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Geschäftsreisen der deutschen Wirtschaft schrumpfen über 80 Prozent

07.09.2021 - Die COVID-19-Pandemie hat die Ausgaben deutscher Unternehmen und öffentlicher Institutionen für Geschäftsreisen im Jahr 2020 auf ein historisches Tief sinken lassen.

von Susan Rönisch

Eine aktuelle Geschäftsreiseanalyse belegt, die Ausgaben reduzierten sich im Pandemiejahr im Vergleich zu 2019 um 81,7 Prozent und erreichten mit 10,1 Milliarden Euro den niedrigsten Stand seit Beginn der Datenerhebung vor 19 Jahren. Der Mehrwert von Geschäftsreisen wird künftig noch stärker auf dem Prüfstand stehen.

Im Jahr 2020 stürzte die Anzahl der Geschäftsreisen nach dem Rekordwert des Jahres 2019 (195,4 Millionen) auf 32,7 Millionen - gleichbedeutend mit einem Minus von 83,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwa vier Fünftel der Umsätze, die Geschäftsreisende sonst vor allem im Gastgewerbe und Transportwesen generieren, brachen im Jahr 2020 weg. Besonders betroffen waren die deutschen Dienstleistenden, da das Gros der Geschäftsreisen schon immer im Inland stattgefunden hat; im Jahr 2020 waren es 83 Prozent (27,3 Millionen). Komplett auf Geschäftsreisen verzichtete nahezu jede dritte Firma aus dem Mittelstand (28,6 Prozent) und 24,2 Prozent der Organisationen im öffentlichen Sektor. Das geht aus der VDR-Geschäftsreiseanalyse   hervor, die das Reiseverhalten deutscher Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors im Jahr 2020 untersucht hat.

Waren die kleineren und mittelgroßen Unternehmen (KMU) bis 2019 tendenziell stets kürzer unterwegs - Tagesreisen machten in dieser Größenklasse zuletzt noch 70 Prozent aus -, haben die wenigen Reisen des Jahres 2020 eher länger gedauert. Die Durchschnittsdauer stieg dementsprechend an - nach der Devise "wenn schon unterwegs, dann länger". Auch die Kombination von dringend benötigten Geschäftsreisen dürfte sich darin wiederfinden. Ein umgekehrtes Bild ergab sich in größeren Firmen, die üblicherweise auch öfter in Übersee zu tun gehabt hätten.

Schub für die Digitalisierung und neue Arbeitswelten

Im Mobilitätsmanagement kristallisieren sich zwei Bereiche heraus, um eine nächste Pandemie noch besser zu bewältigen: 96 Prozent der Unternehmen sehen die - auch schon vor der Pandemie wichtige - digitale Prozessoptimierung gestärkt. 94 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Hygienekonzepte auf Reisen weiterhin von Bedeutung sein werden. Die Digitalisierung erschafft neue Arbeitswelten: 84 Prozent der Geschäftsreiseverantwortlichen werden das Arbeiten von überall, also verstärkt auch aus dem Homeoffice, mit in ihre Planungen einbeziehen. 48 Prozent von ihnen werden auch mehr Beratung von Dienstleistern benötigen.

Nachhaltigkeit wird immer mehr zum Wettbewerbsfaktor

Über 90 Prozent der Travel Manager in Unternehmen und 97 Prozent im öffentlichen Sektor geben an, dass sich Nachhaltigkeit bei der Wahl von Leistungsträgern stark oder teilweise zu einem Wettbewerbsfaktor entwickeln wird. Den größten Sinneswandel hat es innerhalb eines Jahres im Mittelstand gegeben: Haben im Jahr 2020 noch 55 Prozent von ihnen diese Frage verneint, so sind es heute nur noch 9 Prozent. Wesentlich mehr Unternehmen in Deutschland als noch vor einem Jahr setzen sich aktiv für die Nachhaltigkeit im Geschäftsreisebereich ein. Besonders zu beobachten ist dieser Wandel bei den kleineren Unternehmen. Im Mittelstand planen oder setzen 73 Prozent der Firmen Maßnahmen für eine bessere CO2-Bilanz um, bei den größeren sind es 85 Prozent.

Videokonferenzen sind Alltag

Nicht nur coronabedingt, sondern auch unter Nachhaltigkeitsaspekten sind Telefon-/Web- oder Videokonferenzen bei nahezu allen Unternehmen zum Alltag geworden. Die Anzahl von Geschäftsreisen wird aktuell oder künftig in 87 Prozent aller Unternehmen reduziert.

Der Mehrwert einer Geschäftsreise wird in Zukunft noch stärker geprüft, wobei die Balance zwischen Unternehmensinteressen, Erwartungen von Kunden und Mitarbeitern weiterhin im Fokus bleiben wird. Eine dauerhafte Reduktion der Geschäftsreisetätigkeit erwarten 80 Prozent der größeren, 72 Prozent der kleineren Unternehmen und 81 Prozent der Interviewten aus dem öffentlichen Sektor. Wie hoch diese Reduktion ausfällt, bleibt abzuwarten, doch wenn ihre Prognosen eintreffen, wird sie durchschnittlich 30 Prozent betragen.

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