Die Deutschen sind im Schnitt mehr als 67 Stunden pro Woche online und damit rund fünf Stunden weniger als im Vorjahr, teilt die Postbank
mit. Vor allem die 18- bis 39-Jährigen verbringen weniger Zeit im Internet; 31 Prozent von ihnen wollen ihre Onlinezeit in den kommenden zwölf Monaten weiter reduzieren. In der Altersgruppe ab 40 Jahren sind dagegen 82 Prozent mit ihrer derzeitigen Nutzungsdauer zufrieden.
Die Ergebnisse stammen aus der repräsentativen Postbank Digitalstudie 2026. Für die Untersuchung wurden im Mai 2026 insgesamt 3.050 EinwohnerInnen befragt. Die Postbank untersucht mit der Studie im zwölften Jahr in Folge digitale Entwicklungen in verschiedenen Lebensbereichen, insbesondere auch mit Blick auf Finanzthemen.
Jüngere NutzerInnen wollen bewusster offline sein
Das Smartphone bleibt das wichtigste Gerät für den Internetzugang. Die wöchentliche Onlinezeit am Smartphone sank jedoch im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Stunden auf 23,9 Stunden. Bei den unter 40-Jährigen fiel der Rückgang stärker aus: Sie nutzten ihr Smartphone rund 31 Stunden pro Woche online, drei Stunden weniger als 2025.
"Mobil ins Internet zu gehen, gehört fest zum Tagesablauf der Deutschen. Über das Smartphone einkaufen, chatten oder Bankgeschäfte erledigen erleichtert den Alltag. Das nehmen wir an der stetig steigenden mobilen Nutzung unserer Apps wahr", sagt David Dommel
, Leiter digitales Performance-Marketing der Postbank. Zugleich wollten vor allem junge Menschen auch einmal offline sein, besonders beim ständig verfügbaren Handy.
Digitale Reichweite wird selektiver
Für Marketer zeigt die Studie eine Verschiebung im Nutzungsverhalten: Digitale Reichweite bleibt hoch, aber Aufmerksamkeit wird selektiver. Wer Zielgruppen über mobile Kanäle, Messenger oder Social Media erreichen will, muss stärker begründen, welchen konkreten Nutzen ein Kontakt bietet.
77 Prozent der Deutschen nutzen Messenger-Dienste wie
WhatsApp
oder
Telegram
mehrmals pro Woche oder täglich. Das sind vier Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Suchmaschinen wie
Google
verwenden 74 Prozent der Befragten mehrmals pro Woche bis täglich. Auf
Instagram
,
TikTok
und anderen Social-Media-Angeboten sind 64 Prozent täglich oder mehrmals pro Woche aktiv; 2025 waren es noch 71 Prozent.
Auch die Nutzung von
YouTube
ging laut Studie zurück. Online-Banking blieb dagegen stabil: Jeder zweite Deutsche nutzt es genauso häufig wie im Vorjahr. Aus Sicht der Postbank unterscheiden NutzerInnen stärker zwischen notwendigen und verzichtbaren digitalen Aktivitäten.
41 Prozent derjenigen, die das Internet seltener nutzen möchten, wollen die gewonnene Zeit mit Familie, FreundInnen oder Hobbys verbringen. Unter 40-Jährige reduzieren ihre Onlinezeit besonders häufig, um Ablenkungen zu vermeiden. Für Marken bedeutet das: Effizienz, Relevanz und klare Mehrwerte gewinnen gegenüber reiner Kontaktfrequenz an Bedeutung.