12.06.2026 - Zäsur für Google: Ein deutsches Gericht hat entschieden, dass das Unternehmen für die Inhalte seiner AI Overviews unmittelbar haftet. Das Haftungsprivileg, das Anbieter bei klassischen Suchtreffer-Auflistungen freistellt, gilt bei den Overviews nicht.
von Dominik Grollmann
Google
muss unmittelbar für falsche Aussagen seiner KI-Übersicht in der Suche haften, hat das Landgericht München I
in einem Urteil entschieden (Az. 26 O 869/26), über das das KI-Portal The Decoder
berichtet. Das Gericht erließ demnach eine einstweilige Verfügung gegen mehrere Aussagen, die einem Verlag in einer KI-generierten Zusammenfassung fälschlicherweise unlauteres Geschäftsgebaren unterstellten.
Google blendet seine KI-Übersichten inzwischen bei vielen Suchanfragen oberhalb der klassischen Trefferliste ein. Im strittigen Fall stützten die verlinkten Quellen nach Einschätzung des Gerichts mehrere Vorwürfe nicht. Teilweise bezogen sich die Quellen laut Urteil sogar auf andere Unternehmen.
Die Anwälte von Google argumentierten dem Bericht zufolge, der Konzern hafte nur als mittelbarer Störer und müsse erst nach einem Hinweis auf offenkundige Rechtsverletzungen reagieren. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht. Die KI-Zusammenfassung sei kein klassischer Suchmaschinenschnipsel, der lediglich eine Vorschau auf eine verlinkte Website liefere, sondern ein eigenständiger Beitrag von Google.
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