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Suchanfragen: Work-Life-Balance verliert an Bedeutung

19.10.2020 - Mehr Interesse an Homeoffice, weniger an psychischen Krankheiten: Die Corona-Arbeitswirklichkeit spiegelt sich in den Suchanfragen wider und offenbart neue Trends.

von Frauke Schobelt

Die Google-Suchen vermitteln einen Eindruck davon, welche Themen die Deutschen im Corona-Zeiten umtreibt. Laut einer Studie der Online-Visibility-Plattform SEMrush   liegt der Begriff 'Home Office' voll im Trend. Durchschnittlich 115.100 monatliche Suchanfragen gab es von März bis August 2020. Damit hat sich die Anzahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verachtfacht (14.450 Anfragen). Die Experten werteten aus, welche Begriffe die Deutschen im Internet zu Job und Beruf in diesem Zeitraum im Internet gesucht haben und verglichen die Daten mit dem Vorjahr.

Ostdeutsche wollen mehr wissen über das 'Home Office'

Die Corona-Pandemie zwang Bürger in allen Bundesländern ins Home Office. Im Saarland ist das Interesse an dem Thema besonders groß: Im Vergleich zum letzten Jahr haben sich die Anfragen danach sogar mehr als verzehnfacht. Auffällig ist, dass nach dem Saarland prozentual vermehrt Arbeitnehmer aus den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt nach Home-Office-Möglichkeiten suchen. In Ballungszentren wie Hamburg oder Berlin gibt es laut Google-Anfragen zwar ebenfalls einen deutlichen Anstieg - im Osten der Republik wurde jedoch durchschnittlich etwa 20 Prozent häufiger nach dem Begriff 'Home Office' gesucht als in westlichen Bundesländern.

Weniger Suche nach psychischen Krankheiten

Etliche Studien sagen aus, dass die psychische Belastung durch die Corona-Pandemie gestiegen ist. Dies spiegelt sich allerdings nicht in den Suchanfragen der Deutschen wider. Deutlich weniger als im vergangenen Jahr googelten deutsche Berufstätige nach Begriffen rund um das Thema psychische Gesundheit. Der Begriff 'Burnout' wurde 2020 im Vergleich zum Vorjahr 8,81 Prozent seltener gesucht, der Begriff 'Work-Life-Balance' sogar 13,43 Prozent weniger. Und die Suche nach einem 'Feel Good Manager' verringerte sich gar um 38,61 Prozent.

Stattdessen sind den Arbeitnehmern Zusatzangebote von Unternehmen, sogenannte 'Corporate Benefits' wichtig. Die Anfragen stiegen hier von monatlich 48.000 Suchen im Jahr 2019 auf 58.667 in diesem Jahr - ein Gewinn von 22,22 Prozent. Wichtig sind dabei unter anderem Themen wie Kinderbetreuung und besondere Prämien oder Gesundheitsangebote.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die Arbeitnehmer in Bezug auf flexible Arbeitszeitmodelle deutlich weiter sind als die Politik. Heute kann sich eigentlich niemand mehr dem Thema verschließen", resümiert Evgeni Sereda , Senior Marketing Manager DACH bei SEMrush.

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