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Hürde Homeoffice: So identifiziert und umgeht man Nachteile bei Verhandlungen

15.12.2022 - Auch berufliche Verhandlungen werden von dem häuslichen Arbeitssetting beeinflusst - oft zum Negativen. Doch einige Nachteile lassen sich umgehen.

von Sebastian Halm

Zwar schätzen VerhandlerInnen die Flexibilität und Autonomie des Homeoffices. Mit den Verhandlungen insgesamt ist ein Großteil der Befragten jedoch eher unzufrieden. Das stellt eine Studie der Universität Hohenheim   und Universität Potsdam   in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Verhandlungsforschung e.V. (DGVF)   fest.

Mit einer besseren Vor- und Nachbereitung der Verhandlungen ließe sich das verbessern, sagt das Forschungsteam. Der Anspruch der Arbeitnehmenden, auch aus dem Homeoffice heraus gute Arbeit zu leisten, ist hoch. Dazu gehört auch, erfolgreiche Verhandlungen zu führen und die eigenen Ziele zu erreichen, so die AutorInnen.

Gleichzeitig gibt es im Homeoffice einige Faktoren, die das Verhandeln schwieriger machen. Zum Beispiel der Konflikt zwischen Arbeit und Familie. Diese Aussagen stützen sich auf Umfrage mit über 400 PraktikerInnen, die aus dem Homeoffice heraus verhandeln. Befragt wurden VertreterInnen aus unterschiedlichen Branchen und Positionen. Die Online-Umfrage lief nach zwei Jahren Pandemie im Sommer und Herbst 2022.


Das Homeoffice hat Verhandlungs-Vorteile...

Ein Großteil der Befragten sieht es als vorteilhaft an, den eigenen Arbeitsalltag im Homeoffice flexibler gestalten zu können. Auch steigt im Homeoffice laut Angaben der Befragten auch der Erfolgsanspruch an die geführten Verhandlungen. Zudem werden die aus dem Homeoffice geführten Verhandlungen als effizienter wahrgenommen. So geben die Befragten beispielsweise an, sich mehr auf die wesentlichen Aspekte zu konzentrieren und die Zeitplanung in Bezug auf die Verhandlungen besser zu kontrollieren.

... und einige große Nachteile

Gleichzeitig sinkt im Homeoffice die Verbindlichkeit der Verhandelnden gegenüber dem Arbeitgeber und den Verhandlungspartnern. So fehle im Vorfeld der Verhandlungen oft der Austausch mit Vorgesetzten oder im Team, in dem Ratschläge ausgetauscht werden oder an gemeinsame Verhandlungsziele erinnert wird. Auch der informelle Austausch mit dem Verhandlungsgegenüber, der für einen gemeinsamen Verhandlungserfolg eine wichtige Rolle spielt, käme bei digitalen Verhandlungen zu kurz.

Das Fazit des Forschungsteams: Obwohl die Verhandlungsziele im Homeoffice effizienter verfolgt werden, ist ein Großteil der Befragten mit der Performance eher unzufrieden und glaubt, keine besseren Verhandlungsergebnisse zu erzielen.

Die Frage, wie sich Verhandlungen aus dem Homeoffice erfolgreicher gestalten ließen, vertieften das Forschungsteam und der DGVF-Vorstand in einem interaktiven Workshop mit rund 80 PraktikerInnen.
  • Bereits eine gute Vorbereitung könne die Zufriedenheit mit Verhandlungen positiv beeinflussen. Tatsächlich existieren bereits eine Reihe von interaktiven Tools und Techniken, durch die sich digitale Verhandlungen besser gestaltet lassen werden. So lässt es sich bereits durch simples Screensharing leichter über die abgegebenen Angebote und Konzessionsschritte sprechen. So könnten Arbeitgeber die verhandelnden MitarbeiterInnen beispielsweise durch Kompetenztrainings zur Nutzung digitaler Medien entsprechend schulen.
  • Organisationen könnten zudem einen Verhaltenskodex für digitale Verhandlungen festlegen. Dadurch können Unternehmen vor allem möglichen Unsicherheiten begegnen - etwa, was passiert, wenn Zoom ausfällt oder das Kind früher aus der Schule kommt und in die Verhandlung platzt.
  • Und auch im digitalen Raum ist sozialer Austausch möglich, indem man Erfolge digital im Team feiert, lässt sich die Motivation der Mitarbeitenden steigern. Dieser motivierende Faktor könne auch im Homeoffice genutzt werden, etwa indem auch digital auf einen erfolgreichen Verhandlungsabschluss angestoßen wird.

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