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Wechsel in der DDV-Spitze: "Die bisherige Linie wird fortgeführt&#8220

20.11.1998 - Zwei sind angetreten, den Deutschen Direktmarketing Verband in das neue Jahrtausend zu führen: Holger Albers als Nachfolger von Geschäftsführer Dr. Hasso Herbst und Professor Bernd Kracke als Kandidat für das Amt von Präsident Friedhelm Lammoth.

ONEtoONE hat nachgefragt, was die Verbandsmitglieder von ihrer neuen Führungscrew zu erwarten haben.

ONEtoONE: Was qualifiziert Sie für die Jobs, für die Sie antreten?

Professor Bernd Kracke: Ich habe langjährige Erfahrungen sowohl in der Medien- und Marketingpraxis als auch in Forschung und Lehre und bringe diese ein, um den DDV weiter nach vorne zu bringen.
Exemplarische Ansätze dafür habe ich durch meine bisherigen Engagements im DIMA-Planungsausschuß, im Council Interactive Media und in der Initiative für den DIMA New Talents Award entwickelt. Da ich seit Jahren für integrative Cross-Media-Strategien plädiere, interessiert mich besonders, das gesamte Leistungsspektrum des DDV und seiner Mitglieder aktiv zu vertreten und noch intensiver miteinander zu vernetzen.

Holger Albers: Über Qualifikationen zu sprechen ist immer etwas schwierig, wenn man selbst darüber reden muß. Fakt ist, daß ich nach dreieinhalb Jahren den Verband, die wichtigen Handlungsfelder und die Mitglieder sehr gut kenne. Das ist eigentlich schon eine wesentliche Grundvoraussetzung, diesen Job nicht erst erlernen zu müssen, sondern ihn gleich von Anfang an mit Leben füllen zu können.

OtO: Gibt es schon konkrete Ziele, die Sie während ihrer nächsten Jahre im Verband erreichen wollen?

Kracke: Unser gemeinsames Ziel ist es, die Kernkompetenzen des Verbandes zu stärken und auszuweiten.

Albers: Verbände sind heute in einer Umbruchsituation. Die allermeisten verlieren Mitglieder, verlieren an Einfluß, verlieren an Macht. In Zukunft werden nur noch starke übergreifende Verbände eine Position haben, die auch Gehör findet. Das heißt auch, auf der Verbandsebene noch mehr Dienstleistung für die Mitglieder zu bieten, ihnen etwas zu bieten, was sie in ihrer täglichen Arbeit umsetzen können.
Mit der Verbandsreform haben wir das Feld des Know-how-Transfers gestärkt, das wir durch die Foren institutionalisiert haben. Dieser Know-how-Transfer wird künftig noch wichtiger werden. Daneben gibt es eben zum Beispiel auch die Kooperationen, die wir eingegangen sind und noch eingehen werden.

Kracke: Wir haben ja bereits im Rahmen des New Talents Award exemplarisch vorgeführt, wie Kooperationen laufen können. Verbände sollten, wo es geht, zusammenarbeiten, um Synergieeffekte zu erzeugen.

OtO: Was für Sie vermutlich schwieriger werden wird, als Kooperationen zu schaffen, ist es, die heterogenen Gruppen innerhalb des DDV unter einem Dach zu halten.

Albers: Ich sehe das eigentlich genau andersrum: Der große Vorteil des DDV ist, daß er die ganze Bandbreite von Interactive bis zur Haushaltwerbung abdeckt, daß er diese Interessen bündelt und sie miteinander verknüpfen kann. Ob der, der diesen Verband führt, ursprünglich aus der einen oder der anderen Ecke kommt, ist völlig irrelevant. Wichtig ist, daß er den Bogen schlagen kann. Und das ist sicherlich gegeben. OtO: Dennoch befürchten einige Gruppen, in Zukunft vielleicht nicht mehr adäquat repräsentiert zu werden. Albers: Es ist bei knapp 900 Mitgliedern völlig klar, daß mit dem Namen Professor Kracke nicht jeder etwas anfangen kann. Von daher gibt es sicherlich ein Informationsdefizit über die Person und über die Einstellung dieser Person. Gleiches gilt für meine Person. Das werden wir in den nächsten Wochen - nicht im Sinne eines Wahlkampfes, aber doch sehr deutlich - kommunizieren.

OtO: Herr Kracke, Sie haben exzellente Beziehungen sowohl international als auch zur Universität. Welche Chancen sehen Sie, diese Beziehungen für den DDV fruchtbar zu machen?

