C-Level-Studie

Zwischen Anspruch und Umsetzung: Wie weit Unternehmen bei KI wirklich sind

05.02.2026 - Künstliche Intelligenz rückt vom Innovationsprojekt zum geschäftskritischen Faktor auf. Führungskräfte in der DACH-Region sehen in KI einen zentralen Hebel für Wettbewerbsfähigkeit - doch beim Übergang von Pilotanwendungen zur breiten Skalierung zeigen sich deutliche Unterschiede im Reifegrad der Unternehmen.

von Susan Rönisch

Eine aktuelle Befragung von 1.000 C-Level-EntscheiderInnen und IT-Verantwortlichen aus der DACH-Region unterstreicht die zentrale Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bis 2030. Die Studie "Digital Excellence Outlook 2026 - AI at Scale", erstellt von der Digitalagentur valantic     gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institut (HRI)   , zeigt zugleich große Unterschiede im Reifegrad der KI-Adoption auf.

Im Mittelpunkt der Analyse stehen drei Leitfragen:

  • Wie stark ist KI bereits in die Geschäftsstrategie integriert?
  • Welche digitalen Kompetenzen besitzt die Belegschaft?
  • Und wie wird digitale Souveränität im KI-Einsatz adressiert?

KI als Top-Strategiethema
Mit 86 Prozent bewertet die überwiegende Mehrheit der befragten Führungskräfte KI als entscheidend für den eigenen Unternehmenserfolg bis 2030. Damit hat KI andere strategische Prioritäten wie Cloud-Transformation, Cyber-Security oder IoT überholt. Eine klare Mehrheit von 79 Prozent geht davon aus, dass Unternehmen ohne konsequenten Einsatz von KI bis 2030 an Wettbewerbsfähigkeit verlieren.

Unterschiedliche KI-Reifegrade
Die Selbsteinschätzung der Unternehmen hinsichtlich ihres KI-Reifegrads zeigt ein differenziertes Bild:
  • 36 Prozent sehen sich als KI-Vorreiter, mit klarer strategischer Verankerung und belastbaren Kompetenzen zur Nutzung intelligenter Anwendungen.
  • 55 Prozent ordnen sich dem mittleren Reifegrad zu, auf dem Weg zur breiten KI-Integration.
  • 9 Prozent gelten als Nachzügler, denen es an strategischem Blick oder notwendigen Fähigkeiten fehlt.

Diese Unterschiede wirken sich laut Studie auch auf den geschäftlichen Nutzen aus: Unternehmen mit höherem Reifegrad berichten bereits über konkrete Mehrwerte durch KI-Einsatz - etwa Zeitgewinne in Prozessen, Effizienzsteigerungen und Qualitätsverbesserungen.

Erfolgsfaktoren jenseits der Technologie
Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist, dass technische Voraussetzungen allein nicht ausreichen. Zwar betrachten alle Gruppen eine qualitätsgesicherte Datengrundlage als grundlegend, doch unterscheiden sich Vorreiter und Nachzügler deutlich in ihrer Bewertung weiterer Erfolgsfaktoren. Unternehmen mit hoher KI-Reife messen etwa der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit, Governance-Strukturen und der Weiterbildung der Mitarbeitenden eine signifikant höhere Bedeutung bei.

Ausblick für EntscheiderInnen
Für Digitalagenturen und Unternehmenslenker liefert der Digital Excellence Outlook 2026 drei strategische Implikationen:
  1. Strategische Verankerung von KI ist kein optionales Projekt, sondern operativer Erfolgsfaktor.
  2. Organisationale Kompetenzen - von Datenmanagement bis Change-Fähigkeit - bestimmen den Erfolg der KI-Transformation.
  3. Digitale Souveränität im Umgang mit KI-Technologien muss stärker operationalisiert werden, insbesondere vor dem Hintergrund von Datenhoheit, ethischen Standards und Skalierbarkeit.

Die Studie basiert auf einer quantitativen Umfrage und ergänzenden Tiefeninterviews mit Führungskräften aus Branchen wie Automotive, Pharma, Handel, Produktion und Telekommunikation.

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