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Pandemie-Effekt: Deutsche überspringen die digitale Kluft

15.03.2021 - Die Corona-Pandemie hat bei der privaten Nutzung von digitalen Produkten und Dienstleistungen enorme Marktzuwächse ausgelöst. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wie viele Konsumenten innerhalb des ersten Pandemie-Jahres im privaten Bereich als Erstnutzer welche digitalen Produkte und Angebote abgerufen und genutzt haben.

von Christina Rose

So haben in Deutschland in den zurückliegenden zwölf Monaten knapp 7,5 Millionen Erwachsene als Erstnutzer Waren im Internet bestellt. 5,6 Millionen über 18-Jährige haben erstmals Bankgeschäfte online erledigt. Ein weiterer großer Gewinner bei der Digitalisierung des Privaten ist der Gruppen-Videochat. Außerhalb von Schule und Arbeit haben 12,4 Millionen Erwachsene Gruppen-Videochats genutzt, um sich mit der Familie und Freunden zu verbinden.

Auch in anderen privaten Bereichen gibt es innerhalb eines Jahres signifikante Zuwächse bei den Erstnutzern: So haben 5,6 Millionen über 18-Jährige erstmals Essen über das Internet bestellt. Bei den TV-Streamingdiensten und TV-Mediatheken schalteten sich 4,9 Millionen Menschen neu ein. Virtuelle Fortbildungskurse und Fitnessangebote sowie kulturelle Veranstaltungen stehen ebenfalls vergleichsweise hoch im Kurs: 3 Millionen Erwachsene haben erstmals an Online-Learning-Kursen teilgenommen, bei Online-Fitnesskursen haben 2,8 Millionen Erstnutzer mitgemacht. Live-Events wie etwa Konzerte (2,5 Millionen) und virtuelle Museumsbesuche (1,5 Millionen) erhielten ebenfalls einen deutlichen Zulauf.

Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage der Digitalagentur Syzygy Group   , an der in Deutschland 1.501 über 18-Jährige teilgenommen haben. Ausgangspunkt der Umfrage war der Ausbruch der Covid-19-Pandemie in Deutschland vor einem Jahr. Die digitale Beschleunigung auch im privaten Umfeld spürt mittlerweile fast jeder. Umfrageziel war es, dies mit validen Zahlen zu quantifizieren.

 (Grafik: Syzygy Group)

Die Umfrageergebnisse machen deutlich: Millionen von Deutschen haben die digitale Kluft übersprungen, die Wachstumsdynamik und damit der Marktzuwachs ist erheblich. "Die Pandemie hat eine beispiellose Beschleunigung der Akzeptanz digitaler Produkte und Dienstleistungen bei den Verbrauchern ausgelöst. Das Leben eines jeden Einzelnen hat sich in den zurückliegenden zwölf Monaten auch im Privaten schneller digitalisiert als in den vergangenen zehn Jahren zusammen", stellt Franziska von Lewinski , CEO der Syzygy Group, fest.

Das zeigt sich auch in der nach oben geschnellten täglichen Bildschirmzeit. Laut Umfrage haben die zusätzlichen digitalen Aktivitäten dafür gesorgt, dass bei 26 Prozent der Befragten, das sind hochgerechnet 18 Millionen Erwachsene, die private Nutzung der Bildschirme (Computer, Laptop, Tablet, Smartphone) um 50 Prozent und mehr angestiegen ist. "Digitale Produkte und Services verweben sich untrennbar mit unserem privaten Alltag. Diese Entwicklung ist unumkehrbar. Für Unternehmen und Marken aller Branchen, für Behörden und Institutionen birgt dies große Chancen und erhöht zugleich den Druck", sagt Franziska von Lewinski.

Mit den vielen Millionen neuen, zusätzlichen Nutzern steigen deren Erwartungen an digitale Erlebnisse und Services erheblich. Nachholbedarf hat hier ganz offenkundig der deutsche Gesundheitssektor. Laut Umfrage haben lediglich 1,4 Millionen Erwachsene im ersten Pandemie-Jahr erstmals Telemedizin-Angebote abgerufen. Eine große Diskrepanz etwa zu Großbritannien, wo es im selben Zeitraum 7,3 Millionen Telehealth-Erstnutzer gibt. Dort und in den USA hatte Syzygy zeitgleich die selbe Umfrage durchgeführt.

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