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TV-Sender setzen bei Mediatheken kaum Consent Tool ein

06.08.2020 - 81 Prozent der deutschen Fernsehsender, die Inhalte über HbbTV anbieten, haben in ihren Mediatheken kein Consent Tool implementiert. Dennoch besitzen sie einen stolzen Marktanteil von 78 Prozent.

von Christina Rose

Das geht aus einer Analyse von TeraVolt   hervor, in der die Hamburger sich 48 Sender mit HbbTV-Angebot angeschaut haben. Von den 29 untersuchten Privatsendern arbeiten lediglich acht mit einem Consent Tool, um damit bei Nutzern ihrer HbbTV-Mediathek das Einverständnis zur Datennutzung einzuholen. Davon gehören allein sieben zu Pro7Sat.1. Von der RTL-Gruppe hat unterdessen noch kein Sender ein Consent Tool implementiert, wie viele andere Sender auch.

Unter den 19 öffentlich-rechtlichen Sendern mit HbbTV holt einzig der Kultursender arte die Erlaubnis zur Datenverarbeitung ein. Nutzer der Mediatheken von ARD, ZDF, RTL und Co. müssen Cookies und Tracking hingegen in den Einstellungen selbst deaktivieren. "Die Öffentlich-rechtlichen setzen die Nutzerdaten allerdings nicht primär zu Werbezwecken ein. Daher lastet auf ihnen auch nicht ein so großer Druck wie auf den Privaten, wenn es um Consent geht", sagt Oliver Koch, Gründer und Geschäftsführer bei TeraVolt.

Insgesamt hatte das Thema Consent für die deutsche TV-Landschaft insbesondere nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) im Mai an Bedeutung gewonnen. Demzufolge müssen Nutzer der Verarbeitung ihrer Daten, zum Beispiel durch Cookies, aktiv zustimmen. Von dieser Regelung sind auch die HbbTV-Mediatheken der Fernsehsender betroffen.

"Die deutschen TV-Sender haben sich bislang bei der Vermarktung auf ein 'berechtigtes Interesse' berufen, um die Nutzerdaten in ihren HbbTV-Mediatheken ohne Consent zu erheben. Fairerweise muss man den Sendern zugutehalten, dass die Implementierung eines solchen Tools auch nicht ganz einfach ist", führt Koch weiter aus. Die Sender stehen nach dem BGH-Urteil vor der Herausforderung, ihre HbbTV-Mediatheken consent-tauglich zu machen.

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