16.02.2017 - Content Marketing muss die Zielgruppe da erreichen, wo sie sich am wohlsten fühlt und ihre gewohnten Medien nutzen. In diesem Gastbeitrag erläutert Paul Berry (Rebel Mouse), welche Alternativen es zur Website gibt, um Informationen an den Mann zu bringen.
von Gastbeitrag: conosco - Agentur für PR und Content
Viele Content-Marketer lassen sich bei ihrer täglichen Arbeit von der Frage leiten "Was will ich wann und wo an welche Zielgruppe ausstreuen?" Die Zielgruppe ist dabei meist klar und aussagekräftig definiert, sodass die Botschaften punktgenau und wirkungsvoll formuliert werden können. Soweit, so gut. Als Plattform für diese Botschaften wird dann eine Homepage, ein Blog oder eine Micorsite eingerichtet. Denn wo sonst kann man alle seine bis ins Detail ausgefeilten Inhalte besser in Szene setzen als auf der eigenen Domain?
Der Haken dabei: Leider interessiert das die Zielgruppe herzlich wenig. Sie wartet nicht darauf, auf irgendeiner statischen Website vielleicht etwas zu finden, das sie interessieren könnte.
Die rasante Evolution der sozialen Netzwerke macht uns mündiger und autonomer als je zuvor. Wir bewegen und informieren uns in einem von uns selbst geschaffenen Umfeld, kuratieren und filtern die überwältigende Vielzahl an Inhalten nach unseren Vorlieben und verlassen diese sogenannte Filter-Bubble nur höchst ungern. Und diese Entwicklung wird sich noch weiter intensivieren. Die Frage, die sich Marketeers also stellen müssen, wenn sie ihren Content erfolgreich an den Mann bringen wollen, lautet: "Wo und in welcher Form will die Zielgruppe welche Informationen erhalten?"
Der Aufbruch nach Twitter, Facebook, LinkedIn und Co., den viele Marketeers unternommen haben, geht zwar in die richtige Richtung, ist aber in der Durchführung mangelhaft. Meist sind die Posts lediglich Teaser anstatt vollwertiger Content und verlinken auf die vorher minutiös vorbereitete Website außerhalb des jeweiligen Kanals. Aber, wie gesagt, niemand will die Komfortzone, die man sich mühsam erreichtet hat, verlassen. Die Klickraten auf externe Links werden immer niedriger und die Website als Tool der Wahl für aktives Content-Marketing haucht ihr Leben alles andere als langsam und mit absoluter Sicherheit aus. Was also tun?
Will man die Zielgruppe also effektiv erreichen, muss man dorthin, wo sie sich am wohlsten fühlt und Medien nutzen, die ihr vertraut sind. Das Zauberwort heißt "nativer Content". Formate wie Facebook Instant Articles oder Twitter Moments konzentrieren sich voll auf die Bedürfnisse der User: mobile-first und innerhalb der heißgeliebten Blase. Diese Formate betten sich nahtlos in das dynamische Gesamtbild des vertrauten Umfelds der User ein, sind leicht zugänglich und bieten alle gewohnten Funktionen des Netzwerks.
Das bedeutet, dass der Content selbst auch neuen Gesetzmäßigkeiten gehorcht. Schmissige Texte alleine holen heute niemanden mehr hinter dem Ofen vor. Klar ist der Inhalt wichtiger denn je, aber die Verpackung muss dem Zeitgeist entsprechen. Wenn man durch seinen Twitter-Feed oder Facebook-Chronik scrollt, will man den Content sofort und mit so wenig Aufwand wie möglich. Und genau das müssen sich Kommunikatoren in Zukunft zunutze machen.
Der gute alte Text wurde zuerst von der Slideshow abgelöst - Durchklicken statt Durchlesen. Dann kam das Listicle, also knappe Informationshappen, Bilder, GIFs etc. untereinander gelistet. Das Klicken wurde durch das schnellere und einfachere Scrollen ersetzt. Der nächste Schritt ist nun das lesbare Video. Kurze Spots, die ihren Inhalt über mit geschriebenem Text unterlegtem Videomaterial transportieren. Mit der Autoplay-Funktion in den meisten Sozialen Netzwerken ist der Aufwand für den Nutzer praktisch nicht mehr vorhanden. Sobald ein Video in der Chronik auftaucht wird es abgespielt, fertig. Durch den eingebauten Text muss nicht einmal der Ton angestellt werden.
Die statische Website als Dreh- und Angelpunkt für Content-Marketing hat ausgedient. Der Content selbst ist aber mehr denn je das Mittel zum Marketing-Erfolg. Es mag mächtig am Stolz vieler Marketeer kratzen, aber was sie im Detail zu sagen haben, spielt keine allzu große Rolle mehr, es geht darum wo und wie es gesagt wird.
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