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Sabbatical: Interesse und Hürden hoch

13.12.2021 - Das Interesse an einem Sabbatjahr ist bei Arbeitenden sehr hoch. Ähnlich hoch ist aber auch die Angst davor. Dabei ist nicht einmal die Coronapandemie der größte Unsicherheitsfaktor.

von Christina Rose

Eine Umfrage im Ratgeberportal Sabbatjahr.org   zeigt: Wer ein Sabbatjahr für eine berufliche oder private Auszeit plant, sieht die größten Hürden in der Finanzierung und bei möglichen Konflikten im Beruf. Die Corona-Pandemie macht nur 29 von 531 Befragten Sorgen. 531 Umfrage-Teilnehmende, die insgesamt 1378 Einzelmeinungen äußerten, waren die Grundlage dieser Auswertung. Sie sahen die größten Probleme beim Sabbatjahr in der finanziellen Absicherung, der Frage, ob der Arbeitgeber mitspielt, bei der Planung, der sinnvollen Nutzung der Zeit und den familiären Verpflichtungen. Durchgehend sind in den Antworten Verunsicherung und persönliche Ängste erkennbar. Fast jede Antwort enthält eine oder mehrere Fragen. Oft wird der Wunsch nach Hilfestellungen oder Beratung für das geplante Sabbatical geäußert.

Corona ist nicht die größte Sorge beim Sabbatjahr, nicht alle zieht es in die weite Welt

Nur wenige Teilnehmer (29) und somit auf dem vorletztem Rang äußerten Sorgen wegen der Corona-Pandemie. Lediglich zwei Befragte gaben zu, die Pandemie habe ihnen einen Strich durch ihre ursprüngliche Sabbatjahr-Planung gemacht. Die geringe Ausprägung des Pandemie-Aspekts führt Frank Möller , Geschäftsführer der Initiative Auslandszeit und Initiator des Portals Sabbatjahr.org darauf zurück, dass ein Sabbatjahr nicht mit einer Weltreise gleichzusetzen sei. "Vielmehr ist ein Sabbatical eine berufliche Auszeit zwischen drei bis 12 Monaten, bei der die Reiselust nicht bei allen im Vordergrund steht."

Es gibt viele Gründe, warum Menschen ein Sabbatjahr nehmen. Dazu zählen unter anderem Erholung, Weiterbildung, Reisen, Bildung oder soziales Engagement. In einer Auszeit möchten viele für sich persönlich etwas Sinnbringendes erreichen und Zeit für sich selbst finden. Das kann während einer Auslandszeit beispielsweise bei einem Freiwilligenprojekt, aber auch am Heimatort geschehen. Die berufliche oder private Neuorientierung, ein Projekt endlich abzuschließen und der Stressabbau im Beruf zählen in der Umfrage zu den häufigen Gründen für die gewünschte Auszeit.

Die Ergebnisse der Umfrage zum Sabbatjahr

Die ausführlichen Antworten in der Umfrage belegen einen großen Informationsbedarf. Bei den 1378 geäußerten Einzelmeinungen wurden fünf Kategorien anhand der höchsten Ausprägungen identifiziert. Sorgen um die Finanzierung und Absicherung eines Sabbatjahres standen mit 531 Aussagen bei allen Befragten an erster Stelle. Auf Rang zwei folgten Befürchtungen zu negativen Folgen im Beruf und Konflikte mit dem Arbeitgeber oder den Team-Mitgliedern mit 289 Nennungen. Auf Rang drei mit 143 Angaben standen Probleme und Fragen rund um die konkrete Planung des Sabbatjahrs. Wie die Auszeit sinnvoll gestaltet wird, beschäftigte 96 Personen und erreichte Rang 4. Verpflichtungen gegenüber der Familie, schulpflichtigen Kindern, betagten Eltern und der Partnerschaft nicht erfüllen zu können während der Auszeit folgten auf Rang 5 (80 Personen). Zahlreiche Einzelprobleme führten die Umfrageteilnehmer auf, die nach Ausprägung gerankt wurden. Dazu zählten beispielsweise arbeitsrechtliche Fragen auf Rang 6 und dicht gefolgt auf Rang 7 die Nachfrage, wie, wann und wo ein Antrag für ein Sabbatjahr gestellt wird.

Problembereiche der gesamten Lebenssituation werden deutlich

Die Aussagen beschränken sich häufig nicht nur auf einen Bereich. Vielmehr werden unterschiedliche Ängste angesprochen, die sich auf die ganze Lebenssituation - beruflich und privat - beziehen. Eine typische Aussage: "Der Gedanke an ein Sabbatjahr lässt mich nicht mehr los, aber ich bin verunsichert, da ich nicht weiß, wie ich es finanzieren soll. Im Berufsleben stehe ich unter wachsendem Druck, und mein Chef hätte für meinen Wunsch, eine längere Auszeit zu nehmen, sicher wenig Verständnis. Meine Eltern sind beide um die 80 Jahre alt. Ich fühle mich für ihr Wohlergehen verantwortlich. Was passiert, wenn ich verschieben muss?"

