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Bergfreunde-Chef Matthias Gebhard: "Neue Ansätze jenseits des Performance-Marketings entwickeln"

09.11.2021 - Matthias Gebhard, Geschäftsführer des Outdoor-Spezialisten Bergfreunde erzählt, welche Faktoren das starke Wachstum von Bergfreunde beeinflussen, welche Nachhaltigkeitsziele das Unternehmen verfolgt und was er sich von der künftigen Bundesregierung wünscht.

von Frauke Schobelt

Aus der Shortlist mit 42 deutschsprachigen Top-Fachleuten haben die NutzerInnen von iBusiness, ONEtoONE und Versandhausberater die "E-Retailer des Jahres 2021" bestimmt. Siegerin ist Katharina Gillesberger   , Head of Digital Marketing des Münchner Mischkonzerns BayWa. Die Silbermedaille holt Cindy Kroszewski   von der Hellmut Ruck GmbH. Platz 3 ging an Matthias Gebhard, Mit-Geschäftsführer des Outdoor-Spezialisten Bergfreunde   .

2006 gegründet, zählt der Online-Outdoor-Spezialist mit Sitz in Kirchentellinsfurt inzwischen zu einer festen Größe im Markt. Seit Jahren wächst das Geschäft unter Leitung von Ronnie Höhn und Matthias Gebhard rasant. Die Weichen dafür wurden früh gestellt, mit Investitionen in die Infrastruktur, die Logistik und den Kundenservice. Von diesem Geschäftsmodell konnte das Unternehmen auch im Coronajahr 2020 massiv profitieren. Als Vorreiter gilt Bergfreunde auch im Bereich Klimaschutz.

Herr Gebhard, Sie sind Drittplatzierter in unserem Ranking "E-Retailer des Jahres" - herzlichen Glückwunsch! Was sagen Sie dazu?
Das ist eine tolle Auszeichnung, die ich weniger auf meine Person beziehe sondern stellvertretend für das gesamte Team hinter den Bergfreunden und die tolle Arbeit, die die KollegInnen in den letzten Jahren geleistet habe.

Online Pure-Player Bergfreunde verzeichnet seit Jahren hohe Wachstumsraten und kann im Corona-Jahr 2020 nochmal 40 Prozent mehr Umsatz machen als im Vorjahr. Was waren in den vergangenen ein- bis eineinhalb Jahren die Schlüsselmomente bzw. Aha-Erlebnisse, die Ihr Geschäft auch künftig prägen?
Man muss (mit einer gewissen Demut) sagen, dass die letzten 18 Monate stark von Entwicklungen geprägt waren, auf die wir nur bedingt Einfluss hatten und die uns natürlich sehr geholfen haben. Corona hat letztlich zwei Konsumententrends nochmals verstärkt, zum einen das Naturbedürfnis und dann die Verstärkung des Channel Shifts hin zu Online. Und auch wenn es rückwirkend für uns gut gelaufen ist, war im März 2020 vieles für uns genauso unklar und wir mussten in alle Richtungen denken. In diesem Moment zu spüren, wie das Team navigiert und mitdenkt, mit hohem Einsatz und hoher Flexibilität in einem Umfeld mit großer Unsicherheit - Das war bei aller Anstrengung ein Schlüsselmoment. Mir ist in den letzten 18 Monaten auch nochmals klar geworden, wie wichtig es ist, die Organisation und Kultur flexibel zu halten. Nur so konnten wir unter völlig veränderten Vorzeichen ungeplantes Wachstum stemmen. Das nennt man dann wohl das Glück des Tüchtigen.

Durch das öffentliche Bekenntnis zu der Science Based Targets-Initiative   und entsprechenden Maßnahmen nimmt Bergfreunde eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz ein. Was sind beim Thema Nachhaltigkeit Ihre Ziele für 2022 und wie wollen Sie diese erreichen?
Wir haben uns im Rahmen der Science Based Targets dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2030 70 Prozent unserer Scope 1 und Scope 2 Emissionen einzusparen - Im Vergleich zu 2019. Das tun wir bereits schon heute über regenerative Energien, Elektroautos und den Einsatz von Biogas. Die meisten Emissionen in unserem Geschäftsmodell entstehen allerdings in der Produktion der Handelsware, bis zu 90 Prozent. Da haben wir als Händler einen großen Hebel. Deswegen wollen wir bis 2026 unsere Lieferantenstruktur so verändern, dass 75 Prozent unserer Lieferanten selbst ambitionierte Klimaschutzziele aufweisen.

Hinzu kommen zahlreiche interne Initiativen, z.B. die Verkleinerung unserer Paketvoluminas, kleinere Sendungsformate oder die Umstellung auf 100 Prozent recycelte Kartonagen.

Was macht Ihrer Einschätzung nach einen erfolgreichen Retailer aus: Was sind die aktuell und zukünftig besonderen Eigenschaften, die man mitbringen muss?
Datenorientierung und Datenschutz in Einklang bringen. Neue Marketingansätze jenseits des Performancemarketings entwickeln. Dem Kunden einen echten Mehrwert liefern als Basis für eine starke Kundenbeziehung. Glaubwürdig und ehrlich beim Thema Nachhaltigkeit.

Und die Herausforderungen?
Siehe die vorherige Antwort.

Wenn Sie sich von der zukünftigen Bundesregierung etwas wünschen könnten, was wäre das?
Den Strukturwandel im Handel kreativ und optimistisch begleiten statt mit Subventionen zu verzögern. Dafür beim Thema Klimaschutz ambitioniert und klar handeln.

Über den Award 'E-Retailer des Jahres': In Zusammenarbeit mit dem bevh und gesponsort durch Ebay   , ePages   und Vidgreets   hatten die Redaktionen iBusiness, ONEtoONE und Versandhausberater ein öffentliches Voting zum E-Retailer des Jahres 2021 online durchgeführt. Basierend aus einer von der Jury zusammengestellten Shortlist von 42 deutschsprachigen Onlineshop-Betreibenden, Versandhandels-Fachleuten und E-Retailern konnten Registrierte ein bis drei Favoriten auswählen, deren Leistung für Sie besonders beeindru­ckend ist und die sie für preiswürdig hielten. Aufgerufen waren unter anderem die 76.000 Registrierten der drei Plattformen. Jury-Mitglieder waren 2021 neben Redaktionsmitgliedern unter anderem Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer und Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, beide Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh)   .

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