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Drei Viertel der Bevölkerung fordern Informatik als Schul-Pflichtfach

31.08.2021 - Unterricht sollte an allen weiterführenden Schulen ab Klasse 5 eingeführt werden und 80 Prozent der Bevölkerung fordert Recht auf digitale Bildung.

von Dominik Grollmann

Programmieren lernen, Technologien verstehen, Apps entwickeln: Geht es nach der weit überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung, sollen diese Kompetenzen künftig von den Schulen für alle Schülerinnen und Schüler vermittelt werden. Fast drei Viertel der Menschen in Deutschland (71 Prozent) fordern von der nächsten Bundesregierung, Informatik als Pflichtfach an allen weiterführenden Schulen ab Klasse 5 einzuführen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom   , für die mehr als 1.000 Personen in Deutschland ab 18 Jahren befragt wurden.

"Wenn Deutschland ein digitaler Spitzen-Standort werden will, brauchen die Beschäftigten von morgen dafür die notwendigen Fähigkeiten - und Informatik bildet dafür die Basis", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg . Aktuell seien in Deutschland über 86.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt - Tendenz steigend. "Wer bereits in der Schule programmieren lernt, hat später beste Berufsaussichten. Es ist Aufgabe der Politik, unseren Kindern solche Chancen durch zukunftsgerichtete Lehrpläne zu eröffnen. Bislang orientieren sich die Curricula zu sehr an den Bedarfen von gestern und Nöten von heute, sie orientieren sich viel zu wenig an den Erfordernissen von morgen und übermorgen."

67 Prozent der Befragten sind der Meinung, der Bund sollte mehr Kompetenzen im Bildungswesen erhalten, um die Digitalisierung der Schulen voranzutreiben. Bisher liegt diese Aufgabe fast ausschließlich im Verantwortungsbereich der 16 Bundesländer und der Schulträger. Vielerorts geht die Digitalisierung der Schulen bislang nur schleppend voran. Zudem wünschen sich 80 Prozent der Menschen in Deutschland ein gesetzlich garantiertes Recht auf digitale Bildung - also einen Rechtsanspruch auf digitalen Unterricht für alle Schul- und Weiterbildungsformen. Dieser sollte nicht nur in einer Ausnahmesituation wie der Corona-Pandemie gelten, so Berg, sondern auch, wenn Lernende zum Beispiel aufgrund von Erkrankungen oder persönlichen Einschränkungen eine Bildungseinrichtung nicht aufsuchen können.

Wie die im Bundestag vertretenen Parteien zur digitalen Bildung und weiteren digitalpolitischen Kernthemen stehen, zeigt der "Bitkomat". Das Online-Angebot hilft, ähnlich wie der bekannte "Wahl-O-Mat", allen Bürgerinnen und Bürgern durch die Bewertung von 29 Thesen, die eigenen politischen Präferenzen mit den Positionen der im Bundestag vertretenen Parteien zu vergleichen. Der Bitkomat ist jetzt online unter www.bitkomat.de   .

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