Studie

KI wird für Millionen Deutsche zum Ansprechpartner im Alltag

05.08.2026 - Chatbots werden für viele Menschen zunehmend zum Ratgeber bei persönlichen Fragen. Eine neue Studie zeigt, dass insbesondere jüngere Nutzerinnen und Nutzer KI nicht nur für Informationen, sondern auch für emotionale Unterstützung einsetzen.

von Susan Rönisch

Ipsos   hat gemeinsam mit der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation Hamburg   eine repräsentative Studie zur Nutzung von KI-Chatbots veröffentlicht. Demnach nutzt mehr als jeder zweite Bundesbürger (57 Prozent) Chatbots für persönliche Anliegen wie zwischenmenschliche Probleme, Konflikte oder Entscheidungen. Bei den 18- bis 34-Jährigen liegt dieser Anteil bei 84 Prozent.

Auch die emotionale Bindung an KI nimmt zu. 32 Prozent der NutzerInnen geben an, sich wohl dabei zu fühlen, persönliche Informationen mit einem Chatbot zu teilen. 27 Prozent fühlen sich von der KI besser verstanden als von Mitmenschen. Jeder fünfte Nutzer (21 Prozent) betrachtet Chatbots sogar als beste Freunde oder Freundinnen. Besonders ausgeprägt ist diese Einstellung bei jüngeren und männlichen Nutzern.

KI wird zum Ratgeber für Gesundheit und Finanzen

53 Prozent der NutzerInnen sehen Chatbots als hilfreiche Ratgeber, 46 Prozent als kostengünstige Alternative zu klassischen Beratungsangeboten. Am häufigsten wird KI zu Fragen der körperlichen Gesundheit (45 Prozent), zu rechtlichen Themen (39 Prozent), Ernährung (36 Prozent), Finanzen (34 Prozent) und mentaler Gesundheit (30 Prozent) genutzt. Bei den 18- bis 34-Jährigen spielen Finanz- und Gesundheitsthemen eine noch größere Rolle.

Die Studie zeigt zugleich Vorbehalte gegenüber der Technologie. 44 Prozent sorgen sich um die Verarbeitung ihrer Daten, 41 Prozent befürchten, dass KI menschliche Interaktionen verdrängen könnte. 27 Prozent haben Angst, durch die Nutzung von Chatbots selbstständiges Denken zu verlernen.

Antworten werden meist überprüft

Fast die Hälfte der NutzerInnen (47 Prozent) überprüft KI-generierte Antworten häufig oder immer, weitere 35 Prozent zumindest gelegentlich. Am häufigsten erfolgt die Verifizierung über eine Online-Recherche. Die Ergebnisse verdeutlichen damit ein ambivalentes Verhältnis zur Technologie: Chatbots gewinnen als persönliche Berater an Bedeutung, gleichzeitig bleibt das Bedürfnis bestehen, ihre Aussagen kritisch zu hinterfragen.

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