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Prognose: Deutsche Startups als Motor für den Arbeitsmarkt und den Mittelstand

28.10.2021 - Laut einer Studie von McKinsey kann die deutsche Gründerlandschaft zum Wachstumsmotor für Deutschland werden. Bis 2030 seien Gründungen von insgesamt 41.000 Startups und die Schaffung von 1,4 Millionen Arbeitsplätzen möglich .

von Frauke Schobelt

Die Chancen für Deutschlands Startup-Ökosystem sind laut McKinsey & Company   "gewaltig": Stimmen die Voraussetzungen, seien bis 2030 rund 41.000 Gründungen möglich, die über 1,4 Millionen Arbeitsplätze schaffen könnten. Die Unternehmensberatung prognostiziert eine Marktkapitalisierung von 2.300 Milliarden Euro für diese neuen Startups zusammen. Damit dieses Vision Wirklichkeit wird, müssten sich bis 2030 jedoch alle Wirtschaftsakteure - Startups, Großkonzerne, Mittelstand, Finanzinstitute und Bildungseinrichtungen - gemeinsam in regionalen sowie thematischen Clustern zusammenschließen. So lautet eine Empfehlung der Studie "Entrepreneurship Zeitgeist 2030: Making start-ups Germany's next economic powerhouse"   .

"Gelingt es, unternehmerisches Handeln wieder zu betonen und ein inklusiveres, stärker vernetztes Startup-Ökosystem zu schaffen, können sowohl neue Weltmeister als auch starke heimische Wirtschaftsmotoren in ausreichender Zahl gegründet und etabliert werden", sagt Karel Dörner , Senior Partner im Münchener Büro von McKinsey und Co-Autor der Studie. Nötig seien ein "neuer unternehmerischer Zeitgeist", um Gründungen mit besonderer Wirtschafts- und Strahlkraft zu unterstützen als auch mittelständische geprägte Startups, die den 'neuen deutschen Mittelstand' fördern. Dieser trage überproportional zur Schaffung neuer Arbeitsplätzen und Innovationen bei.

5 Maßnahmen für mehr Unternehmensgründungen

Derzeit werden rund 2.900 Startups pro Jahr gegründet, diese bereits hohe Dynamik sollte nicht nur aufrechterhalten, sondern beschleunigt werden, fordern die Studienautoren. Um die angestrebte Marktkapitalisierung zu erreichen, müsse die Anzahl der aktuell gegründeten Startups verdoppelt werden. Nötig sei auch die Erhöhung der Erfolgswahrscheinlichkeit.

Nach einer repräsentativen Umfrage von McKinsey entscheiden sich jedoch lediglich 5 Prozent der Befragten mit Gründungsvorhaben auch wirklich zu gründen. Das führe zu weniger als halb so vielen Gründungen wie in den Niederlanden. Dafür gibt es zwei Gründe: das Fehlen eines klaren unternehmerischen Denkens und Hindernisse im Gründungsprozess.

Die Autoren der Studie haben daher fünf spezifische Quellen identifiziert, die für eine Verdopplung der im Jahr 2030 gegründeten Start-ups um 2.900 auf 5.800 Unternehmen sorgen können.