Das Problem Finanzen ist allgegenwärtig beim Sabbatjahr

Bei allen Teilnehmenden stehen finanzielle Überlegungen im Vordergrund. Oft erwähnt werden vor allem die Belastung durch Gehaltseinbußen und die Zahlung laufender Kredite. Hinzu kommen Befürchtungen, ob die weiterlaufenden Fixkosten für Miete, Versicherungen oder zusätzlichen Ausgaben für die Reisen im Sabbatical finanzierbar bleiben. Wie kann die Familie finanziell abgesichert bleiben, wenn das monatliche Einkommen entfällt? Die Befragten sehen bei einem Gehaltsverzicht oft nur einen geringen Spielraum. Sie befürchten auch, dass sie mit dem reduzierten Einkommen nicht alle Ausgaben decken können. Denn finanzielle Rücklagen sind oft nur begrenzt vorhanden. Die realistische Budgetplanung ist ein wichtiger Baustein der Vorbereitung auf die Auszeit.

Eine weitere Sorge ist die Weiterführung der Krankenversicherung oder Beihilfe während des Sabbatjahres. Der Versicherungsschutz im Krankheitsfall ist für die Umfrageteilnehmer sehr wichtig. Auch die Beiträge für die Sozial- und Rentenversicherung während des Sabbatjahres und die Folgen für die eigenen Ansprüche wurden in den Beiträgen immer wieder thematisiert. Die Höhe der gesamten finanziellen Belastungen konnten nur wenige einschätzen.

Die Ergebnisse der Umfrage belegen das Bedürfnis nach grundlegender finanzieller Absicherung. Laut Ansicht der Befragten sollten größere finanzielle Verluste oder gar Schulden möglichst nicht entstehen. Denn sonst könne der Effekt der Erholung oder Neuorientierung von zu vielen Sorgen begleitet werden.

Kalte Füße: Auswirkungen im Job beim Ausstieg auf Zeit?

Welche Auswirkungen hat ein Sabbatical auf die berufliche Tätigkeit und Karriere? Wie wird der Arbeitgeber reagieren? Was, wenn er ein Sabbatical ablehnt? Dazu möchten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage wissen, wie sie sich am besten vorbereiten können, um die Zustimmung ihrer Arbeitgeber zu erhalten. Eine der wichtigsten Aspekte bei der Planung stellt die Überzeugungsarbeit beim Arbeitgeber dar. Dazu schlägt das Portal drei grundlegende Schritte vor: Das Gespräch mit der vorgesetzten Person, mit der Personalabteilung und dem Personal- oder Betriebsrat suchen. Bei den Gesprächen sollen die Vorteile für den Arbeitgeber deutlich werden. Mögliche Begründungen wären: Die antragstellende Person kehrt nach dem Sabbatjahr mit frischen Kräften, gar beruflich weitergebildet, zurück. In einer auftragsärmeren Zeit könnte die Firma auf eine Arbeitskraft leichter als sonst verzichten. Das Unternehmen spart Kosten. Vielleicht profitiert auch die Abteilungsleitung oder die Firma, wenn sie einem Sabbatical zustimmen und gewinnen an Ansehen. Flexible Arbeitszeitlösungen und Modelle wie ein Sabbatical sind schließlich Zeichen für eine moderne und wertschätzende Unternehmensführung.

Manche fragen sich auch, wie die eigene Auszeit im Kollegenkreis aufgenommen wird. Gibt es für die Zeit eine Vertretung? Oder müssen die Kolleginnen und Kollegen den Ausfall durch Mehrarbeit kompensieren? In diesem Zusammenhang befürchten viele, dass die befristete Auszeit negative Konsequenzen für ihre berufliche Zukunft haben könnte. Einige äußerten die Furcht vor Nachteilen im Beruf, eine Zurückstufung auf der Karriereleiter, aber auch die Angst vor Entlassung. Eine große Zahl wünschte sich den Wiedereinstieg in die gleiche Position. Andere suchen wiederum den beruflichen Neuanfang. Manche streben sogar bewusst einen kompletten Berufswechsel an.

Die Umfrage wurde auf dem Online-Fachportal Sabbatjahr.org von der Initiative Auslandszeit durchgeführt. Bei der bundesweiten Auswertung der Online-Umfrage wurden über 23 Monate (vom 12.12.2019 bis 20.10.2021) 531 Teilnehmende berücksichtigt. Nur zweieinhalb Monate der Umfrage fanden vor der Corona-Pandemie statt. Gestellt wurde die offene Frage: 'Wenn Sie an Ihre berufliche Auszeit denken, was stellt(e) für Sie die größte Hürde bzw. Ihr größtes Problem hinsichtlich Planung und Durchführung dar?'.

Diskussion:
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