Anfangsphase der Pandemie, taten dies noch knapp drei Viertel (72 Prozent). Parallel nahm auch das Qualifikationslevel in den Unternehmen ab: Im Jahr 2020 gaben noch drei Viertel (75 Prozent) der mittelständischen Unternehmen an, über die erforderlichen Mitarbeitenden zu verfügen, um die Digitalisierung voranzutreiben. Jetzt sagen das nur noch 6 von 10 (60 Prozent) - und damit sogar etwas weniger als 2018, als es 62 Prozent waren.

Das digitale Büro zeichnet sich unter anderem auch durch papierarme Prozesse aus. Hier haben die mittelständischen Unternehmen im Jahr 2020 große Fortschritte gemacht: Waren 2018 die Geschäftsprozesse erst von 29 Prozent der Unternehmen überwiegend papierlos, stieg der Wert auf 40 Prozent. Nun verzeichnen die Unternehmen jedoch einen kleinen Rückgang auf 36 Prozent. Im Einsatz digitaler Lösungen zeigen sich ähnliche Tendenzen: Zwar nutzen mit 95 Prozent fast alle mittelständischen Unternehmen digitale Lösungen wie CRM, ECM oder ERP. Allerdings waren es im Vorjahr schon 98 Prozent und 2018 96 Prozent.

Die größten Hürden bei der Digitalisierung des Büros sieht der Mittelstand im hohen Investitionsbedarf sowie im Zeitmangel für Digitalisierungsprojekte (jeweils 70 Prozent). 67 Prozent fehlen ausreichend Standards. Auch die Anforderungen an die IT-Sicherheit (60 Prozent) sowie die Angst vor Datenverlust (59 Prozent) spielen bei mittelständischen Unternehmen eine große Rolle.

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