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Otto testet neue Echtzeit-Lösungen

09.11.2015 - Der Multi-Channel-Händler Otto hat neue Echtzeit-Lösungen für seine Kunden eingeführt. Das Unternehmen testet nun "intelligente Aufkleber" auf Produkten, die sich per NFC-Chip mit dem Smartphone verbinden, sowie eine Lieferung zum Wunschtermin bei Speditionsartikeln.

Der Service-Button, der bei Otto auch "Produkt-Assistent" heißt, soll Kunden schnell und ohne Umwege Informationen zu Produkten liefern. Der Aufkleber wird zum Beispiel an Kaffeevollautomaten platziert. Wer sein Handy damit per Near Field Communication (NFC) verbindet, erhält dann Informationen zu Fragen wie "Wie wechsle ich den Wasserfilter" oder "Welchen Entkalker muss ich benutzen". "Das Handy ist Lebensbegleiter Nummer eins, und das Thema Mobile First wird in den nächsten Jahren noch wichtiger als es bislang schon ist", sagte Alexander Birken, Konzernvorstand Multi-Channel-Distanzhandel und Otto-Sprecher. Offenbar ist der Aufkleber auch eine Reaktion auf den "Dash Button" von Amazon, der im Frühjahr dieses Jahres gestartet wurde. Otto testet die Technologie ab sofort in einem Pilotprojekt. Bereits in einigen Wochen soll der Produkt-Assistent Besitzern und Käufern ausgewählter Kaffeevollautomaten zugesendet werden. Nach einer mehrmonatigen Test- und Befragungsphase wird dann über den Ausbau der Technologie entschieden.

Auch die neue Lieferung zum Wunschtermin soll Otto als serviceorientiertes Unternehmen positionieren. Kunden bekommen bei sofort lieferbaren Speditionsartikeln im Online-Shop einen konkreten Liefertermin vorgeschlagen. Passt dieser nicht, kann der Kunde eine Alternative wählen. Für eine Speditionslieferung muss der Kunde zu Hause sein. Er kann bei der Bestellung je nach Verfügbarkeit aus bis zu drei Zeitfenstern pro Tag wählen. Der Service kostet zu den Versandkosten für die Speditionslieferung laut Otto keinen zusätzlichen Aufpreis. Am Tag der Lieferung können Käufer dann über die geografische Sendungsverfolgung live mitverfolgen, wo die Lieferung ist und wann genau sie eintrifft.

"Derzeit läuft der Roll-out der Technologie: Momentan sind rund ein Drittel der Otto-Kunden in ihren Liefergebieten freigeschaltet", sagte Katy Roewer, Bereichsvorstand Service bei Otto. Die deutschlandweite Verfügbarkeit soll in den nächsten Monaten erreicht werden.

Digitale Transformation


[f1]Insgesamt will Otto weiterhin digitaler werden und sich zu einem "intelligenten Echtzeit-Unternehmen" entwickeln, so Vorstand Birken. Dafür wurde im Juli dieses Jahres auch die Arbeitgeberkampagne "Rot4" gestartet, die Talente und Experten aus den Bereichen E-Commerce, Business Intelligence und IT ansprechen soll. Laut Otto hat die Kampagne zu einer Versiebenfachung des Traffics auf den Karriereseiten des Unternehmens geführt. Insgesamt hätte es ein Bewerbungsplus von 20 Prozent gegeben. Um die Digitalisierung voran zu treiben, wurde im August zudem Dr. Michael Müller-Wünsch als Bereichsvorstand Technology (CIO) vorgestellt. Müller-Wünsch hat auf der heutigen Pressekonferenz das Ziel "End-to-End-Echtzeit in allen Bereichen" als persönliche Mission genannt. Wenn irgendwo im Unternehmen eine Information digital entstehe, solle sie künftig sofort überall verfügbar sein.

[hl]Verschiebung der Kanäle[/hl]
"Kataloge spielen mittlerweile eine untergeordnete Rolle", sagte Konzernvorstand Birken. 50 Prozent aller Shop-Besuche bei Otto kommen bereits über mobile Endgeräte. Der Umsatz-Anteil über Smartphones und Tablets stieg auf 35 Prozent an. Um das Mobile Shopping attraktiver zu machen, setzt Otto seit September auf neue App- Entwicklungen und Features, auch für die Smartwatch.

Bestandteil der neuen App sind Features wie die "Find` ich gut"-Funktion: Nach dem Hot-or-Not-Prinzip können Nutzer per Swipe über den Bildschirm entscheiden, welche Artikel ihnen gefallen und welche nicht. Der Shop lernt aus den getroffenen Entscheidungen der Nutzer und zeigt zukünftig immer mehr Artikel an, die dem Geschmack der App-Nutzer entsprechen. Mittel- bis langfristig sollen Features wie diese die Relevanz der Angebote auf Otto.de für jeden einzelnen Besucher optimieren. (db)