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Haltung ist für fast jedes Digitalunternehmen wichtig

27.08.2020 - Während der Corona-Pandemie haben viele Unternehmen in der Krise Haltung gezeigt und sich durch gesellschaftliches Engagement positiv hervorgebracht. Eine aktuelle Umfrage zeigt nun, welche Herausforderungen der Digitalbranche bevorstehen, welche Rolle Haltung in welchen Unternehmensbereichen spielt und welche Schwierigkeiten sich daraus ergeben können.

von Susan Rönisch

Mit einem eindeutigen Ergebnis von 95 (national) und 90 (international) Prozent ist sich die Digitalbranche einig: Unternehmen müssen Haltung zeigen. Besonders wichtig ist dies national in den Bereichen "Vertrauen/Transparenz gegenüber Kunden" (64 Prozent), "Klimawandel" (64 Prozent) und "Abschwächung der Coronakrise" (62 Prozent). International liegen ebenfalls "Vertrauen/Transparenz gegenüber Kunden" (63 Prozent) und "Klimawandel" (51 Prozent) ganz vorne. Die in dem DMECXO Report   befragten Marketer sehen jedoch die "Abschwächung der Coronakrise" gleichauf mit dem Thema "Personalisierung vs. Datenschutz" (beides 49 Prozent).

Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität

Interessant ist der Vergleich zwischen Wunsch und Realität in den verschiedenen Bereichen. Der Klimawandel spielt in lediglich 44 Prozent der deutschsprachigen Unternehmen eine Rolle, wohingegen 64 Prozent Haltung in diesem Bereich für wichtig erachten. International sind es sogar nur 32 Prozent im Vergleich zu 51 Prozent. Bei den deutschsprachigen Marketern ergeben sich ähnliche Diskrepanzen beim Thema "(Gesellschafts-)Politische Fragen": Nur 28 Prozent sagen, dass dieses Thema eine Rolle in ihrem Unternehmen spielt, wohingegen 39 Prozent finden, dass Unternehmen in diesem Bereich Haltung zeigen sollten. 96 Prozent national und 89 Prozent international glauben grundsätzlich daran, dass Unternehmen auch zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen beitragen können.

Haltung ist keine Frage des Geldes und hilft in der Krise

Auf die Frage, welche Unternehmen sich Haltung am ehesten leisten können, sagen 51 Prozent der national und 49 Prozent der international Befragten, dass die Art des Unternehmens dabei keine Rolle spielt. Über 50 Prozent national und knapp 50 Prozent international sehen keinen Konflikt zwischen der Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens und dessen wertebasierte Führung. Lediglich drei Prozent national und 6 Prozent international glauben, dass man sich Haltung leisten können muss. Auch die Umsetzung von konkreten Maßnahmen innerhalb der Geschäftsbereiche sehen viele unproblematisch (national über 60 Prozent, international fast 50 Prozent).

95 Prozent der nationalen und 86 Prozent der internationalen Teilnehmer sind sich einig: Haltung in der Corona-Krise ist wichtig. Mehr als die Hälfte sagt sogar, dass Haltung dabei helfen könne, durch die Krise zu kommen.

Eine Mehrheit der national (70 Prozent) und international (54 Prozent) Befragten glaubt, dass es nach der Corona-Krise wahrscheinlich kein Zurück zu business as usual gibt und sich etwas ändern müsse. Vor allem in drei Bereichen sehen die Befragten Herausforderungen und Handlungsdrang für die Zukunft: Unternehmen müssten Puffer für kommende Krisen aufbauen (national: 62 Prozent, international: 53 Prozent), nachhaltiger wirtschaften (national: 72 Prozent, international: 58 Prozent) und sich noch dringender um die Möglichkeiten des digitalen Arbeitens kümmern (national: 85 Prozent, international: 79 Prozent). Gleichzeitig glauben 49 Prozent der national und 42 Prozent der international Befragten, dass Gewinnmaximierung nicht mehr das oberste Prinzip von Unternehmensführung darstellen sollte.

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