Werblich beeinflusste Antworten generativer KI würden das Vertrauen von 52 Prozent der Deutschen mindern, zeigt der "KI Monitor 2026"https://www.ipsos.com/de-de/ipsos-ai-monitor-2026 des Marktforschungsinstituts Ipsos
. Nur 29 Prozent geben an, dass eine Einflussnahme durch Werbungtreibende keine Auswirkungen auf ihre Bewertung der Antworten hätte. Zugleich fordern 75 Prozent der Befragten, dass Unternehmen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Produkten und Dienstleistungen offenlegen.
Personalisierte KI-Werbung stößt auf große Skepsis
Bei der allgemeinen Erstellung von Markenwerbung durch KI ist das Meinungsbild nahezu ausgeglichen: 42 Prozent fühlen sich damit wohl, 43 Prozent unwohl. Deutlich kritischer fällt die Bewertung personalisierter Werbung aus. 51 Prozent lehnen KI-generierte, gezielte Werbebotschaften ab, nur 36 Prozent stehen ihnen positiv gegenüber. Die Zustimmung sank gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozentpunkte. Noch geringer ist die Akzeptanz politischer Werbung mit realistisch erzeugten KI-Videos. Nur 16 Prozent der Befragten befürworten einen solchen Einsatz, 74 Prozent fühlen sich damit unwohl. Die Zustimmung ging binnen eines Jahres um acht Prozentpunkte zurück.
"Wenn KI-generierte Inhalte nicht adäquat gekennzeichnet oder menschlich verifiziert werden, kann schnell Glaubwürdigkeit verspielt und Marken nachhaltig beschädigt werden", warnt Markus Eberl
, Chief Analytics Officer bei Ipsos.
Die generelle Zustimmung zu KI-gestützten Produkten und Dienstleistungen ist in Deutschland rückläufig. Nur noch 37 Prozent zeigen sich davon begeistert, nach 45 Prozent im Vorjahr. Ebenfalls 37 Prozent sehen mehr Vor- als Nachteile, 2025 waren es noch 49 Prozent. Gleichzeitig nutzen 54 Prozent der Deutschen KI-Werkzeuge, obwohl sie ihnen nicht uneingeschränkt vertrauen. Nur 15 Prozent vertrauen den Ergebnissen so stark, dass sie diese nicht überprüfen würden. 76 Prozent lehnen eine ungeprüfte Übernahme ab.
KI-Akzeptanz hängt vom Einsatzgebiet ab
Bei KI-gestützten Online-Suchergebnissen fühlen sich 61 Prozent der Befragten wohl, bei einer automatisierten Bestellannahme in Restaurants sind es 51 Prozent. In sensibleren Bereichen sinkt die Zustimmung deutlich: 32 Prozent akzeptieren KI-gestützte Krankheitsdiagnosen, 29 Prozent den Einsatz bei persönlichen Finanzen. Auch die Vorauswahl von BewerberInnen durch KI stößt mehrheitlich auf Ablehnung. 64 Prozent fühlen sich damit unwohl, nur 24 Prozent haben keine Bedenken. Für die kommenden drei bis fünf Jahre erwarten 55 Prozent, dass KI-Produkte ihren Alltag grundlegend verändern werden. Positive Auswirkungen auf die Wirtschaft prognostizieren jedoch nur 21 Prozent, auf den Arbeitsmarkt 14 Prozent. Eine Zeitersparnis bei Aufgaben erwarten 44 Prozent und damit vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Für die Studie befragte Ipsos zwischen dem 20. März und dem 3. April 2026 insgesamt 23.532 Erwachsene in 32 Ländern. In Deutschland umfasste die Stichprobe rund 1.000 Personen.