Kracke: Der Verband muß sich angesichts der Europäisierung und Globalisierung gesamteuropäisch profilieren. Ich sehe gute Möglichkeiten, da etwas zu tun. Die Beziehungen zu den Hochschulen ist natürlich auch eine interessante Komponente, weil die Förderung des Nachwuchses wichtig ist. Wir müssen das Direktmarketing stärker in die Köpfe der Hochschulen hineinbringen. Wir müssen Aufmerksamkeit generieren, und neue Studienangebote müssen entwickelt werden, die wir mit beeinflussen können. Der direkte Know-how-Transfer aus der Forschung in den Verband und vom Verband zu den Mitgliedern ist ebenfalls sehr wichtig. Mir liegt zum Beispiel extrem daran, diese Dinge innerhalb des Verbandes inhaltlich miteinander zu verknüpfen. Es ist eine der großen Chancen des Verbandes, diese scheinbar heterogene Truppe, die aber im gleichen Bereich tätig ist und bislang teilweise sehr wenig voneinander weiß, miteinander zu vernetzen.

Albers: Zum Stichwort "international": Wir haben bei der DIMA gesehen, daß der deutsche Markt sehr attraktiv ist für Ausländer. Die Ausländer in den Verband zu integrieren wird ein wesentlicher Aspekt sein, den wir weiterverfolgen. Wir haben allein auf der DIMA ein amerikanisches, ein britisches und ein russisches Unternehmen als Verbandsmitglied gewonnen. Deutschland ist einer der führenden Direktmarketingmärkte. Das hat Ausstrahlung in andere Länder hinein, und wir nehmen Einflüsse aus anderen Ländern auf. Und das befördert auch wieder unsere Mitglieder in eine Situation, in einem zunehmend globaler werdenden Wettbewerb bestehen zu können und vorab schon zu wissen, was woanders gespielt wird.

OtO: Mit Ihnen beiden verjüngt sich die Verbandsspitze des DDV um 35 Jahre - wird es unter Ihrer Ägide einen neuen Führungsstil geben?

Albers: Der DDV macht Lobbying, macht Öffentlichkeitsarbeit, macht Know-how-Transfer, aber er macht nicht 365 Tage im Jahr Party. Daß wir vielleicht eine etwas andere Auffassung von manchen Dingen haben, ergibt sich, weil wir in anderer Zeit aufgewachsen sind, aber das muß nicht unbedingt im Tagesgeschäft durchschlagen.

OtO: Also betreiben Sie Business as usual? Albers: Nein, sicherlich nicht, aber es gibt auch nicht den Anspruch, anzutreten und zu sagen: Von heute an wird alles anders. Der Verband wird in der bisherigen Linie fortgeführt.

Kracke: Es gilt da wirklich das Motto "Navigation into a new millennium". Es wird noch vieles auf uns zukommen, was wir noch nicht wissen. Der Verband muß sich auf neue Situationen einstellen können. Es ist wichtig, daß man das zur Diskussion stellt und daß es nicht festgemauerte und unverrückbare Prinzipien gibt. Und wir müssen wachsen. Das Ziel der 1.000 Mitglieder im Jahr 2000 kann ja auch gern überschritten werden.

Albers: Das gilt nicht nur für die Basis, sondern auch für die Führungsspitze. Es fokussiert sich natürlich im Augenblick auf uns zwei, weil wir gerade in der Diskussion und neu sind. Die Führungsebene muß sich aber noch sehr viel breiter darstellen als bisher - um diesen ganzen Ansprüchen Leben geben zu können, von der Heterogenität, von der Globalisierung, von den neuen Entwicklungen her. Dazu brauchen wir qualifizierte Leute.

Kracke: Es muß eine ganz produktive Zusammenarbeit zwischen Präsidium, Vorstand, Councils und Foren entwickelt werden. Unsere Aufgabe wird es sein, diese Initialzündung, die durch die Aufbruchsituation, durch neue Foren und Councils gegeben ist, weiterzutransportieren und produktiv mit Leben zu füllen.

OtO: Einen so großen Verband mit so unterschiedlichen Gruppen zu führen ist nicht einfach - wissen Sie, was Sie sich antun?

Kracke: Schwierigkeiten gibt es überall, insofern kann man eigentlich gar keinen Job mehr machen, wenn man da Berührungsängste hat. Es wird sicher das ein oder andere geben, was nicht so läuft, wie man es sich vorstellt, aber ich denke, daß man Leute mitreißen kann, daß man viele Mitstreiter findet - das allein hat mich bewogen, überhaupt für das Amt zu kandidieren. Es ist eine Herausforderung, dazu beizutragen, einen so großen Verband weiterzubringen.

Albers: Ich weiß schon, was ich da tue, und ich tue es deshalb, weil diese Branche und die Mitglieder dieses Verbandes sehr interessant sind. Da kann und da wird noch viel passieren, und da möchte ich gern dabeisein.

Kracke: Es wird bestimmt nicht schlechter. Da bin ich mir sicher. Die Zeit spielt für das Direktmarketing in allen Varianten und damit auch für den DDV.

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