  1. Mehr Ausgründungen aus Universitäten und Forschungseinrichtungen: Rund 1.350 weitere jährliche Gründungen sind durch eine stärker unternehmerische Denkweise und Lehre an Universitäten, Vernetzung mit der Wirtschaft sowie verbesserte Kommerzialisierung der Forschungsleistung zu erwarten
  2. Verdopplung der Anzahl weiblicher Gründerinnen: Ein besserer Zugang zu Finanzmitteln und Netzwerken sowie die Verdopplung des Gründerinnenanteils auf 32% ermöglichen gemeinsam die jährliche Gründung von weiteren 630 Startups
  3. Verdopplung der Anzahl von GründerInnen ohne akademische Ausbildung: Durch die Verdoppelung des Anteils von GründerInnen ohne Hochschulabschluss auf fast 40 Prozent können in Deutschland bis 2030 zusätzlich jährlich 520 Startups gegründet werden
  4. Steigerung der Gründungsaktivität von Menschen in den Dreißigern: Der Altersdurchschnitt erfolgreicher GründerInnen beträgt 45 Jahre. Eine Erhöhung des Anteils von GründerInnen mittleren Alters kann jährlich 220 Startups schaffen
  5. Talent Pool von GründerInnen mit Migrationshintergrund systematisch fördern: Einwanderer oder ihre Nachkommen zeigen eine höhere Gründungsbereitschaft als Nicht-Einwanderer (59 Prozent bzw. 49 Prozent), aber sie stellen nur 20 Prozent der aktuellen Gründergruppe. Gelingt es, ein inklusiveres Startup-Ökosystems zu realisieren und die Finanzierungslücke bei GründerInnen mit Migrationshintergrund zu schließen, sind jährlich 180 zusätzliche Gründungen in 2030 möglich
Zur Stärkung der Wirtschaft in Deutschland sollte nicht nur die Menge an Startups erhöht werden, ebenso entscheidend ist die Unterstützung ihres Wachstums und ihrer erfolgreichen Wertschöpfung. Zwei Wege können demnach für GründerInnen zum Erfolg führen:
  • Starkes Wachstum entlang der Gründungs- und Finanzierungsphasen, um einen Milliarden-Exit zu erreichen und langfristig stabile Unternehmen zu produzieren. Diese Hyperwachstumsunternehmen können bis 2030 rund 85 Prozent der Gesamtbewertung des Startup-Ökosystems stellen
  • Konzentration auf einen nachhaltigen Weg zur Profitabilität oder einen frühen Ausstieg, der viele Arbeitsplätze schafft. Dieser "Neue Deutsche Mittelstand" würde zwar nur 15 Prozent der Gesamtbewertung auf sich vereinen, wäre aber gemessen an seiner Größe für 30 Prozent der in Startups geschaffenen Arbeitsplätze verantwortlich.
Maßnahmen für mehr Startup-Gründungen bis 2030 und Potenzial zur Marktkapitalisierung. (Grafik: McKinsey)

Im Vergleich zu den USA erreichen deutlich weniger Top-Gründungen aus Deutschland die späteren Finanzierungsrunden. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein US-Startup einen Unicorn-Status erreicht, 1,5-mal so hoch wie für hiesige Startups. Durch einen verbesserten Zugang zu Later-Stage-Finanzierungen - auf Augenhöhe mit den US-Wettbewerbern - könnten laut McKinsey fast 75 weitere deutsche Startups den so genannten Einhorn-Status erreichen oder erfolgreich einen Börsengang durchführen. "Aktuell erreicht etwa 1 von 330 Startups einen langfristig stabilen Zustand. Um diese Quote zu verbessern und die Wertschöpfung wieder lokal zu reinvestieren, müssen die Bedingungen für die Skalierung eines Unternehmens in Deutschland verbessert werden, insbesondere im Bereich des Zugangs zu Talenten, internationalen Märkten und lokalem Wachstumskapital", sagt Senior Partner Max Flötotto .

Wichtig sei jedoch auch die Förderung von Startups, die sich in Richtung des "Neuen Deutschen Mittelstandes" entwickeln, und die häufig nicht alle Finanzierungsrunden durchlaufen. Diese seien trotzdem erfolgreich. Durch ihren oftmals frühen Fokus auf Rentabilität schafften sie Arbeitsplätze und seien tendenziell stabiler als Startups mit überproportionalem Wachstumspotenzial. Dies mache sie zu einer wichtigen Säule der deutschen Wirtschaft, so McKinsey. Zudem siedeln sich diese Startups häufig nicht in urbanen Zentren an, sondern schaffen Arbeitsplätze in ländlicheren Gebieten. "Dort sind sie noch stärker in das Ökosystem regionaler Akteure eingebettet und können sicherstellen, dass die Rendite im Ökosystem bleibt und nicht über internationale Risikokapitalgeber auf andere Kontinente wandert", so Tobias Henz , Associate Partner. Die nächste Generation von UnternehmerInnen des "neuen deutschen Mittelstands" sollten daher so früh wie möglich - schon in der Schule - erste Erfahrungen mit den Herausforderungen unternehmerischen Denkens sammeln.

Zur Methodik: Die Ergebnisse des Reports basieren auf zwei Quellen: einem proprietären quantitativen Modell, das die Auswirkungen der deutschen Startup-Ökosysteme auf die deutsche Wirtschaft prognostiziert und mehr als 20 qualitativen Interviews mit ExpertInnen und EntscheiderInnen der deutschen Startup-Landschaft, die im Herbst 2021 durchgeführt wurden.

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