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Arbeitskultur: Transparente Kommunikationskultur noch wichtiger als Homeoffice

13.07.2022 - Die Pandemie hat auch in der internen Unternehmenskommunikation Spuren hinterlassen. Führungskräfte sollte vor allem an der Feedbackkultur arbeiten, um die Mitarbeiterbindung zu stärken.

von Frauke Schobelt

Über die Hälfte der deutschen ArbeitnehmerInnen empfanden ihr Arbeitspensum in den letzten zwei Pandemiejahren als zu hoch (58 Prozent). Das ergab eine Studie des HR-Softwareanbieters Cegid   in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Appinio   . Das Management war sich dieser hohen Belastung offenbar bewusst: Immerhin geben über zwei Drittel (69 Prozent) der Führungskräfte an, nun ein engeres Verhältnis zu ihren Mitarbeitenden zu pflegen als vor der Pandemie. Im Vorjahr waren es 52 Prozent.

Transparente Kommunikation als Top-Arbeitgebermaßnahme

Deutsche Arbeitnehmende schätzen eine transparente Kommunikationskultur in ihren Betrieben sehr: Sie zählt mit 22 Prozent direkt nach der Sicherstellung einer kontinuierlichen Lohnauszahlung (42 Prozent) und der Möglichkeit flexibler Arbeitszeiten (35 Prozent) zu den Top-Arbeitgebermaßnahmen, die Angestellte hinsichtlich der Coronapandemie besonders positiv bewerten. Damit hat sie mehr Gewicht als die Schaffung von Homeoffice-Möglichkeiten (20 Prozent). Ihr hoher Stellenwert für die Arbeitnehmenden ist in der Feedbackkultur - und damit im Management - so mancher Unternehmen allerdings noch nicht angekommen. So gibt rund jeder zehnte Arbeitnehmende an, nie Feedbackgespräche mit seinen Vorgesetzten führen zu können (zwölf Prozent). Weitere 13 Prozent haben seltener als ein Mal im Jahr die Gelegenheit hierfür. Zu fast genau demselben Ergebnis kam die Studienreihe des HCM-Anbieters Cegid (damals Talentsoft) bereits 2020 (10 und 14 Prozent).

Allerdings zeigt die Studie auch, dass sich der Anteil an sechsmonatigen Feedbackrunden von acht auf 15 Prozent fast verdoppelt hat, während der einst übliche jährliche Austausch von 24 Prozent auf 19 Prozent sank. "Diese Entwicklung ist positiv zu bewerten, da Unternehmen jetzt jenen Wünschen der Mitarbeitenden entgegenkommen, die wir in unserer Studie 2020 bereits ausmachen konnten: Damals wünschten sich ein Viertel (25 Prozent) der Befragten halbjährliches Feedback anstelle von Jahresgesprächen, 18 Prozent hätten sogar gerne monatliche Rückmeldung zu ihren Leistungen. Zwar sank nun die Anzahl der quartalsweise stattfinden Mitarbeitergesprächen von 18 Prozent auf die Hälfte (zehn Prozent), aber nur, weil verstärkt monatliche oder sogar noch enger getaktete Gespräche stattfinden (30 Prozent statt 26 Prozent)", sagt Lars Börgeling, Regional Director Customer Operations DACH bei Cegid.

Mehr Feedback stärkt die Mitarbeiterbindung

Am häufigsten findet sich in deutschen Unternehmen nach wie vor der alljährliche Austausch. Die Studie belegt allerdings: Der Trend zu kürzeren Abständen zwischen den Feedbackgesprächen zahlt direkt auf die Mitarbeiterbindung ein. Je häufiger Feedbackgespräche mit den Vorgesetzten geführt werden, desto fairer empfinden Mitarbeitende die Beurteilung ihrer Leistung. Und: Je häufiger solche Gespräche stattfinden, desto mehr haben Arbeitnehmende das Gefühl, ihre Führungskraft setze sich für die Zielsetzungen der Mitarbeitenden ein. Insgesamt sagen immerhin 40 Prozent der befragten Arbeitnehmenden, ihre Führungskraft unterstütze sie stark in ihren Plänen und fachlichen Weiterentwicklungen.

"Für Teamleitende heißt es nun am Ball zu bleiben und das enge Verhältnis zu den Mitarbeitenden bei der Rückkehr ins Büro beizubehalten", rät Lars Börgeling. "Fühlen sich die Mitarbeitenden ernst genommen von ihrer Führungskraft, so ist das der beste Kitt für eine stabile Mitarbeiterbindung. Zugleich zeigen die Zahlen, dass Führungskräfte dringend die Arbeitslast ihrer Mitarbeitenden unter die Lupe nehmen müssen. Gegebenenfalls lassen sich zeitraubende Tätigkeiten sehr einfach mit digitalen Tools lösen."

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