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Datenschutz bei Online-Veranstaltungen: Nutzer wollen Kontrolle

11.05.2022 - Fast 90 Prozent der Nutzer möchten vorab informiert werden, falls während eines Webinars aufgezeichnet wird und 42 Prozent wollen private Daten ausblenden.

von Dominik Grollmann

Das europäische Unternehmen ClickMeeting   - eine Plattform für Webinare, Schulungen und Fernunterricht - hat im Frühjahr 2022 untersucht, wie Nutzerinnen und Nutzer es bei Online-Veranstaltungen mit dem Datenschutz halten. Und obwohl das Thema oft nur am Rande behandelt wird, verdeutlicht die Umfrage, dass sich die Organisatoren mit der Frage der Privatsphäre der Teilnehmer befassen sollten. Denn wie die Studie zeigt, möchten beispielsweise fast 90 Prozent der Nutzer vorab darüber informiert werden, wenn eine Online-Veranstaltung aufgezeichnet wird.

 (Grafik: ClickMeeting)
Online-Veranstaltungen, darunter Webinare und Videokonferenzen, sind zum Alltag geworden und gehören zur neuen Realität. Im vergangenen Jahr wurden über die Plattform ClickMeeting mehr als 1,9 Millionen Online-Veranstaltungen mit 26,6 Millionen Teilnehmern durchgeführt. Im Vergleich zu 2019 - also vor der Pandemie - stieg die Zahl der Events um mehr als 320 Prozent. Vor diesem Hintergrund hat ClickMeeting in dem Report "Online-Datenschutz: Benutzermeinungen und bewährteste Verfahren   " untersucht, welche Aufmerksamkeit Nutzerinnen und Nutzer in Europa dem Thema Privatsphäre schenken - auch bei der Teilnahme an Online-Veranstaltungen.

Datenschutz bei Webinaren nach Ansicht der Europäer

Fast 74 Prozent der Europäer erwarten, dass die Veranstalter von Webinaren sich um ihre Privatsphäre kümmern. Darüber hinaus wünschen sich laut der Umfrage 42 Prozent, dass ihre privaten Daten während des Webinars verborgen bleiben. Wenn sie sich bei einer Veranstaltung anmelden, geben sie mit Abstand am häufigsten nur ein Pseudonym (Nickname) und ihre EMail-Adresse an, während 21 Prozent lediglich ihren Vornamen und ihre EMail-Adresse verwenden. Andererseits geben fast 15 Prozent ihre Daten je nach Art des Events in unterschiedlichen Konfigurationen an. Nur vier Prozent entscheiden sich für die Angabe ihrer vollständigen Daten - also Vorname, Nachname und E-Mail-Adresse - und fünf Prozent achten bei der Angabe ihrer Daten nicht auf diese Frage.

 (Grafik: Clickmeeting)
"Webinare sind aufgrund der damit verbundenen Möglichkeiten vor allem in den letzten zwei Jahren zu einem sehr beliebten Instrument für Schulungen und Online-Präsentationen geworden", sagt Dominika Paciorkowska , Vorstandsmitglied und Geschäftsführerin von ClickMeeting. "Aufgrund des technologischen Fortschritts erwarten die Nutzer digitaler Lösungen jedoch, dass sich die Hersteller und Anbieter um Fragen des Datenschutzes kümmern. Laut einer ClickMeeting-Studie ist dies für mehr als 70 Prozent der Europäer ein wichtiges Thema. Wir können diesen Aspekt also nicht ignorieren."

Teilnehmer möchten wissen, ob aufgezeichnet wird

Die Online-Aufzeichnung von Veranstaltungen kann sowohl für Organisatoren als auch für Teilnehmerinnen und Teilnehmer viele Vorteile mit sich bringen. Die Aufzeichnung kann direkt nach der Veranstaltung sowohl an die Teilnehmer als auch an Personen, die nicht an der Veranstaltung teilgenommen haben, verteilt werden. Zusätzlich ist seitens des Veranstalters die Nutzung und Veröffentlichung auf verschiedenen Kanälen möglich. Laut der ClickMeeting-Umfrage möchten jedoch fast 90 Prozent der Befragten vorab über eine solche Aufzeichnung informiert werden. Dies gilt vor allem dann, wenn ihr Name in der Chatbox zu sehen ist oder, im Fall von Online-Meetings mit Kameranutzung, ihr Webcam-Bild. Nur 5,5 Prozent legen explizit keinen Wert auf eine solche Vorabinformation, weiteren 4,5 Prozent ist es egal.

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