Studie

Deutschland führt bei KI-Einsatz - doch der Nutzen bleibt gering

11.09.2026 - KI ist in deutschen Unternehmen angekommen - der wirtschaftliche Nutzen bleibt aber hinter den Erwartungen zurück, berichtet Akeneo in einer internationalen Studie. Zwar haben 86 Prozent der befragten Unternehmen künstliche Intelligenz bereits breit eingeführt oder strategisch verankert, doch nur 28 Prozent sehen einen klar messbaren Return on Investment.

von Dominik Grollmann

Deutsche Unternehmen gehören bei der Einführung von künstlicher Intelligenz zur internationalen Spitzengruppe. Für den "Agentic Commerce Reality Check" befragte der Product Experience-Anbieter Akeneo   1.000 IT- und TechnologieentscheiderInnen in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und den USA, darunter 200 in Deutschland. 40 Prozent der deutschen Unternehmen sehen KI bereits als zentralen Bestandteil ihrer Geschäftsprozesse und Strategie, weitere 46 Prozent haben die Technologie breit in ihren Teams ausgerollt. Damit liegt Deutschland mit insgesamt 86 Prozent vor dem internationalen Durchschnitt von 80 Prozent.

Auch bei der Governance liegt Deutschland vorne: 88 Prozent verfügen bereits über verbindliche Richtlinien für den KI-Einsatz, die übrigen zwölf Prozent arbeiten an entsprechenden Vorgaben.

Hoher Aufwand für Daten bremst den Nutzen

Der Vorsprung bei der Einführung schlägt sich allerdings bislang nicht in vergleichbaren wirtschaftlichen Ergebnissen nieder. Nur 28 Prozent der deutschen Unternehmen berichten von deutlichen messbaren Vorteilen und einem entsprechenden Return on Investment. Im internationalen Vergleich ist das der niedrigste Wert. Frankreich und Großbritannien erreichen jeweils 44 Prozent, die USA 42 Prozent und Italien 31 Prozent.

Als möglicher Grund gilt der hohe Aufwand für die Datenaufbereitung. Obwohl 92 Prozent ihre Produkt- und Betriebsdaten als gut oder ausgezeichnet bewerten, investieren 47 Prozent mehr als die Hälfte des Projektaufwands in das Bereinigen, Strukturieren und Kennzeichnen von Daten. Im Durchschnitt entfallen in Deutschland 49,7 Prozent des gesamten KI-Projektaufwands auf diese Vorarbeiten - mehr als in jedem anderen untersuchten Land. Zudem nennen 37 Prozent die Integration von KI in bestehende ERP-, PIM-, CRM- und Commerce-Systeme als größte technische Herausforderung.

Unternehmen wollen weiter investieren

"Deutschland hat kein Akzeptanzproblem bei künstlicher Intelligenz. Die Unternehmen haben KI strategisch verankert, klare Regeln geschaffen und zahlreiche Anwendungen in die Praxis gebracht. Die nächste Herausforderung besteht darin, aus dieser Aktivität skalierbare Ergebnisse zu machen", sagt , CEO von Akeneo.

Trotz des bislang begrenzten wirtschaftlichen Nutzens wollen Unternehmen ihre Investitionen fortsetzen. 84 Prozent der deutschen Befragten rechnen damit, dass ihre KI-Budgets in den kommenden ein bis zwei Jahren steigen werden.

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  • Bild: Leon Eichner
    Leon Eichner
    (EHI Retail Institute)

    Wenn der Agent mitentscheidet - Warum Vertrauen zum Erfolgsfaktor im Agentic Commerce wird

    Agentic Commerce verändert, wie Kaufentscheidungen im Internet vorbereitet und getroffen werden. Neben Menschen übernehmen zunehmend KI-Agenten die Produktsuche, den Vergleich von Angeboten und Teile des Kaufprozesses.Die aktuelle EHI-Studie zu Agentic Commerce zeigt, dass 86,1 Prozent der befragten Handelsunternehmen es für wahrscheinlich halten, dass KI-Agenten künftig Kaufentscheidungen ihrer Kundschaft beeinflussen. Gleichzeitig wird der Aufbau von Vertrauen und Akzeptanz als eine zentrale Herausforderung beschrieben.Der Vortrag zeigt, was diese Entwicklung für Online-Shops bedeutet: Welche Informationen müssen aktuell, konsistent und maschinenlesbar vorliegen? Welche Rolle spielen Transparenz, verlässliche Produkt- und Serviceinformationen, Bewertungen und weitere nachvollziehbare Vertrauenssignale?Am Beispiel des EHI-Siegels wird erläutert, wie Online-Shops Seriosität, geprüfte Qualitäts- und Sicherheitsmerkmale sowie Kundenorientierung sichtbar machen können. Dabei geht es nicht nur um die menschliche Wahrnehmung: In einer zunehmend agentischen Customer Journey wird entscheidend, ob relevante Informationen über einen Shop eindeutig, verlässlich und nachvollziehbar vorliegen. So entsteht die Grundlage dafür, dass ein Angebot von KI-Agenten nicht nur gefunden, sondern auch als relevant und vertrauenswürdig eingeordnet werden kann.

    Vortrag im Rahmen der Transformation des Handels 26 am 21.10.26, 09:00 Uhr

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