Search Engine Land
hat den Referral-Traffic aus KI-Suchsystemen und den organischen Suchtraffic von zehn Websites mit zusammen 150.000 indexierten Seiten untersucht. Das Ergebnis: KI-Suche bevorzugt andere Content-Muster als klassische Suchmaschinenoptimierung, berichtet das Online-Portal.
Die untersuchten Daten stammen aus Google Analytics 4
und decken einen Monat im März 2026 ab. Erfasst wurden unter anderem Besuche aus ChatGPT
, Claude
, Perplexity
, Microsoft Copilot
und weiteren KI-Plattformen. Organische Sitzungen kamen vor allem aus der klassischen Google
-Suche.
Einzigartige Daten schlagen generische Ratgeber
Besonders stark schnitten Inhalte ab, die eigene Daten, Analysen oder messbare Erkenntnisse bieten. Trend- und Analysebeiträge erzielten laut Untersuchung in 78 Prozent der Fälle LLM-Zitationen, datenbasierte Jahresrückblicke in 61 Prozent. Klassische How-to- und Ratgeberinhalte kamen dagegen nur auf zwölf Prozent. Generische Top-of-Funnel-Artikel sind für die Sichtbarkeit in KI-Antwortsystemen also offenbar weniger wertvoll. Relevanter werden proprietäre Studien, Benchmark-Daten, Auswertungen und Inhalte, die eine konkrete Frage früh und präzise beantworten.
Auch der Zusammenhang zwischen SEO-Erfolg und KI-Traffic ist begrenzt. Die zehn stärksten organischen Seiten der Untersuchung sammelten 55 Prozent der organischen Sitzungen, aber nur 29 Prozent der LLM-Sitzungen. Unter den 100 stärksten organischen Seiten hatten 49 gar keinen LLM-Traffic.
Produktseiten und Tools gewinnen an Bedeutung
Nach relativer Leistung schnitten Service- und Produktseiten besonders stark ab. Sie erreichten 29,4 LLM-Sitzungen je 1.000 organischen Sitzungen, während Artikel und Content-Seiten auf 23,4 kamen. FAQ- und Supportseiten lagen bei 14,0, Tool- und Demo-Seiten bei 9,8, Homepages bei 5,6. Die Analyse weist zudem auf interaktive Tools als unterschätzten GEO-Hebel hin. Rechner, Assessments, Screenings oder Konfiguratoren werden von KI-Systemen häufig direkt empfohlen, wenn Nutzer nach konkreten Bewertungen oder Entscheidungshilfen fragen.
Die Autoren folgern daraus: SEO und GEO sollten gleichberechtigt optimiert, aber getrennt gemessen werden. Seiten mit starkem organischem Traffic sind nicht automatisch die besten KI-Zitatquellen. Umgekehrt können Seiten mit wenig Google-Traffic für KI-Systeme relevant sein, wenn sie klare Antworten, eigene Daten oder nutzbare Werkzeuge liefern.