Künstliche Intelligenz

Deutsche misstrauen bezahlten KI-Empfehlungen

17.07.2026 - KI wird beim Online-Shopping breit akzeptiert, doch bei konkreten Produktempfehlungen endet das Vertrauen schnell. Mehr als die Hälfte der Deutschen fürchtet, dass bezahlte oder beeinflusste Vorschläge bevorzugt ausgespielt werden.

von Susan Rönisch

56,4 Prozent der Deutschen sorgen sich, dass KI-Systeme beim Online-Shopping bevorzugt bezahlte oder beeinflusste Produktempfehlungen anzeigen, zeigt die Studie "AI im E-Commerce" von kernpunkt   und commercetools   . Befragt wurden 1.001 Personen in Deutschland.

Grundsätzlich ist die Offenheit für KI im Kaufprozess hoch: 65,8 Prozent können sich den Einsatz bei der Produktsuche vorstellen, 65,6 Prozent bei Produktvergleichen und 60,0 Prozent bei Kaufempfehlungen. Im Ranking der zehn wichtigsten Kaufentscheidungsfaktoren landen KI-Empfehlungen dennoch auf dem letzten Platz.

Transparenz wird zum Wettbewerbsfaktor

37,7 Prozent der Befragten setzen KI-Empfehlungen auf den letzten Rang, nur 2,9 Prozent nennen sie als wichtigsten Kaufentscheidungsfaktor. Preis, Lieferzeit, Produktbewertungen, Nachhaltigkeit, Herkunft und Empfehlungen anderer NutzerInnen werden deutlich höher gewichtet.

Entscheidend für das Vertrauen sind nach Angaben der Befragten vor allem Datenschutz und Sicherheit mit 49,9 Prozent sowie eine nachweisbare Qualität der Empfehlungen mit 42,1 Prozent. 39,6 Prozent wollen eigene Kriterien und Präferenzen vorgeben können, 38,2 Prozent verlangen eine Kennzeichnung provisionsgetriebener Vorschläge.

Für Händler und Marken reicht es damit nicht aus, Produkte technisch für KI-Systeme auffindbar zu machen. Sie müssen auch erklären, warum ein Produkt empfohlen wird, welche wirtschaftlichen Interessen eine Rolle spielen und wie KundInnen die Empfehlungen beeinflussen können.

Governance wird Teil der Customer Experience

"Vertrauen entscheidet darüber, ob AI im Commerce wirksam werden kann", sagt Matthias Steinforth , Geschäftsführer von kernpunkt. Transparenz, Kennzeichnung und Kontrolle würden damit zu zentralen Voraussetzungen für erfolgreiche KI-Anwendungen im Handel.

Die Untersuchung basiert auf einer Online-Befragung vom 17. bis 27. März 2026. Ergänzend wurden zwischen dem 26. März und dem 30. April 2026 insgesamt 17 Fachleute aus dem E-Commerce befragt.

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  • Bild: Leon Eichner
    Leon Eichner
    (EHI Retail Institute)

    Wenn der Agent mitentscheidet - Warum Vertrauen zum Erfolgsfaktor im Agentic Commerce wird

    Agentic Commerce verändert, wie Kaufentscheidungen im Internet vorbereitet und getroffen werden. Neben Menschen übernehmen zunehmend KI-Agenten die Produktsuche, den Vergleich von Angeboten und Teile des Kaufprozesses.Die aktuelle EHI-Studie zu Agentic Commerce zeigt, dass 86,1 Prozent der befragten Handelsunternehmen es für wahrscheinlich halten, dass KI-Agenten künftig Kaufentscheidungen ihrer Kundschaft beeinflussen. Gleichzeitig wird der Aufbau von Vertrauen und Akzeptanz als eine zentrale Herausforderung beschrieben.Der Vortrag zeigt, was diese Entwicklung für Online-Shops bedeutet: Welche Informationen müssen aktuell, konsistent und maschinenlesbar vorliegen? Welche Rolle spielen Transparenz, verlässliche Produkt- und Serviceinformationen, Bewertungen und weitere nachvollziehbare Vertrauenssignale?Am Beispiel des EHI-Siegels wird erläutert, wie Online-Shops Seriosität, geprüfte Qualitäts- und Sicherheitsmerkmale sowie Kundenorientierung sichtbar machen können. Dabei geht es nicht nur um die menschliche Wahrnehmung: In einer zunehmend agentischen Customer Journey wird entscheidend, ob relevante Informationen über einen Shop eindeutig, verlässlich und nachvollziehbar vorliegen. So entsteht die Grundlage dafür, dass ein Angebot von KI-Agenten nicht nur gefunden, sondern auch als relevant und vertrauenswürdig eingeordnet werden kann.

    Vortrag im Rahmen der Transformation des Handels 26 am 21.10.26, 09:00 Uhr

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