23.02.2026 - Für so manchen Digitalen ist es schwer zu verstehen. Aber (gedruckte) Kataloge werden nach wie vor genutzt, auch von jüngeren Zielgruppen. Der Katalog wird auf absehbare Zeit nicht aussterben.
von Joachim Graf
Es wäre doch so schön gewesen für ein einheitliches, digitales Weltbild: Wenn das Kataloginteresse gesunken wäre. Wenn nur noch alte Leute sie lesen würden. Wenn nur Menschen mit niedrigem Einkommen auf sie zugreifen würden.
Aber leider, leider hat unsere Katalogstudie genau das Gegenteil ermittelt. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Reichweiten von Katalogen erhöht. Die Aufbewahrungszeit steigt. Kataloge erschließen neue Zielgruppen. Und das Beste haben wir noch nicht einmal abgefragt: Anders als EMail-Reichweiten können Handelsmarketing-Verantwortliche Kataloge sogar an Menschen schicken, für die sie keine DSGVO-konforme Zustimmung besitzen.
Keine Frage: Die Rolle der Kataloge hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Aus dem Nachschlagewerk von einst ist vielerorts ein Glied in der Anstoßkette geworden. Oder er aktiviert als Magalog die Kundschaft durch hochqualifiziertes Content-Marketing. In der Folge verändern Kataloge ihre Form - sie werden dünner und präziser in der Ansprache. Und sie werden sogar programmatisch, mit individuell auf den Einzelnen zugeschnittenen Produkten und Inhalten.
Was man mit Katalogen nicht tun sollte?
Man sollte sie als Kanal nicht ignorieren. Sondern man sollte sie testen. Genau so, wie man jeden anderen Kanal testen sollte. Ideologische Ablehnungsgründe müssen da hinten anstehen. Auch wenn das dem einen oder anderen in der Wolle gefärbten Digitalmarketeer schwer fällt.
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