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FreelancerInnen in Deutschland sind gut aufgestellt und zuversichtlich

17.06.2022 - Die Inflationsrate ist in Deutschland derzeit mit knapp 8 Prozent auf einem Höchststand. Was das für FreelancerInnen bedeutet und welche Maßnahmen sie treffen, um ihre Lebenshaltungskosten weiterhin decken zu können.

von Susan Rönisch

Die Umfrage von Censuswide im Auftrag von Fiverr   zeigt: knapp 80 Prozent der Befragten sind mit ihrer Situation als FreelancerIn glücklich. Das Arbeitsmodell passt zum aktuellen Zeitgeist - man hat die Möglichkeit, das zu tun, was man liebt und gleichzeitig die Freiheit, den Arbeitsalltag selbst zu gestalten. So hat sich bei 72 Prozent der Befragten die Life-Work-Balance durch die freiberufliche Tätigkeit verbessert. Gleichzeitig schätzen die FreelancerInnen die Möglichkeit, die Stundensätze selbst festlegen zu können (38 Prozent). Knapp ein Viertel der Befragten konnte als FreiberuflerIn die Einnahmen sogar steigern.

Zuversicht trotz Inflation

Fast drei Viertel (74 Prozent) der befragten FreelancerInnen betrachtet das eigene Einkommen momentan als stabil. Und obwohl nahezu alle UmfrageteilnehmerInnen (95 Prozent) davon ausgehen, dass die aktuelle wirtschaftliche Krise einen Effekt auf ihren Job haben wird, machen sie sich nur wenig Sorgen. Zwei Drittel gaben an, sie seien "ein bisschen besorgt". Dabei nehmen die Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklungen mit steigendem Alter ab: von 100 Prozent in der Altersgruppe der 18-24-Jährigen bis hin zu 34 Prozent bei den über 55-Jährigen. Generell steht die Inflation nicht im Vordergrund. Lediglich ein Fünftel (19 Prozent) macht sich hierüber Gedanken, 43 Prozent sorgen sich eher um eventuelle Steuererhöhungen.

Stabile Einkommen und moderne Altersvorsorge

57 Prozent sind zufrieden mit ihren Einnahmen in der aktuellen Situation, nur jede/r fünfte FreelancerIn macht sich Sorgen, dass das eigene Einkommen in Zukunft nicht reichen wird. Die positive Stimmung ist berechtigt. Schließlich sind FreiberuflerInnen in der aktuellen Zeit eine gefragte Ressource. Denn ihr Einsatz ermöglicht es Unternehmen, schnell Experten ins eigene Team zu holen und die Projekte je nach Bedarf zu skalieren. Momentan ist dies besonders entscheidend, da Budgets vielfach knapp und qualifizierte Fachkräfte in vielen Branchen fehlen. Zudem adaptieren FreelancerInnen schnell neue Trends, sodass Unternehmen mit ihrer Hilfe in Zukunftsthemen vordringen und Innovationen vorantreiben können.

Viele FreiberuflerInnen blicken aber auch realistisch in die Zukunft und sorgen vor: Mehr als jede/r zweite (52 Prozent) hat bereits den eigenen Stundensatz erhöht, überwiegend um sich von WettbewerberInnen abzuheben; 12 Prozent haben es in naher Zukunft noch vor. Außerdem ist etwa die Hälfte (54 Prozent) aktiv auf der Suche nach zusätzlichen Projekten und Aufträgen und/oder hat die Anzahl der Arbeitsstunden pro Woche erhöht (45 Prozent). Beim Thema Altersvorsorge setzen 53 Prozent der Befragten auf moderne Modelle wie Aktien und ETFs, bei den jüngeren FreelancerInnen (25-34 Jahre) sind es sogar 69 Prozent.

Lokales Networking als wichtiger Faktor


Nach der Pandemie ist das Bedürfnis nach Networking wieder stabil. Zwar haben fast 7 von 10 (69 Prozent) UmfrageteilnehmerInnen in ihrer Umgebung bereits ein gutes Netzwerk zu anderen FreelancerInnen aufgebaut, gleichzeitig wollen aber auch 70 Prozent in Zukunft noch aktiver netzwerken als bisher. Das gilt besonders für die jüngeren FreiberuflerInnen zwischen 25 und 34 Jahren (89 Prozent). Knapp zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten schätzen lokale Events, um Kontakte mit anderen auf- und auszubauen.

Fast drei Viertel (73 Prozent) spüren einen positiven Effekt ihres Wohnortes auf ihr FreelancerInnen-Dasein. Von ihnen schätzt jeweils mehr als die Hälfte das Angebot an Co-Working-Spaces in der Stadt (56 Prozent) und lokalen Networking Events (54 Prozent).

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