Katalogstudie 2026

Print bleibt leider ein ernstzunehmender Kanal im E-Commerce

23.02.2026 - Für so manchen Digitalen ist es schwer zu verstehen. Aber (gedruckte) Kataloge werden nach wie vor genutzt, auch von jüngeren Zielgruppen. Der Katalog wird auf absehbare Zeit nicht aussterben.

von Joachim Graf

Es wäre doch so schön gewesen für ein einheitliches, digitales Weltbild: Wenn das Kataloginteresse gesunken wäre. Wenn nur noch alte Leute sie lesen würden. Wenn nur Menschen mit niedrigem Einkommen auf sie zugreifen würden.

Aber leider, leider hat unsere Katalogstudie genau das Gegenteil ermittelt. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Reichweiten von Katalogen erhöht. Die Aufbewahrungszeit steigt. Kataloge erschließen neue Zielgruppen. Und das Beste haben wir noch nicht einmal abgefragt: Anders als EMail-Reichweiten können Handelsmarketing-Verantwortliche Kataloge sogar an Menschen schicken, für die sie keine DSGVO-konforme Zustimmung besitzen.

Keine Frage: Die Rolle der Kataloge hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Aus dem Nachschlagewerk von einst ist vielerorts ein Glied in der Anstoßkette geworden. Oder er aktiviert als Magalog die Kundschaft durch hochqualifiziertes Content-Marketing. In der Folge verändern Kataloge ihre Form - sie werden dünner und präziser in der Ansprache. Und sie werden sogar programmatisch, mit individuell auf den Einzelnen zugeschnittenen Produkten und Inhalten.

Was man mit Katalogen nicht tun sollte?

Man sollte sie als Kanal nicht ignorieren. Sondern man sollte sie testen. Genau so, wie man jeden anderen Kanal testen sollte. Ideologische Ablehnungsgründe müssen da hinten anstehen. Auch wenn das dem einen oder anderen in der Wolle gefärbten Digitalmarketeer schwer fällt.

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Vorträge zum Thema:

  • Bild: ECOMMERCE ONE Group
    Dr. Alexander Brunst
    (Makaira - ECOMMERCE ONE Group)

    Gegen die Marktplätze bestehen: Der neue Standard für Produktfindung im eigenen Shop

    Marktplätze wachsen schneller als klassische Onlineshops - laut bevh-Zahlen für Q2 2026 legten sie um 6,4 % zu, während klassische Onlineshops nur 3,8 % erreichten.
    Der Grund liegt selten im Preis, sondern in der Auffindbarkeit: saubere Produktattribute, funktionierende Filter, sauberes Variantenhandling und kuratiertes Ranking. Marktplätze haben damit den Standard gesetzt, an dem heute jeder Shop gemessen wird - unabhängig davon, ob er dort verkauft oder nicht.
    Die gute Nachricht: Dieser Standard lässt sich im eigenen Shop herstellen. Es ist keine Plattformfrage, sondern Produktdaten- und Merchandising-Arbeit. Der Vortrag zeigt anhand von Praxisbeispielen, wie Händler die Discovery-Qualität von Marktplätzen im eigenen System erreichen - und was das für Umsatz und Kundenbindung bedeutet.

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