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Digitalisierung steigert Leistungsdruck und Arbeitsbelastung

30.09.2020 - Digitalisierung lässt die Produktivität wachsen, aber auch Arbeitsbelastung und Druck. Angestellte und Freiberufler reagieren darauf mit ganz unterschiedlichen Strategien.

von Dominik Grollmann

Neue digitale Technologien sorgen für eine höhere Produktivität, konstatieren 57 Prozent der über 1.000 befragten Wissensarbeiter der Studie "Wissensarbeit im digitalen Wandel", die der internationale Personaldienstleister Hays   durchgeführt hat. Doch gehen diese Produktivitätszuwächse mit einem erhöhten Leistungsdruck (59 Prozent) und einer stärkeren Arbeitsbelastung (58 Prozent) einher. Hinzu kommen die vielfältigen Herausforderungen der VUCA-Welt, die für nahezu alle Wissensarbeiter spürbar sind, wie die Studie aufzeigt.

 (Grafik: Heys)
Allerdings zeigen sich je nach der Gruppe der Befragten deutliche Unterschiede bei der Frage, wie schwer der Umgang mit diesen Herausforderungen fällt: Freiberuflich tätigen Wissensarbeitern fällt der Umgang mit der zunehmenden Verdichtung der Arbeit (43 zu 68 Prozent), den kurzen Planungshorizonten (40 zu 60 Prozent), der Komplexität (35 zu 62 Prozent) oder der Ungewissheit über den richtigen Weg (36 zu 54 Prozent) nicht so schwer wie festangestellten Führungskräften.

Um den Veränderungen in ihrem Arbeitsumfeld adäquat zu begegnen, wählen Freiberufler und Festangestellte zum Teil sehr unterschiedliche Strategien. So setzen Freiberufler vor allem auf fachliche Netzwerke (74 Prozent) und Investments in ihre Weiterbildung (77 Prozent). Dagegen steht bei Festangestellten der Rückzug ins private im Vordergrund (53 Prozent). Für sie spielt Weiterbildung eine deutlich geringere Rolle (41 Prozent), während dies bei den Freiberuflern auf die Familienfokussierung zutrifft (38 Prozent).

Deutliche Unterschiede zwischen den beiden Gruppen zeigen sich auch beim Thema Routinetätigkeiten. Für Freiberufler spielen sie nur eine marginale Rolle (Median: 25 Prozent), für festangestellte Wissensarbeiter lautet der Wert dagegen 49 Prozent. Deshalb überrascht es nicht, dass Freiberufler ein höheres Maß an Freiheit bei ihrer Tätigkeit eher wahrnehmen (48 Prozent) als angestellte Wissensarbeiter (32 Prozent).

Für die Studie "Wissensarbeit im digitalen Wandel" wurden mehr als 1.000 hochqualifizierte Fachkräfte aus Deutschland mit einem akademischen Abschluss befragt. 770 der befragten Wissensarbeiter sind fest angestellt und 272 freiberuflich tätig. Von den fest angestellten Fachkräften ist etwa die Hälfte in einer Führungsrolle und circa acht Prozent in der Geschäfts- bzw. Unternehmensleitung tätig.

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