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Krisenmanager: Vor diesen 5 Punkten haben KMUs die größte Angst

18.03.2020 - Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise treffen vor allem KMUs sehr hart. Viele wissen nicht mehr weiter und wenden sich an Krisenberater. Was ihre größten Ängste sind und woran sie Kritik üben:

von Frauke Schobelt

Krisenmanager David Rölleke   ist derzeit besonders gefragt - auch als Psychologe: Viele Unternehmen, vom verängstigten Friseur-Betrieb bis zur bundesweiten Fitness-Kette, rufen derzeit an und fragen um Rat, wie sie mit der Corona-Krise umgehen sollen. Vor allem Chefs und Chefinnen von KMUs wissen nicht mehr weiter. Die Unternehmen fühlen sich von der Bundesregierung sowie den Berufsverbänden nicht ausreichend informiert. Das sind laut Rölleke ihre größten Ängste:

1. Der Druck der eigenen Mitarbeiter

Während die Bundesregierung derzeit stark damit beschäftigt ist zu kommunizieren, was nicht mehr erlaubt ist, fehlen hier die konkreten Ansätze, wie es mit den Unternehmen weiter geht, denn nahezu alle haben derzeit Existenzängste und das hindert die Kreativität ungemein. Der Druck, den die eigenen Mitarbeiter aktuell auf die Unternehmen aufbauen, ist auch sehr unangenehm, in manchen Fällen wurde sogar verlangt, dass der Geschäftsführer die Bilanzen sowie den Geschäftskontostand offen kommuniziert. Da es gerade in kleinen Unternehmen oft eine sehr enge Beziehung zwischen den Chefs und den Angestellten gibt, fehlt hier oft die Distanz.

2. Forderungen und Corona

Forderungen und Corona ist auch ein Thema, welches die Betriebe stark beschäftigt. Denn auch die Unternehmen haben derzeit viele unbezahlte Rechnungen und da derzeit auf Vollstreckungsmaßnahmen verzichtet werden soll, hat man Angst, nicht mehr an sein Geld zu kommen. Ein Bauunternehmen hat auf eine Mahnung in Höhe von 13.500 Euro eine E-Mail mit dem folgenden Inhalt erhalten: "Lieber Geschäftspartner, aufgrund der aktuellen Ereignisse haben wir unseren Betrieb vorerst bis zum 19.04.2020 geschlossen, wir bitten Sie um Verständnis."

3. Wie kommuniziert man Kurzarbeit oder Kündigung?

Zum 1. April 2020 soll es neue, arbeitgeberfreundliche Gesetze zum Thema Kurzarbeit geben. Fast alle Unternehmen befassen sich aktuell mit dem Thema, die meisten haben jedoch Angst es umzusetzen und dem Arbeitnehmer zu eröffnen. Die Frage Kündigung oder Kurzarbeit steht im Raum.

4. Die Rettung durch den Corona-Kredit / Finanzamt

Tausende Firmen rufen derzeit in lauter Panik etwa bei NRW.Bank an und möchten schnellstmöglich einen Kredit. Da das Programm gerade erst festgelegt wurde, fehlen aber natürlich noch die konkreten Ansätze, es umzusetzen. Doch was hier unterschätzt wird, ist die Tatsache, dass manche Unternehmen bereits in wenigen Wochen ihre Reserven verbraucht haben. Gerade bei Unternehmer-Ehepaaren oder Familien-Unternehmen ist der Druck groß, da hier alle Geschäftsführergehälter in Gefahr sind. Viele regen sich auch auf, dass innerhalb von 3 Stunden festgelegt werden kann, dass es zu Grenzschließungen kommt, die Abläufe der Kredite dagegen nicht schnell koordiniert werden. Die Unternehmen haben auch oft Angst, dass es zu langen Wartezeiten bei den Bankterminen kommt und der Corona-Kredit-Topf begrenzt ist. Zeitgleich haben fast alle Unternehmen Kontakt zum Steuerberater gesucht, welcher das zuständige Finanzamt über die aktuelle Situation in Form eines Härteantrags informieren soll.

5. Wie geht es weiter?

Ob es um die Kunden geht, welche aktuell abspringen oder auch um die Produkte, die im Sommer, Herbst und im Winter geplant waren, alles ist ungewiss. Viele Unternehmer überlegen auch die Mietverträge des Unternehmens zu kündigen, um die Fixkosten zu sparen. Laut der Aussage vieler Unternehmen wollen viele betrieblich aufgeben, sobald die Ausnahmesituation bis in den Mai verlängert wird. Andere wollen dann die gesamten Mitarbeiter kündigen und sich krank melden, damit man vorerst vom Krankengeld leben kann.

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