Spielen ist menschlich - This is a games world

16.06.2001 - Spiele-Terminals sind für Marketing-Dienstleistungen prädestiniert

Ende Mai lud das österreichische Software-Unternehmen funworld ag zur Produktpräsentation nach Gran Canaria. Thema: Spiele-Terminals, die unter dem Label Photo Play angeboten werden und jungen Verspielten zwischen 17 und 30 Jahren via Touch Screen rund 43 Display-Spiele zur Auswahl bieten. Durch die Vernetzung der Terminals kann funworld nun auch Marketing-Dienstleistungen anbieten. Adressgenerierung, Marktforschung, Online-Werbung und Promotions gehören dazu. Den Etat des Terminal-Spezialisten hat sich die Agentur LPP Dialog in Wiesbaden gesichert, sie soll dafür sorgen, dass die Bekanntheit von Photo Play in Deutschland rapide steigt.

Neben viel Sonne und einem frischen Lüftchen gab es auf der zweitgrößten kanarischen Insel für 350 geladene Kunden, Geschäftspartner und Journalisten handfeste Informationen zu den Spiele-Terminals der funworld ag. In Schörfling am Attersee zu Hause, ist das Unternehmen mit der fun.net International Service GmbH inzwischen auch europaweit und in Asien vertreten.

Seit zwei Jahren liegt der Fokus auf der Vernetzung der Terminals, in 14 Ländern sind die Terminals bereits multimedial. Die deutsche fun.net-Zentrale befindet sich in Bingen. Die Vorstände Josef Öhlinger und Peter Vidounig legen Wert auf eine klare Abgrenzung zu anderen Spieleterminal-Entwicklern: Die Spiele, die unter der Marke "Photo Play, Positive Games" vertrieben werden, haben mit Gewalt oder Sex nichts zu tun. Vielleicht sind deshalb 34 Prozent der Photo-Play-Spieler Frauen?

fun.net kooperiert mit Partnern wie Nokia, Trivial Pursuit, WWF, Universal Studios oder Mordillo, um Wissens-, Geschicklichkeits- und Konzentrationsspiele, Memory, Kartenspiele oder Bilderrätsel anbieten zu können. Die Spiele dauern nicht länger als drei bis fünf Minuten, bescheren durch unterschiedliche Spielniveaus Erfolgserlebnisse und enden stets, bevor die Lust des Spielers nachlassen könnte.

Laut einer entsprechenden Werbewirkungsstudie der Uni Göttingen, Institut für Marketing und Handel, sorgen sie für eine positive Grundstimmung, die für Werbeeinblendungen ideale Voraussetzungen schaffe. Selbst seitenfüllende Interstitials könnten die Stimmung von Testpersonen nicht trüben.

28.000 Terminals stehen allein in Deutschland, vielleicht bald nicht nur in Spielhallen, sondern auch in Krankenhäusern, Schulen und öffentlichen Warteräumen, immerhin ist der Spaß völlig jugendfrei.

Die Photo-Play-Plattform eignet sich aber nicht nur zum Spielen, sondern auch fürs Netzwerk-Marketing. Sie ist Kommunikations-, Spiele- und Werbeplattform in einem, auf der die User vernetzt spielen, via E-Mail und SMS kommunizieren sowie News- und Werbe-Mails erhalten können. Weitere Werbemöglichkeiten: Promotions werden mit Branding-Spielen verknüpft, bei denen Spieler aus aller Welt gegeneinander antreten und natürlich auch etwas gewinnen können. Da kann es um Gewinnfragen zu einem Produkt gehen oder um ein Memory zu einer bestimmten Automarke.

Vor dem Spiel registriert sich der Spieler mit Namen, Adresse und Vorlieben, was der fun.net einen beachtlichen Datenpool mit demographischen Daten beschert, der auch für Marktforschungszwecke genutzt wird. In Deutschland umfasst die Database laut Eigenangaben inzwischen 420.000 Adressen. Da wird auch schon mal der beliebte Begriff Community bemüht, da man inzwischen 448.000 Spieler in Deutschland zähle, davon 60 Prozent im Alter zwischen 16 und 30 Jahren. Weltweit vergnügen sich rund 7,6 Millionen Spieler mit Photo Play. Matthias Blaul, Marketingleiter Deutschland: "Ein interessanter Nebeneffekt bei Promotionspielen ist, dass man Photo-Play-Befragungen aktuell einblenden und kurzfristig auswerten kann."

Seit einigen Monaten gibt es bei Photo Play die Flirtbox: Auch hier hätten die Teilnehmer ein gesteigertes Interesse daran, ihre korrekten Daten preiszugeben. Denn auch hier können sie etwas gewinnen: Zwar keine Reise zu einem Endausscheidungs-Turnier, aber einen Flirtpartner, dank demographischer Vorsortierung gar aus der eigenen Region.

Laut Markus Gurlitt, Geschäftsführer bei fun.net Deutschland, geben rund 80 Prozent der Spieler korrekte Daten an, ganz einfach, um ihren Namen bei vernetzten Turnieren in der Online-Rangliste wiederzufinden oder mit einem Flirtpartner in Kontakt zu kommen. Spiel und Flirt können auch verbunden werden: Dem Spieler werden umso mehr potenzielle Flirtpartner vorgeschlagen, je mehr Level eines Spieles er bewältigt. Das hält den User im Netz - und nah am Produkt, dessen Marke im Spiel beworben wird.

Alle Spieleraktionen werden vom System gemessen, so weiß der Betreiber stets um die Vorlieben seiner User. Die User werden vom System nach der Registrierung sofort personalisiert angesprochen und beim nächsten Einloggen wiedererkannt.

Auch über E-Commerce-Aktivitäten denkt fun.net nach. Klingeltöne und Logos sind auf der Photo-Play-Plattform schon zu haben, vielleicht auch bald andere Produkte, die nicht nur via Online-Zahlung, sondern ganz einfach per Münzeinwurf ins Spielegerät bezahlt werden könnten.

Sobald das Rabattgesetz fällt, könnten Spielepunkte gegen Produkte mit bis zu 20 Prozent Nachlass eingetauscht werden. Im Gegenzug bewirbt Photo Play die Anbieter in den Spielen kostenlos mit. Fazit: Ein vielfältiges Konzept und Adressgenerierung im Sauseschritt - allein: Die Adressen werden noch nicht für Zielgruppenprofile genutzt. Bleibt zu hoffen, dass dieses Manko bald behoben werden kann.go

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